Urlaub geschickt planen

Brückentage 2022: Wie Sie am meisten Freizeit rausholen

03. Januar 2022 - 10:31 Uhr

An diesen Tagen sollten Sie 2022 freinehmen

Im neuen Jahr 2022 gibt es in Sachen Freizeit eine Menge zu holen! Endlich mal wieder, denn wegen der vielen Feiertage an Wochenenden war 2021 für Arbeitnehmer in Bezug auf die Urlaubsplanung alles andere als erfreulich. Wer aber 2022 seine Urlaubstage geschickt mit den Brückentagen verknüpft, der kann ordentlich ausspannen. Wir zeigen, wann wie viel freie Zeit drin ist und ein Anwalt erklärt, welche Rechte Arbeitnehmer bei der Planung haben.

Mehr Freizeit durch Brücken- und Feiertage

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat einen Anspruch auf mindestens 20 Tage Urlaub, vorausgesetzt er arbeitet im Rahmen einer Fünf-Tages-Woche. Der Durchschnittswert liegt in Deutschland sogar bei 28,8 Urlaubstagen. Da kann man sich eigentlich nicht beschweren, oder? Trotzdem weiß so gut wie jeder: irgendwie sind die Tage immer so schnell verbraucht, ein paar Tage mehr zu haben würde man definitiv begrüßen.

Und auch wenn man seine Urlaubstage nicht auf magische Art und Weise verdoppeln kann, gibt es eine Möglichkeit, mehr aus seiner freien Zeit herauszuholen. Die Antwort: Brückentage! Wer die bundesweiten Feiertage geschickt mit dem eigenen Urlaub verknüpft, kann eine große Portion Extra-Freizeit herausholen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Lese-Tipp: Deutschland stimmt ab: Diese Menschen sollten mehr verdienen - Sie auch?

Diese Brücken- und Feiertage lohnen sich in den ersten sechs Monate des Jahres

Eine Frau spannt auf einer Hängematte im Garten aus und liest ein Buch.
Extra freie Tage? Einfach entspannend!
© Beli_photos

ntv.de hat eine Liste aufgestellt, wie auch Sie Ihr Urlaubsjahr 2022 schon jetzt am sinnvollsten planen können – auch, wenn es nicht in allen Bundesländern gleich viele Feiertage gibt.

RTL NEWS empfiehlt

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  • Heilige drei Könige (6. Januar):

Leider müssen wir diese Übersicht mit einer schlechten Nachricht beginnen, denn: Neujahr fällt 2022 auf einen Samstag, also auf einen regulären Wochenendtag. Trotzdem: Wenn man nach dem 1.1. vier Tage Urlaub einreicht, kann man sich bis zu neun Tage Freizeit m Stück freischaufeln. Zumindest gilt das für all diejenigen, die in Baden-Württemberg, Bayern oder Sachsen-Anhalt leben und arbeiten. Denn dort sind die Heiligen Drei Könige ein anerkannter Feiertag, der 2022 auf einen Donnerstag (6. Januar) fällt. So könnten Arbeitnehmer vom 1. Januar (Samstag) bis zum 13. Januar (Sonntag) frei haben und dafür nur vier Urlaubstage opfern.

  • Internationaler Frauentag (8. März):

Hier dürfen sich nur die Berliner freuen: Der Internationale Frauentag am 8. März ist hier ein offizieller Feiertag. Dieses Jahr fällt er auf einen Dienstag. Wer in genau dieser Woche vier Urlaubstage investiert, kann insgesamt wieder neun Tage am Stück frei bekommen, sprich vom 5. März (Samstag) bis zum 13. März (Sonntag).

  • Ostern (15.-18.04.):

Jetzt geht's ans Eingemachte, denn: Ostern steht vor der Tür. Und hier lohnt es sich auch endlich für alle Arbeitnehmer aus allen Bundesländern! Wer zu dieser Zeit insgesamt 8 Urlaubstage nimmt, kann sich insgesamt über 16 freie Tage freuen. Heißt konkret: Vom 9. April (Samstag) bis zum 24. April (Sonntag).

  • Tag der Arbeit (1. Mai):

Genau wie im Jahr 2021 haben Arbeitnehmer auch in diesem Jahr kein Glück: Der Tag der Arbeit fällt aufs Wochenende, auf einen Sonntag um genau zu sein.

  • Christi Himmelfahrt (26. Mai):

Gute Nachrichten: Bei Christi Himmelfahrt kann das nicht passieren. Dieser Feiertag fällt immer auf einen Donnerstag, 2022 auf den 26.5. Wer hier rund um das Datum vier Urlaubstage investiert, kann dem Arbeitsplatz insgesamt neun Tage fern bleiben. Genauer gesagt vom 21. Mai (Samstag) bis zum 29. Mai (Sonntag).

Lese-Tipp: Wann man Resturlaub mit ins nächste Jahr nehmen darf

So sieht die zweite Jahreshälfte aus

Ein junges Pärchen mit Nikolaus-Mützen sitzt im Kofferraum und hat einen Tannenbaum gekauft.
Zeit für die wirklich wichtigen Dinge bleibt vor allem rund um die Weihnachtstage.
© @Nadrija, Andrija
  • Pfingsten (6. Juni):

Juhu, Pfingsten! Wer hier wieder vier Urlaubstage opfert, kann ganze neun Tage frei machen. Und zwar vom 4. Juni (Samstag) bis zum 12. Juni (Sonntag). Genug Zeit, um sich schon mal auf den bevorstehenden Sommer einzustimmen, oder?

  • Fronleichnam (16. Juni):

Der Monat Juni meint es 2022 gut mit uns: Wer in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz oder im Saarland arbeitet, kann Fronleichnam so richtig auskosten. Der Feiertag fällt auf Donnerstag, den 16. Juni. Wer hier 8 Urlaubstage nimmt, kommt insgesamt auf 16 freie Tage. Zeitraum: 4. Juni (Samstag) bis 19. Juni (Sonntag).

  • Mariä Himmelfahrt (15. August)

Der 15. August rentiert sich leider nur für auserwählte Arbeitnehmer aus Bayern und dem Saarland. Mariä Himmelfahrt wird an diesem Montag zelebriert und fällt 2022 auf einen Montag. Wer den Rest der Woche, also vier Tage, frei nimmt, kann insgesamt neun Tage ausspannen. Sprich: Vom 13. August (Samstag) bis zum 21. August (Sonntag).

  • 20. September

Die Thüringer können am 20. September 2022 richtig schön ausschlafen. Hier ist an diesem Tag Weltkindertag – und der gilt seit 2019 als exklusiver Feiertag. Diejenigen, die sich einen Tag frei nehmen, können insgesamt vier Tage am Stück entspannen und zwar vom 17. September (Samstag) bis zum 20. September (Dienstag).

  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober):

2022 ist der Tag der Deutschen Einheit ein Montag. Wer den Rest der Woche Urlaub einreicht, kann insgesamt neun Tage Freizeit rausholen; genauer gesagt von Samstag, den 1. Oktober, bis zum 9. Oktober (Sonntag).

  • Reformationstag (31. Oktober):

In Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ist der Reformationstag am Montag, den 31. Oktober ein Feiertag. Wer rund um das Datum vier Urlaubstage einsetzt, kommt auf neun freie Tage. Zeitraum: 29. Oktober (Samstag) bis 6. November (Sonntag).

  • Allerheiligen (1. November):

Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland dürfen am Dienstag, den 1. November Allerheiligen feiern. Auch hier gilt: Die Arbeitnehmer, die vier Urlaubstage investieren, könnten vom 29. Oktober (Samstag) bis zu, 6. November (Sonntag), also acht Tage, frei haben.

  • Buß- und Bettag (16. November):

Als einziges Bundesland darf Sachsen sich ganz besonders freuen: Der Buß- und Bettag (2022 ein Mittwoch) bedeutet einen Tag mehr Freizeit. Wer zwei Tage seines Urlaubskontos aufbringt, kann entweder mit dem Wochenende davor oder danach insgesamt fünf Tage frei machen. Nicht schlecht, oder?

  • Weihnachten (25./26. Dezember):

An Weihnachten sind 2022 insgesamt neun freie Tage zum Jahresende drin – auch, wenn man nur vier Tage Urlaub beim Arbeitgeber beantragt hat. Heiligabend und der erste Weihnachtsfeiertag fallen zwar auf ein Wochenende, Dafür ist der zweite Weihnachtsfeiertag (26. Dezember), der Montag, frei. So kann bis zum 1. Januar (Sonntag) ausgespannt werden. Vorausgesetzt, man hat noch vier Tage Urlaub übrig.

Brückentage: Diese Rechte haben Arbeitnehmer

Eltern mit zwei Kindern packen Koffer für Urlaub
Fallen Brückentage in die Ferien, dürfen Führungskräfte Eltern bevorzugen.
© iStockphoto

Einen Anspruch auf Urlaub an Brückentagen haben Arbeitnehmer nicht, so Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Zwar kann jeder Urlaubswünsche äußern. Führungskräfte müssen diesen aber nicht nachkommen, wenn aus betrieblicher Sicht etwas dagegenspricht - besonders, wenn sich Wünsche überlagern. Allerdings darf der Chef oder die Chefin den Urlaub nicht einseitig zurückziehen, sobald er schriftlich genehmigt wurde.

In Ferienzeiten dürfen Führungskräfte Angestellte mit Kindern bevorzugen. Fallen Brückentage nicht in die Ferien, gibt es hingegen keinen Grund, Väter oder Mütter besser zu stellen. Grundsätzlich sollten Führungskräfte ihre Mitarbeiter bei der Vergabe von Urlaubstagen fair behandeln, rät Bedereck. Reklamiert ein Mitarbeiter schon weit im Voraus alle Brückentage für sich, kann das Unfrieden stiften.

Gab es zuvor Diskussionen über den Urlaub, rät der Rechtsanwalt davon ab, einfach krankzumachen. Denn gibt es ein Indiz dafür, dass die Arbeitsunfähigkeit nur vorgeschoben ist, hat der Arbeitgeber gute Chancen, die Bescheinigung vor Gericht erfolgreich anzuzweifeln. Eine vorangegangene Diskussion ist ein solches Indiz. (vdü/rka/dpa)