700.000 Euro-Projekt

Eidechse sorgt für Ärger: Parkplatz-Ausbau in Ahlten gestoppt

Parkplatz-Ausbau in Ahlten gestoppt Eidechse sorgt für Ärger
03:22 min
Eidechse sorgt für Ärger
Parkplatz-Ausbau in Ahlten gestoppt

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von Christo Tatje und Metin Turan

Brutvögel, Fledermäuse, Feldhamster. Immer wieder verzögert der Fund geschützter Tierarten wichtige Bauprojekte. Jetzt hat die Zauneidechse den Zeitplan der Parkplatz-Erweiterung am Bahnhof in Ahlten in der Region Hannover gekippt. Was Befürworter und Gegner dazu sagen, sehen Sie im Video.

Baustopp spaltet die Gemüter in Ahlten

Eigentlich sollten am Bahnhof in Ahlten rund 60 neue Parkplätze entstehen. Doch die streng geschützte Zauneidechse, die hier lebt, legt das Projekt auf Eis. Und spaltet damit die Gemüter: „Ich finde die Eidechse wichtig“, sagt ein Anwohner bei einer RTL-Umfrage im Ort. „Wir können die ja nicht total ausrotten, wegen so ein paar blöden Parkplätzen.“ Das findet auch eine andere Passantin: „Ich denke mal, der Tierschutz hat in diesem Fall Vorrang.“ Ein anderer Anwohner hält dagegen: „Für uns Ahltener wäre es wichtig, dass wir hier neue Parkplätze bekommen, um die ganze Situation am Bahngelände zu entspannen.“

Zauneidechsen sind gefährdet

Die seltenen Zauneidechsen sind gefährdet. Ihre Lebensräume schrumpfen durch Landwirtschaft, Siedlungs -und Straßenbau. „Ein Drittel des Vorkommens der Zauneidechse weltweit liegt in Deutschland“, erklärt Frederik Eggers vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) im RTL-Interview. „Deswegen haben wir eine besondere Bedeutung für das Tier. Die Population ist stark rückläufig. In Niedersachsen sind sie gefährdet.“ Um die Bestände der Zauneidechse zu bewahren, müssen die Reptilien bei Baumaßnahmen auch mal umgesiedelt werden – so wie jetzt in Ahlten. Das Problem: Seit mehr als einem Jahr finden die Planerinnen und Planer für die Reptilien kein passendes neues Grundstück.

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„Es hat nicht geklappt, wie wir uns es vorgestellt haben“

700.000 Euro soll die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof in Ahlten kosten, so die Planung der Region Hannover. Der Bau-Aufschub jetzt soll den Steuerzahlern nichts extra kosten. Jan Vermöhlen vom Bund der Steuerzahler sieht das etwas anders: „Ob die Kosten eingehalten werden können, da bin ich ehrlich gesagt skeptisch“, sagt der Finanzexperte im RTL-Interview. „Gerade weil die Verzögerung in eine Zeit fällt, wo die Kosten gefühlt täglich in die Höhe schnellen.“ Dass sich der Bau um ein Jahr verschieben soll, stört auch Klaus Abelmann von der Region Hannover. „Es hat nicht geklappt, wie wir uns es vorgestellt haben“, gibt er im RTL-Interview zu. „Wie wollten dieses Jahr bauen und fertig werden. Aber wir sind optimistisch.“ Im kommenden Jahr soll gebaut werden. Ein halbes Jahr Zeit haben die Planerinnen und Planer der Region Hannover dafür noch. Der nächste Umsiedlungszeitpunkt der Eidechse ist im Frühjahr 2023.