Zum heutigen Welttag des Elefanten

Dieses Leid wird den Elefanten zugefügt

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12. August 2019 - 14:55 Uhr

Elefanten sind stark bedroht

Sie sind hochintelligent, extrem sozial und können sich für Jahrzehnte an Orte, Gerüche und Stimmen erinnern. Elefanten sind faszinierende Tiere - und müssen seit ewigen Zeiten durch den Menschen verursachtes Leid erfahren. Heute sind Elefanten in einigen Gebieten vom Aussterben bedroht. Zum heutigen Welttag des Elefanten zeigen wir, wie beeindruckend die sanften Riesen sind und warum sie unbedingt besser geschützt werden müssen.

Ein Elefant trinkt bis zu 150 Liter Wasser am Tag

Elefanten sind die größten Landsäugetiere der Welt. Sie werden etwa 3,30 Meter hoch und können sechs Tonnen wiegen. So viel Gewicht braucht auch eine Menge Nahrung: Ein erwachsener Elefant frisst jeden Tag bis zu 170 Kilo Grünzeug und trinkt bis zu 150 Liter Wasser.

Es gibt zwei Gattungen in der Familie der Elefanten: den Afrikanischen und den Asiatischen Elefanten. Beim Afrikanischen Elefanten wird zwischen dem Steppenelefanten und dem etwas kleineren Waldelefanten unterschieden, der in den Regenwäldern West- und Zentralafrikas lebt. Asiatische Elefanten haben kleinere Ohren und einen runderen Rücken als ihre afrikanischen Verwandten.

40.000 Muskeln im Elefantenrüssel

Elefantenbaby
Mit ihrem Rüssel trinken, tasten, greifen und riechen Elefanten.
© dpa, Jens Kalaene, jka wst

Ihr Rüssel besteht aus etwa 40.000 verschiedenen Muskeln. Er ist sehr beweglich und feinfühlig. Mit ihm riechen, trinken und tasten Elefanten, außerdem nutzen sie ihn zum Greifen und um mit anderen Tieren Kontakt aufzunehmen.

Elefanten legen weite Strecken von bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Meist sind sie gemächlich unterwegs, in Extremsituationen können sie aber bis zu 40 km/h schnell laufen. In der Natur werden sie bis zu 60 Jahre alt, tierische Feinde haben sie kaum. Ihre größte Bedrohung ist der Mensch, der jedes Jahr zehntausende Elefanten tötet. 

Ihre Stoßzähne werden bis zu 100 Kilo schwer

Bei Elefanten sind neben dem langen Rüssel vor allem die Stoßzähne markant. Sie sind eigentlich sehr stark verlängerte Schneidezähne, die das ganze Leben lang wachsen und bei alten Bullen bis zu 100 Kilo schwer werden können. Bei den Afrikanischen Elefanten haben sowohl Männchen als auch Weibchen Stoßzähne, bei den Asiatischen sind es nur die Männchen. Immer mehr Elefanten bilden mittlerweile aber gar keine Stoßzähne aus. Forscher vermuten darin einen Zusammenhang mit der extremen Wilderei. 

Denn die Stoßzähne sind heiß begehrt: Wilderer jagen und töten die Dickhäuter, um das kostbare Elfenbein ihrer Stoßzähne zu verkaufen. In vielen Gebieten sind Elefanten deshalb bereits ausgerottet. Der Tierschutzorganisation "ProWildlife" zufolge werden jedes Jahr alleine in Afrika etwa 20.000 Elefanten getötet - und laut WWF werden jedes Jahr 17 Milliarden Euro mit dem Handel von Elfenbein umgesetzt. 

Es gibt kaum noch Sumatra-Elefanten

Sumatra-Elefant im Regenwald
Der Sumatra-Elefant ist vom Aussterben bedroht.
© picture-alliance/ dpa, UPPA Dave Watts

Der Asiatische Elefant ist noch stärker gefährdet. Es gibt insgesamt nur noch etwa 45.000 Asiatische Elefanten. Vor allem der Sumatra-Elefant ist vom Aussterben bedroht. Neben den dort lebenden Orang-Utans, Tigern und Nashörnern stehen auch die Elefanten auf der indonesischen Insel vor der Ausrottung. Der WWF schätzt die Population auf lediglich 2.400 bis 2.800 Tiere. In weniger als 30 Jahren könnte der Sumatra-Elefant ganz verschwunden sein. 

Neben der Bedrohung durch Wilderer wird vor allem den Asiatischen Elefanten die Zerstörung ihres Lebensraumes gefährlich. Alleine auf Sumatra wurden zwei Drittel der Regenwälder in den vergangenen Jahren abgeholzt. Landwirtschaft und Bauprojekte zerstören die Gebiete, in denen die Elefanten wohnen. Immer mehr Straßen und Bahnlinien durchdringen die Wanderrouten der Tiere. Viele Elefanten werden dort durch Bahnunfälle oder Stromleitungen getötet oder direkt vom Menschen erschossen, vergiftet oder angezündet.

Elefanten werden in Zirkussen gequält oder für Touristen dressiert

In vielen asiatischen Ländern werden Elefanten als Symbole von Gottheiten verehrt. Dennoch werden sie seit Jahrhunderten eingefangen und für die Zwecke der Menschen ausgenutzt. Überall auf der Welt leben Elefanten in Zoos, in vielen Ländern werden sie in Zirkussen gequält oder als Reitelefanten dressiert, die Tag für Tag Touristen durch die Gegend schleppen müssen. Alleine in Asien leben Schätzungen zufolge rund 14.000 Elefanten in Gefangenschaft, meist unter extrem schlechten Bedingungen.

Rettungsvereine und Naturschutzorganisationen wie etwa "Pro Wildlife e.V.", die gegen Wilderei und Elfenbeinhändler kämpfen und Patenschaften für Elefanten vermitteln und "SOS Wildlife", die sich um misshandelte Dickhäuter kümmern, scheinen die letzte Chance zu sein, das Schicksal der Elefanten noch zu retten.

Video: So grausam sind Wilderer in Botsuana

Diese Bilder machen unfassbar traurig: Nachdem die Jagd auf Elefanten in Botsuana wieder erlaubt wurde, hat ein Dokumentarfilmer verstörende Bilder von einem gewilderten Elefanten gemacht. Mehr dazu im Video.