Exklusives Video nach Abschiebung in den Libanon

Hier verlässt Ibrahim Miri den Flughafen in Beirut

24. November 2019 - 12:05 Uhr

RTL-Reporterin fängt Clan-Boss Miri am Flughafen ab

Ibrahim Miri, Boss des berühmt-berüchtigten Miri-Clans aus Bremen, ist am Samstag zum zweiten Mal in den Libanon abgeschoben worden. Die Behörden machten kurzen Prozess und setzten den Clan-Boss in der Nacht nach seiner Niederlage vor Gericht ins Flugzeug Richtung Beirut. RTL-Reporterin Kavita Sharma konnte den 46-Jährigen exklusiv am Flughafen in Beirut abfangen. Was er der Reporterin an den Kopf wirft und wie sie die Verbal-Attack erlebt hat - im Video.

Konsequenzen für Miri im Libanon unklar

Im Video ist zu sehen, wie Miri den Flughafen in Beirut verlässt. Er wird dabei von niemandem begleitet. Das deutsche Innenministerium hatte zuvor bekanntgegeben, Miri den libanesischen Behörden übergeben zu haben. Ob er im Libanon ein freier Mann ist oder ob ihm auch dort rechtliche Konsequenzen drohen, ist noch unklar.

Miri landete gegen 10:00 Uhr deutscher Zeit in Beirut. Einem Medienbericht zufolge wurde er in Begleitung von Bundespolizisten im Learjet in die libanesische Hauptstadt geflogen.

Horst Seehofer dankt den beteiligten Stellen für Abschiebung

"Ich möchte allen Beteiligten danken, dass die Abschiebung im Fall Miri so schnell möglich war. [...] Dieser Fall hat gezeigt, was bei einer guten Zusammenarbeit von Bund und Ländern im Rückführungsgeschehen möglich ist", hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Samstagmorgen über den Vorgang gesagt. 

"Es wäre nicht auszudenken gewesen, wenn Herr Miri hätte bleiben können. Insofern hat das alles funktioniert und das zeigt, dass unser Rechtsstaat auch leistungsfähig ist, wenn wir alle wollen", sagte auch CDU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus im Gespräch mit n-tv.

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Miri wollte seine Abschiebung per Klage verhindern

Der unter anderem wegen Raubes, schweren Diebstahls, Hehlerei, Unterschlagung und bandenmäßigen Drogenhandels verurteilte Straftäter war bereits im Juli zum ersten Mal in den Libanon abgeschoben worden – nachdem er bereits viele Jahre lang ausreisepflichtig war. Ende Oktober tauchte er wieder in Bremen auf, stellte einen Asylantrag und wurde festgenommen. Der Asylantrag wurde abgelehnt, Miri saß wochenlang in Abschiebehaft.

Seine erneute Abschiebung wollte er mit einer Klage verhindern. Das Bremer Verwaltungsgericht lehnte seinen Eilantrag und seine Beschwerde gegen die Abschiebehaft jedoch am Freitag ab. Der Clan-Chef stellte aus Sicht des Gerichtes eine Gefahr für die Allgemeinheit in Deutschland dar. Es könne nicht angenommen werden, dass Miri im Libanon eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu erwarten habe oder ihm dort eine konkrete Gefahr für Leib und Leben wegen "Blutrache" drohe, so das Gericht.