Seit knapp einer Woche hat der Junge nicht mehr gelacht

Todkranker Korel (1) braucht dringend einen Stammzellenspender

08. Dezember 2021 - 18:12 Uhr

Nach einem Jahr und neun Monaten kam die Schocknachricht

Am 19. Dezember 2019 wird für Aileen (36) und Lennart (35) Kruse aus Hamburg ein Traum wahr: Wunschkind Korel kommt auf die Welt und macht das Familienglück perfekt. Doch als der Kleine ein Jahr und neun Monate alt ist, folgt die Schockdiagnose: Blutkrebs. Nun braucht Korel dringend einen Stammzellenspender, um zu überleben.

RTL Nord-Reporter Alexander Müschen hat mit Korels Vater Lennart über den schweren Kampf gegen den Krebs gesprochen. Im Video sehen Sie das emotionale Interview.

Korel ist ein absolutes Wunschkind - und eine Frohnatur

Quelle: DKMS Pressefoto
Korel hofft darauf, dass ein genetischer Zwilling ihm die lebensnotwendige Stammzellenspende geben kann.
© DKMS Pressefoto

Mit seinen fast zwei Jahren ist Korel ein echter Kämpfer. Mama Aileen und Papa Lennart hatten ihn sich so gewünscht. Mit einer künstlichen Befruchtung klappt die Schwangerschaft, Korel kommt gesund zur Welt. Der Kleine tanzt und singt von Herzen gern. Bagger und Feuerwehrautos sind seine große Leidenschaft. Zusammen mit seinen Kuscheltieren erobert er die ganze Welt. Verstecken spielen, toben und durchgekitzelt werden – das alles liebt Korel.

Doch plötzlich steht die Welt still. Neun Monate nach Korels Geburt erhalten seine Eltern die Diagnose ALL: akute lymphatische Leukämie. Blutkrebs. Für die Eltern war das ein Schlag. "Warum wir? Womit hat er das verdient? Womit haben wir das als Familie verdient?", erzählt Papa Lennart im RTL Nord-Interview. "Man wird depressiv. Ich habe großen Respekt vor diesem Wort,aber man kann das schon so verwenden", ergänzt der Vater, der als Krankenpfleger weiß, wovon er spricht.

Korels Papa: "Er hatte massive Schmerzen"

Der Verdacht, dass etwas nicht stimmt, kommt Korels Eltern als sich der kleine Junge verändert – äußerlich, aber auch in seinem Wesen, wie uns der Papa erzählt. Oft sind sie in Kontakt mit Ärzten. "Korel war lange erkältet, hatte geschwollene Lymphknoten, so groß wie eine Walnuss. Und eines Tages holt ihn meine Frau aus der Kita ab und Korel stand völlig apathisch im Raum und hat wie ein Erwachsener versucht das Weinen zurückzuhalten", so Lennart Kruse. Noch am selben Tag fahren die Eltern ins Krankenhaus und dort baut Korel massiv ab. Nach zwei Tagen kann er nicht mehr laufen. "Er hatte massive Schmerzen im Bein. Wenn er im Bett saß, ist er zur Seite umgekippt", berichtet sein Vater. "Und da dachten wir, wir kriegen Korel nicht mehr lebend aus dem Krankenhaus." Nach einer Knochenmarkpunktion folgt schließlich die Diagnose Leukämie.

Aufgeben kommt für die junge Familie natürlich nicht in Frage. Gemeinsam mit der DKMS organisieren Korels Eltern eine Online-Registrierungsaktion, um den passenden Spender für ihren kleinen Sohn zu finden.

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Korel muss völlig isoliert leben

Der kleine Korel mit seinem Papa Lennart Kruse.
Der kleine Korel mit seinem Papa Lennart Kruse.
© privat

Bis dahin muss sich Korel allerdings besonders schützen, denn jede noch so kleine Infektion könnte für den kleinen Jungen tödlich enden. Selbst Oma und Opa dürfen sich ihrem Enkel nur mit Maske und im Freien nähern, auch auf den Arm darf er nicht. Und Korel kann auch nicht mehr in die Kita oder auf Spielplätze. Aileen und Lennart Kruse haben deshalb umgebaut: "Wir haben ihm bei uns im Garten ein kleines Häuschen mit Rutsche gebaut, weil ihm Rutschen total viel Spaß macht." Da kann Korel spielen, bis hoffentlich schnell sein genetischer Zwilling gefunden wird. Dafür müssen sich möglichst viele Spender registrieren, um die Chancen bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen zu vergrößern.

Wer kann spenden?

Weltweit hat jeder von uns genetische Zwillinge – von denen man die Stammzellen erhalten kann. Umso mehr Menschen sich als Stammzellenspender registrieren, desto höher ist die Chance, passende Spender und Empfänger zusammen zu bringen. Das geht zum Beispiel über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, kurz DKMS. Grundsätzlich kann jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potentieller Stammzellenspender registriert werden. Alle Infos rund um die Spende finden Sie hier.

Was passiert danach?

Die DNA-Merkmale werden im DKMS-Labor analysiert und registriert. Wenn es eine Übereinstimmung mit einem Patienten gibt, meldet sich die DKMS bei dem Spender und organisiert nicht nur die Entnahme der Stammzellen, sondern kommt auch für Anfahrts - oder Unterbringungskosten auf. Weil das deutsche System weltweit mit Datenbanken vernetzt ist, können Spender und Patient aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt stammen. Unterschiedliche Gesetzeslagen führen dazu, dass nicht immer die Kontaktdaten ausgetauscht werden dürfen. Doch manchmal ist das möglich – wenn beide Seiten das wollen.

„Meine Zukunft ist morgen, weiter blicke ich im Moment nicht nach vorne“

Korel hat inzwischen seinen dritten Chemotherapie-Block hinter sich und ist inzwischen wieder zu Hause bei seiner Familie. "Er kennt schon die Ärzte und Schwestern im Kinder-UKE", sagt Lennart Kruse. Zwischendurch ginge es Korel auch mal richtig gut und er sei fast so fröhlich und wild wie früher. Aber große Zukunftspläne mache der Papa nicht. "Meine Zukunft ist morgen, weiter blicke ich im Moment nicht nach vorne." Aber durch den öffentlichen DKMS-Aufruf erfährt die Familie viel Zuspruch. "Und das hilft", sagt der Vater. (agi/nfi/nid)