Irre Perez-Show in Mexiko

„Zeit für Tequila!“

Sergio Perez im Freudentaumel
Sergio Perez im Freudentaumel
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08. November 2021 - 9:17 Uhr

Unvergessliches Perez-Heimspiel

Viva Mexiko-GP! Gefühlt ganz Mexiko pushte Lokalmatador Sergio Perez am Sonntag über den Autodromo Hermanos Rodriguez. Die mehr als 100.000 Fans wurden dabei selbst zum Hingucker; das Rennen in Mexico City war ein farbenfrohes und lautstarkes Highlight.

Erster Mexikaner auf dem Podium

Es war ein Tag für die Geschichtsbücher. Möglicherweise war das Rennen das lauteste, das je stattgefunden hat. Heerscharen von Zuschauern (138.500 am Sonntag, 372.000 am Wochenende) waren an der Strecke, machten einen irren Lärm, wenn ihr Held Sergio Perez ins ehemalige Baseball-Stadion einfuhr. Ob der Lärmrekord nun wirklich fiel, ist unklar. Sicher aber sind zwei andere historische Marken.

Perez war am Sonntag der erste Mexikaner überhaupt, der den Grand Prix in Mexiko anführte und der erste, der auf dem Podium landete. Dabei wäre fast noch mehr drin gewesen. Der so sehr herbeigesehnte Red-Bull-Doppelsieg blieb nur hauchdünn aus.

In den letzten 20 Runden trieb Perez Weltmeister Lewis Hamilton vor sich her, der 31-Jährige attackierte, ackerte, setzte an – kam aber trotz offenen Flügels (DRS) nicht am Weltmeister vorbei. RB-Berater Helmut Marko kam die Attacke nicht früh genug. "Perez hat zu spät attackiert, ich glaube, in ein oder zwei Runden hätte er Hamilton auch gehabt", sagte er bei Sky. Und trotzdem: Perez lieferte die Show, die Fans bejubelten jeden seiner Meter auf dem Asphalt – und den dritten Platz wie einen Sieg.

"Das war unglaublich!"

"Ich habe alles gegeben", sagte der euphorisierte Perez. "Ich konnte die Fans hören, das war unglaublich. Ich wollte den Doppelsieg für das Team unbedingt. Es war sehr eng, aber ich hatte keine Chance, ihn zu überholen."

Perez war einmal mehr eine Strategie-Waffe für Red Bull. Umso mehr, nachdem sich Hamilton-Wingman Valtteri Bottas schon kurz nach dem Start von den vorderen Rängen verabschiedet hatte. Perez setzte so Hamilton unter Druck, blieb dicht an ihm dran. Der Weltmeister ging dann vor Perez zum Reifenservie, das wurde ihm hintenraus fast zum Verhängnis. Die Reifen am Mercedes bauten sichtlich ab, Perez' Walzen liefen noch deutlich runder. Während Teamkollege Max Verstappen souverän zum Sieg raste, musste Hamilton hart um den Rang dahinter kämpfen.

Zwar reichte es nicht mehr für den zweiten Platz. Doch zusammen mit Rennsieger und Dominator Max Verstappen feierten die beiden Bullen mit der mexikanischen Flagge vor den Tribünen und den ekstatischen Fans. Mittendrin: Vater Perez, der den Sieg des Sohnemanns ebenfalls ausgiebig feierte und zum Tequila-Trinken aufrief.

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"Heute wird es jede Menge Tequila geben."

Perez junior hatte noch im Auto gejubelt: "Ich bin so froh, dass wir in meinem Land gewonnen haben. Jetzt ist Zeit für Tequila!" Hinterher bedankte er sich ausgiebig und mit emotionalen Worten bei den Fans.

"Am stolzesten macht es mich, dass ich den Menschen für ihre einzigartige Unterstützung einen Podestplatz schenken konnte; das bedeutet mir viel. Ich kann mich gar nicht genug bei Ihnen bedanken – es gibt kein besseres Publikum als hier in Mexiko."

Lob gab es nicht nur fürs Publikum, sondern auch für Perez. "Er hat in den vergangenen Rennen seine Form gefunden, und das gibt uns ein paar mehr Möglichkeiten", sagte Teamchef Christian Horner. Hinterher stimmte auch Marko in die Jubelstürme ein. "Heute wird es jede Menge Tequila geben."

Übrigens: Es war Perez' drittes Podium in Serie – auch ein persönlicher Rekord. (msc)