Regierung bereitet 3. Entlastungspaket vor

Energiepauschale und Co.: Diese Entlastungen kommen noch!

Diese Entlastungen gibt es schon So viel Ersparnis ist dabei drin
02:04 min
So viel Ersparnis ist dabei drin
Diese Entlastungen gibt es schon

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Das Jahr 2022 ist für die Deutschen teuer und wird vermutlich sogar noch teurer werden. Wegen gestiegener Preise bei Lebensmitteln, Sprit, Energie und Co. hat die Bundesregierung mehrere Entlastungspakete für Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht. Ein drittes Entlastungspaket soll auch bald kommen, Finanzminister Christian Lindner sieht dafür einen „unteren zweistelligen Milliardenbetrag für erreichbar“. In der „Rheinischen Post“ nannte der FDP-Chef dafür drei Prioritäten. „Erstens geht es um Bedürftige, zweitens um die arbeitende Mitte und drittens um die energieintensive Wirtschaft. Für jeden dieser drei Bereiche brauchen wir passende Instrumente.“

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte am Donnerstag betont, mit dem Entlastungspaket soll der große Druck, der auf vielen Bürgern und Unternehmen laste, gemildert werden. „Wie das Paket genau aussieht, besprechen wir vertrauensvoll in der Regierung. Die Gerechtigkeitsfrage ist entscheidend, damit das Land in dieser Krise zusammenhält.“

Der SPD-Parteivorstand schrieb am Abend auf Twitter, das dritte Entlastungspaket befinde sich in den „letzten Abstimmungen“.

Welche Entlastungen es für die Deutschen bereits gab, welche noch kommen und welche es laut Meinung von Experten geben sollte, lesen Sie hier.

Diese Entlastungen kommen noch

Immerhin: Die Mehrwertsteuer auf Gas wird für einen befristeten Zeitraum gesenkt – von 19 auf sieben Prozent. Damit soll die Bevölkerung bei der Gasumlage entlastet werden. Laut Bundeskanzler Olaf Scholz seien die Entlastungen somit höher als die Belastungen durch die Umlagen.

Lese-Tipp: Scholz: Mehrwertsteuer wird befristet gesenkt

Viele Bürgerinnen und Bürger blicken bei der Vielzahl an Entlastungen nicht mehr durch: Nur wenige (20 Prozent) geben laut aktuellem RTL/ntv Trendbarometer an, sie hätten einen genauen Überblick über die von der Bundesregierung beschlossenen und geplanten Maßnahmen. Die große Mehrheit, 78 Prozent, aber blickt nicht mehr durch.

Bei den ganzen Entlastungspaketen und Maßnahmen fällt es schwer, den Überblick zu behalten – vor allem weil die meisten der Maßnahmen bereits abgeschlossen bzw. auf unserem Konto gelandet sind. Ein paar wenige kommen aber noch. Hier ein Überblick:

Energiepauschale

Im September fließt nochmal Geld aufs Konto – und zwar bei allen einkommenssteuerpflichtigen Erwerbstätigen (Steuerklassen 1-5). 300 Euro Energiepauschale soll es einmalig geben. Allerdings unterliegt die Pauschale der Einkommensteuer. Das Geld soll vom Arbeitgeber als Zuschuss zum Gehalt im September 2022 ausgezahlt werden, bei Selbstständigen wird stattdessen die Steuer-Vorauszahlung gesenkt.

Alle Infos zur Energiepauschale und wie viel am Ende wirklich netto übrig bleibt, lesen Sie hier: Wie viel bleibt vom 300-Euro-Bonus netto übrig?

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Steuerentlastungen

Bei der Steuererklärung für das Jahr 2022 kann durch die Entlastungen der Bundesregierung nochmal einiges rausgeholt werden.

Folgende Anpassungen gab es:

  • Der Arbeitnehmerpauschalbetrag steigt um 200 Euro auf 1.200 Euro.
  • Die Entfernungspauschale für Fernpendler (ab dem 21. Kilometer) sowie die Mobilitätsprämie steigen auf 38 Cent.

Umfrage: Braucht es noch mehr Entlastungen?

Anmerkung der Redaktion: Ergebnisse unserer Opinary-Umfrage sind nicht repräsentativ.

Diese Entlastungen gab es schon

Nicht nur eins, sondern gleich zwei Entlastungspakete hat die Bundesregierung im Frühjahr wegen der stark gestiegenen Preise beschlossen. Die meisten Entlastungen sind bereits aktiv bzw. wurden im Sommer ausgezahlt. Einen Überblick darüber finden Sie hier:

9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket gehört sicherlich zu den beliebtesten Entlastungen. Für jeweils neun Euro im Monat kann in Deutschland zwischen Juni und August der öffentliche Nahverkehr genutzt werden.

Für die Bundesregierung war das Ticket ein „Riesenerfolg“ – Bundesverkehrsminister Volker Wissing: „Wir haben 21 Millionen Tickets zusätzlich zu den 10 Millionen Abonnenten verkauft. Das hat der ÖPNV lange nicht gesehen.“

Ob es deshalb ein Anschlussmodell - beispielsweise ein 365-Euro-Jahresticket oder einen 69-Euro-Monatsfahrschein gibt, ist noch nicht klar.

Lese-Tipp: Nachfolge für das 9-Euro-Ticket: Zum Ende des Jahres könnte es kommen!

Tankrabatt

Die Energiesteuer auf Kraftstoffe wurden ebenfalls im Zeitraum Juni bis August für drei Monate gesenkt. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Preissenkung an Kunden weitergegeben wird.

Mit dem Wegfallen des Tankrabatts im September rechnen Experten schon jetzt mit Preissteigerungen.

Lese-Tipp: Spritpreise sinken nicht mehr

Heizkostenzuschuss

Schon im ersten Entlastungspaket von Ende April hatte die Bundesregierung einen einmaligen Heizkostenzuschuss beschlossen. Beziehende von Wohngeld erhalten 270 Euro (bei einem Haushalt mit zwei Personen: 350 Euro, je weiterem Familienmitglied zusätzliche 70 Euro). Azubis und Studierende im Bafög-Bezug erhalten 230 Euro.

Alle Infos rund um den Heizkostenzuschuss finden Sie hier: Kabinett beschließt Heizkostenzuschuss: Sind Sie berechtigt?

Im Video: Wie zufrieden sind die Bürger mit den Entlastungen?

Wie zufrieden sind die Bürger mit (geplanten) Entlastungen? Heizkostenzuschuss, Tankrabatt oder Einmalzahlung
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Heizkostenzuschuss, Tankrabatt oder Einmalzahlung
Wie zufrieden sind die Bürger mit (geplanten) Entlastungen?

Abschaffung der EEG-Umlage

Schon seit dem 1. Juli entfällt die EEG-Umlage. Laut Bundesregierung sparen Haushalte damit bei den Stromkosten rund 6,6 Milliarden Euro.

Lese-Tipp: EEG-Umlage fällt weg: Muss jetzt der Stromzähler abgelesen werden?

Kindersofortzuschlag und Corona-Einmalzahlung

Auch der Kinder-Sofortzuschlag von monatlich 20 Euro wird ab dem 1. Juli ausgezahlt. Das Geld soll in der Hartz-IV-Grundsicherung rund zwei Millionen Kindern unter 25 Jahren zugutekommen. Auch einkommensschwache Familien außerhalb der Grundsicherung, die einen Kinderzuschlag erhalten, bekommen mehr Geld.

Auch die Corona-Einmalzahlung von 100 Euro wurde im Juli ausgeschüttet. Als Empfänger vorgesehen waren rund 4,8 Millionen Erwachsene in der Hartz-IV-Grundsicherung oder solche, die Leistungen aus der Grundsicherung für Ältere und Erwerbsgeminderte oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Die Einmalzahlung sollte dem Ausgleich von Mehraufwendungen aufgrund der Corona-Pandemie dienen.

Lese-Tipp: Kinderbonus: So erhalten Sie die 100 Euro zusätzlich

Einmalzahlungen

Im Rahmen des zweiten Entlastungspaketes gab es erneut Einmalzahlungen:

  • Für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen in Höhe von 200 Euro.
  • Für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld 1 in Höhe von 100 Euro.

Steuerentlastungen

Rückwirkend zum 1. Januar 2022 sieht das erste Entlastungspaket der Bundesregierung weitgreifende Steuerentlastungen vor:

  • Der Grundfreibetrag steigt um 363 Euro auf 10.347 Euro.
Lese-Tipp: Darum ist das Netto-Gehalt ab Juli höher

Ökonom fordert: 100 Euro Energiegeld pro Kopf pro Monat

Aus Sicht von führenden Ökonomen sollte wegen der stark steigenden Energiepreise dringend ein Entlastungspaket für Menschen mit geringen bis mittleren Einkommen auf den Weg gebracht werden. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sagt im RTL-Interview: „Ein wichtiges Instrument wäre beispielsweise ein Energiegeld von 100 Euro pro Kopf und pro Monat für Familien mit weniger als 5.000 – 6.000 € Monatseinkommen brutto. Das wäre zielgenau und eine ausreichende Entlastung, um Familien mit wenig bis mittleren Einkommen ausreichend zu entlasten.“

(khe)

100 Euro Energiegeld jeden Monat Fratzscher fordert:
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Fratzscher fordert:
100 Euro Energiegeld jeden Monat

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