Silke erzählt ihre Geschichte

Demenz mit 32 Jahren: So lebt es sich mit der Krankheit

13. September 2019 - 10:14 Uhr

RTL-Moderatorin Roberta Bieling trifft demenzkranke Silke

Silke Reiß Naumann leidet seit jungen Jahren an Demenz. Es ist eine heimtückische Krankheit, doch die mutige Frau lässt sich nicht unterkriegen. Unsere RTL-Moderatorin Roberta Bieling hat sie getroffen. Im Video erzählt Silke, was sie trotz aller Schwierigkeiten glücklich macht und wieder aufbaut.

Gehirn einer 70- bis 80-Jährigen

Silke merkte schon früh, dass irgendwas nicht mit ihr stimmte. Sie hatte ständig Kopfschmerzen, das Gefühl abwesend zu sein, und schnell konnte sie sich nicht mehr an die letzten Gespräche erinnern. Doch die Ärzte sagten, es seien nur die Nebenwirkungen vom Stress. Aber als Silke eines Tages einfach aus dem Nichts auf der Arbeit zusammenbrach, war klar, dass es nicht nur daran liegen konnte.

Nach zahlreichen Untersuchungen kam dann die Schock-Diagnose: Demenz mit gerade mal 32 Jahren. Der zuständige Neurologe sagte ihr, dass sie unter Gehirnschwund leide und ihr Gehirn dem eines 70- bis 80-jährigen Menschen ähnele. Zu diesem Zeitpunkt sagten die Ärzte Silke eine Lebenserwartung von nur noch 15 Jahren voraus.

Demenz-Diagnose mit 32 Jahren, doch Silke übertraf alle Erwartungen

"Ich dachte - bringe ich mich jetzt um oder nicht?", erzählt Silke. Ihre damals 13-jährige Tochter musste zu einer Pflegefamilie. Doch schnell beschloss Silke, dass sie kämpfen würde – für ihre Familie, für sich und für das Leben. Und es hat sich gelohnt.

Die vorausgesagten 15 Jahre Lebenserwartung hat Silke längst übertroffen, sich nochmal neu verliebt und eine zweite Tochter bekommen. Wie sie ihr Leben mit der heimtückischen Krankheit meistert, zeigen wir im Video.

Wenn die Demenz alles verändert

Durch eine Demenz wird alles anders. Die Krankheit verändert nicht nur den Betroffenen, sondern auch seine Mitmenschen. Je nach Ausprägung ist der Demenzkranke auf ständige Hilfe angewiesen und kann den eigenen Alltag kaum alleine meistern. Bei Demenz lässt nicht nur das Gedächtnis nach, sondern auch andere Fähigkeiten, wie zum Beispiel das Sprachvermögen – normale Gespräche sind kaum noch möglich. Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung.

Zudem sind manche Betroffene wie ausgewechselt: Sie können ihre Gefühle nicht kontrollieren, wandern herum, sind misstrauisch oder traurig. Viele verhalten sich teilweise aggressiv.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Leitlinien veröffentlicht, wie einer Demenzerkrankung vorgebeugt werden kann