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Das sagen Deutschlands Top-Ökonomen zum Energie-Entlastungspaket der Ampel-Koalition

Kritische Einschätzungen

Das sagen Deutschlands Top-Ökonomen zum Energie-Entlastungspaket der Ampel-Koalition

Wie sinnvoll sind die Entlastungen? Ökonom im Interview
03:48 min
Ökonom im Interview
Wie sinnvoll sind die Entlastungen?

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Zur Entlastung der Verbraucher bei den Energiekosten will die Ampel-Koalition unter anderem den Benzinpreis befristet um 30 Cent pro Liter senken und eine Energiepreispauschale von 300 Euro zahlen. Wie sinnvoll die Entlastungen für Bürger im Einzelnen sind, schätzt der Ökonom Benedikt Herles im Video ein.

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Wirtschaftsweiser Achim Truger hält Paket für einen Kompromiss:

"Das Entlastungspaket ist ein klassischer Kompromiss, der für alle gesichtswahrend ist. Unter Anreizaspekten schädlich und wenig zielgenau ist die befristete Senkung der Mineralölsteuer. Da hat sich die FDP durchgesetzt, die damit offenbar für den Verzicht auf den Tankrabatt entschädigt wurde“, erklärt Top-Ökonom Achim Truger.

Bei allen anderen Punkten hätten sich aber offensichtlich SPD und Grüne durchgesetzt, so Wirtschaftsweiser Truger: „Das pauschale Energiegeld sowie der Kinderbonus können als schnell umsetzbarer Einstieg in das pauschale Klimageld aufgefasst werden, das zudem verbindlich auf den Weg gebracht wird. Das günstige 90-Tage-Ticket zur Stärkung des ÖPNV ist ökologisch sinnvoll. Sehr gut ist vor dem Hintergrund der drohenden Energiekrise auch der Fokus auf Energieeffizienz und Einsparungen."

Lese-Tipp: Ampel-Koalition: Deutsche sollen 300 Euro Energiepreispauschale bekommen

Clemens Fuest, Ifo-Institut:

Clemens Fuest
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts. Foto: Kay Nietfeld/dpa
deutsche presse agentur

"Das Pakt bedeutet eine Entlastung mit der Gießkanne und ist deshalb fiskalisch teuer und wenig zielgenau. Die Benzinpreissenkung ist ein Fehler. Positiv ist, dass sie eng befristet ist. Besser wäre es gewesen, kleine und mittelständische Unternehmen mit hohen Benzinkosten gezielt zu entlasten."

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Jens Südekum, Institut für Wettbewerbsökonomie Düsseldorf:

"Die gute Nachricht ist: der von der FDP vorgeschlagene Tankrabatt kommt nicht."
Jens Südekum: "Richtig ist das Instrument des Energiegeldes. Die einmaligen 300 Euro schaffen unmittelbare Entlastung. Da sie versteuert werden müssen, profitieren Geringverdiener tendenziell stärker davon!"
www.imago-images.de, imago images/Jürgen Heinrich, Jürgen Heinrich via www.imago-images.de

"Die gute Nachricht ist: der von der FDP vorgeschlagene Tankrabatt kommt nicht. Das wäre das schlechteste Instrument von allen gewesen. Die zeitweilige Senkung der Energiesteuern senkt auch den Benzinpreis und kommt damit allen, auch Hochverdienern mit großen SUV-Fahrzeugen, zugute. Aber diese Kröte musste die Koalition wohl schlucken, um den Tankrabatt zu verhindern.

Richtig ist das Instrument des Energiegeldes. Die einmaligen 300 Euro schaffen unmittelbare Entlastung. Da sie versteuert werden müssen, profitieren Geringverdiener tendenziell stärker davon. Hinzu kommen gezielte Hilfen bei der Grundsicherung oder den Heizkosten beim Wohngeld. Das geht insgesamt in die richtige Richtung: der Staat sollte nicht an den Preisen herum doktern und versuchen, Benzin oder Gas billiger zu machen. Leider werden wir mit dieser Putin-Inflation eine Weile leben müssen. Aber der Staat kann ganz gezielt denen helfen, die am stärksten unter den hohen Preisen zu leiden haben.

Positiv zu sehen ist die mittelfristige Einführung eines Energiegeldes. Der Staat schafft jetzt einen einfachen Verwaltungsweg, um Direktzahlungen an alle Bürger vornehmen zu können. Diesen Kanal werden wir noch brauchen." (Reuters/lwe)

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