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Del Hall setzt auf Bier statt Nahrung

Was taugt die Bier-Diät?

20. Februar 2021 - 9:15 Uhr

Del Hall nimmt in Fastenzeit ausschließlich Bier zu sich

Viele Menschen nehmen die Fastenzeit zum Anlass, um auf Alkohol zu verzichten. Nicht so Del Hall. Der Brauereibesitzer aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio macht es genau andersherum. Seit Aschermittwoch – und noch bis Ostern – nimmt er keinerlei feste Nahrung, dafür hauptsächlich Bier zu sich. Das macht er jetzt schon zum dritten Mal, aber diesmal nicht nur zum Fasten, sondern für einen guten Zweck,wie Sie im Video sehen.

Bleibt die Frage: Was macht eine Bier-Diät mit dem Körper ?

Schon im Mittelalter brauten die Mönche in der Fastenzeit Stark- oder Fastenbier

Während seiner Flüssig-Diät wird Del neben Bier auch Wasser, Kaffee und Tee trinken: "Ich werde drei bis fünf Biere pro Tag trinken. Es ist ja nicht so, dass ich ständig trinke", so Del. Für Abwechslung sollen dabei verschiedene Biersorten sorgen. "Wenn man seine Standard-Diät isst, wird es langweilig. Man isst ja auch nicht jeden Tag das Gleiche. Also werde ich definitiv nicht jeden Tag das Gleiche trinken", fasst der Miteigentümer der Starkbier-Brauerei "16 Lots Brewing Company" in Mason/Ohio seinen Plan zusammen.

Neu ist die Idee des Bier-Fastens nicht: Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts brauten Mönche in der Fastenzeit, als sie auf feste Nahrung verzichten mussten, das erste Fasten- oder Starkbier. Denn das sogenannte "Dünnbier", das in vielen Klöstern Deutschlands immer schon gebraut wurde, reichte in der Fastenzeit nicht aus, um den Hunger infolge des strengen Verzichts auf Nahrung zu stillen. Zudem galt damals der Leitspruch "Flüssiges bricht Fasten nicht". Und so brauten die Mönche kurzerhand ein Starkbier.

Dieses Starkbier enthielt und enthält bis heute deutlich mehr Zucker, der während der Gärung in Alkohol umgewandelt wird. Das erklärt, warum Starkbier nahrhafter ist und auch mehr Alkohol enthält – und zwar zwischen acht und elf Prozent. Zum Vergleich: Herkömmliches Bier enthält im Durchschnitt fünf Prozent Alkohol.

Aber ist die Bier-Diät gesund?

"Ob wir abnehmen oder nicht, hängt weniger davon ab, was wir essen, sondern vielmehr davon, wie viele Kalorien wir aufnehmen und wie viele wir verbrauchen", erklärt RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder. Grundsätzlich gilt: "Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrennen als er aufnimmt." So könne man durch den Verzicht auf feste Nahrung und die alleinige Zufuhr von Bier tatsächlich abnehmen. Dies sei laut der Expertin jedoch kein hinreichendes Argument für eine Bier-Diät.

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"Jede Form von einseitiger Ernährung birgt das Risiko eines Nährstoffmangels", erklärt Rieder. Auch wenn der Körper in der Lage ist, eine begrenzte Zeit von wenigen Tagen oder Wochen Nährstoffdefizite ohne nennenswerte gesundheitliche Folgen zu überstehen, wenn man sich ansonsten gesund ernährt, sei eine "Bier-Diät" doch noch einmal etwas ganz anderes. Vor allem das Suchtpotenzial, das eine tägliche Alkoholaufnahme über mehrere Wochen birgt, sei immens.

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Dauerhaft hoher Alkoholkonsum erhöht das Krebsrisiko

"Ich würde keinesfalls zu einer Bier-Diät raten", so Rieder. "Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) weist mit Nachdruck darauf hin, dass Männer nicht mehr als 20 Gramm Alkohol und Frauen nicht mehr als 10 Gramm Alkohol pro Tag aufnehmen sollten", erklärt die Ernährungsexpertin. 10 Gramm Alkohol steckten beispielsweise in einem Glas Bier oder Wein.

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Würden diese Grenzwerte eingehalten oder sogar unterschritten, wären zahlreiche Krebsfälle vermeidbar. "So zeigen Auswertungen der DGE, dass bei Männern 90 Prozent und bei Frauen 50 Prozent der alkoholbedingten Krebskrankheiten und Krebstodesfälle verhindert werden könnten", so Rieder weiter. Das seien etwa 720.000 Krankheitsfälle und 430.000 Todesfälle weltweit. "Daher ist es zur Krebsprävention am besten, möglichst gar keinen Alkohol zu trinken", fasst Rieder zusammen. Wer Alkohol jedoch in Maßen genieße und nach Möglichkeit an zwei Tagen pro Woche komplett auf Alkohol verzichte, könne das Risiko für negative Gesundheitsfolgen minimieren.

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Vorsorge ist besser als Nachsorge

"Besser als jede Diät ist ohnehin eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten, viel Wasser und wenig Fleisch- und Wurstprodukten", so Rieder. Auf diese Weise beuge man Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hohen Blutfettwerten am besten vor.

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