Oft führt sie zu einer Fehl- oder Totgeburt

Das passiert bei einer vorzeitigen Plazentaablösung

Fötus in der Gebärmutter
© iStockphoto, iStock/magicmine, magicmine

28. Oktober 2020 - 13:16 Uhr

Fehlgeburt: Schock für US-Model Chrissy Teigen und ihren Mann

US-Model Chrissy Teigen und ihr Ehemann, der Popsänger John Legend, hatten alles getan, um das Leben ihres Kindes zu retten. Am Ende jedoch trat für sie der schlimmste Albtraum ein: Tagelang liegt Chrissy Teigen wegen starker Blutungen im Krankenhaus und bekommt sogar zwei Bluttransfusionen. Dann wurde es traurige Gewissheit: Das US-Model hat das ungeborene Baby verloren. Auf ihrem Instagram-Kanal teilt Chrissy ihren Schmerz mit der ganzen Welt. Der Grund für den dramatischen Verlust ihres dritten Kindes: eine verfrühte Ablösung der Plazenta.

Schwangerschaftskomplikationen: Chrissy Teigen und John Legend im Krankenhaus.
Schwangerschaftskomplikationen: Chrissy Teigen und John Legend gingen im Krankenhaus gemeinsam durch die Hölle, als es zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kam.
© CHRISSY TEIGEN via REUTERS, CHRISSY TEIGEN, /OLA

Die Plazenta transportiert Sauerstoff und Nährstoffe

Unter einer Plazentaablösung (Abruptio placentae) wird eine verfrühte Ablösung einer normal liegenden Plazenta von der Gebärmutterwand verstanden. Normalerweise sitzt die Plazenta im oberen Bereich der Gebärmutter, wo sie bis zur abgeschlossenen Entbindung fest mit der Gebärmutterwand verbunden ist. Die Plazenta transportiert den Sauerstoff und die Nährstoffe der Mutter zum Fötus.

In der Regel passiert es ab der 20. SSW

Die Ablösung der Plazenta geht in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche vonstatten. Sie kann sich dabei teilweise, manchmal nur zu 10 bis 20 Prozent, oder ganz ablösen. Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Bei den betroffenen Frauen können Blutungen und starke Unterleibsschmerzen auftreten, manche erleiden einen Kreislaufschock. Bei manchen Frauen zeigen sich keinerlei Symptome. Die Plazenta-Ablösung wird durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt.

Langsame Plazenta-Ablösung weniger gefährlich

Bei einer langsamen und nicht zu umfangreichen Plazenta-Ablösung ist es möglich, dass der Fötus nicht wie erwartet wächst (intrauterine Wachstumsretardierung) oder zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist (Oligohydramnion). Im Vergleich zu einer plötzlichen Ablösung verursacht eine allmähliche Ablösung weniger Schmerzen im Unterleib. Auch ist das Risiko eines Kreislaufschocks geringer. Es besteht dann jedoch ein höheres Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung.

Plötzliche Ablösung führt meist zum Tod des Kindes

Liegt eine plötzliche Ablösung der Plazenta mit einer starken Reduzierung der Sauerstoffversorgung vor, kann es zum Tod des ungeborenen Babys kommen. Eine vorzeitige Plazenta-Ablösung kann zudem insbesondere bei Schwangeren mit einer Präeklampsie zu ausgedehnten Blutgerinnseln in den Blutgefäßen, Niereninsuffizienz und Einblutungen in die Gebärmutterwand führen - und das bedeutet Lebensgefahr für Mutter und Kind.

Auch bei harmloseren Fällen meist Not-Kaiserschnitt nötig

Oft muss wegen einer Plazenta-Ablösung ein Not-Kaiserschnitt vorgenommen werden,
Oft muss wegen einer Plazenta-Ablösung ein Not-Kaiserschnitt vorgenommen werden,
© blackday (blackday (Photographer) - [None], iStock, blackday

Bei harmloseren Fällen kann es sein, dass die Patientin lediglich bestimmte Aktivitäten einstellen muss. Bei länger anhaltenden Blutungen, einem Fötus in Not oder am Ende der Schwangerschaft muss das Kind jedoch meistens so schnell wie möglich, meist per Kaiserschnitt, entbunden werden. Eine Ablösung der Plazenta erfolgt bei 0,4 bis 1,5 Prozent aller Schwangerschaften.

Risikofaktoren für eine Plazenta-Ablösung:

Zu den in der Medizin bekannten Risikofaktoren für eine Plazenta-Ablösung gehören:

  • Bluthochdruck und Präeklampsie
  • Konsum von Kokain
  • Fortgeschrittenes Alter
  • Vaskulitis oder andere Blutgefäßerkrankungen oder Gefäßveränderungen
  • ein starker Zug an der Plazenta durch eine zu kurze Nabelschnur oder Nabelschnurumschlingung
  • eine Ablösung der Plazenta bei einer früheren Schwangerschaft
  • Verletzung des Bauchraums durch Sturz oder Unfall
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Konsum von Tabak
  • eine Infektion des den Fötus umgebenden Gewebes
  • zu viel Fruchtwasser, das den Fötus umgibt
  • mangelhafte Versorgung der Plazenta mit Sauerstoff

Das sind die Symptome einer Plazenta-Ablösung

Die Symptome einer Plazenta-Ablösung hängen von der Stärke der Ablösung und der Menge des Blutverlusts ab, der unter Umständen erheblich sein kann.

Zu den Symptomen zählen:

  • plötzliche anhaltende oder krampfartige Unterleibsschmerzen
  • Druckempfindlichkeit beim sanften Drücken auf den Unterleib und
  • gefährlich niedriger Blutdruck

Manche Frauen zeigen aber auch keinerlei Symptome.

Je nach Lage treten bei der Frau Scheidenblutungen auf oder auch nicht. Wenn es zu Blutungen kommt, ist das Blut eventuell hell- oder auch dunkelrot. Die Blutungen können anhaltend oder gelegentlich auftreten.

Wie kann ich einer Plazenta-Ablösung vorbeugen?

Ein allgemein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und ausgewogener Ernährung begünstigt auch generell eine gesunde Schwangerschaft.
Ein allgemein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und ausgewogener Ernährung begünstigt auch generell eine gesunde Schwangerschaft.
© iStockphoto, iStock/DusanManic, DusanManic

Wirklich vorbeugen kann meiner vorzeitigen Plazenta-Ablösung nicht. Denn es ist für eine werdende Mutter selbstverständlich, dass sie auf Hochrisikofaktoren für das im Mutterleib wachsende Kind, wie Rauchen, Alkoholkonsum oder gar Drogeneinnahme, verzichten muss. Wenn ein anderer medizinischer Riskofaktor bekannt ist, sollte die ärztliche Kontrolle engmaschiger sein. Ein allgemein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft und ausgewogener Ernährung begünstigt auch generell eine gesunde Schwangerschaft.