Auch Katja Burkard und Soraya Lewe-Tacke haben es erlebt

Empty-Nest-Syndrom: Wenn Eltern leiden, weil ihre Kinder flügge werden

13. Oktober 2021 - 10:07 Uhr

Im Video: Katja Burkard mit Gespräch mit Sarah Connors Mama Soraya

Wenn die Kinder erwachsen werden und ausziehen, ist das für Eltern manchmal alles andere als einfach. Das haben auch RTL-Moderatorin Katja Burkard und Sarah Connors Mama Soraya Lewe-Tacke bereits erlebt. "Als meine Tochter zum Studieren nach Madrid gegangen ist, saß ich am Flughafen danach wirklich mit einem Heulkrampf", gesteht Katja Burkard. Soraya Lewe-Tacke kennt dieses Phänomen der Leere nach dem Auszug der Kinder – das sogenannte Empty-Nest-Syndrom – nur zu gut. Bereits sechs ihrer acht Kinder stehen bereits auf eigenen Beinen. Von der trubeligen Kinderschar leben heute nur noch die Teenager Mick und Lex zu Hause. "Es ist auch egal wer jetzt geht, oder der wievielte geht: Es tut immer gleich weh", so die Achtfach-Mama.

Im Video teilen die beiden Mütter erwachsener Kinder ihre Erfahrungen miteinander.

Ruth Marquardt: Es zerreißt Eltern innerlich, das Herz kann richtig schwer werden

Einen solchen Schmerz zu empfinden ist ganz normal, sagt auch die psychologische Beraterin Ruth Marquardt. "Wir tragen unsere Kinder im Herzen, wir sind ganz eng mit ihnen verbunden. Wir haben sie unterm Herzen getragen als Mütter." Wenn das Kind dann auszieht, bricht das Herz ein klein wenig. Und kann ganz plötzlich wehtun, in Momenten im Alltag, in denen es den Eltern eigentlich gut geht. "Unser Herz hat ein eigenes Gedächtnis. Unsere Gefühle sind was ganz anderes als unser Kopf. Ich will mir das dann mit dem Kopf schönreden: Ach, das ist alles gar nicht so schlimm, das wird schon cool. Und in Wirklichkeit zerreißt es uns innerlich. Wenn wir dann einen Moment nicht aufpassen und ein bisschen abgelenkt und ruhig sind, dann hat das Gefühl eine Chance nach oben zu kommen und dann kann das gut sein, dass das Herz richtig schwer wird."

Eltern sollten schauen: Woraus besteht das Leben noch? Was möchten sie mit sich anfangen? 

Eltern sollten dieses Gefühl zulassen. "Es tut allen Menschen gut zu sagen: Mir muss das ja gar nicht peinlich sein, dann leide ich halt", so Marquardt. "Wenn man mir was wegnimmt was ich 17 oder 20 Jahre betreut habe, wo ich genervt war, wo es anstrengend war und wild und zu laut und zu schmutzig – plötzlich fällt das alles weg, dann falle ich gefühlt in ein Loch und es darf sich auch erstmal so anfühlen." Dann sollten Mütter und Väter auf ihre Wünsche schauen. Was möchten sie eigentlich? Woraus besteht das Leben denn noch? Was möchten sie mit sich anfangen?

Ganz wichtig sei es, erklärt Marquardt, dass die Kinder verstehen: Wenn die Eltern leiden und traurig sind, "dass das kein Auftrag ist für sie ein schlechtes Gewissen zu haben oder irgendwas besser machen zu müssen."

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