Öffnung der Fruchtblase

Normaler und vorzeitiger Blasensprung - was ist der Unterschied?

13. November 2019 - 15:18 Uhr

Fruchtblase geplatzt: Was jetzt passiert!

Nach den ersten vier Wochen der Schwangerschaft umgibt Fruchtwasser das Kind in Ihrem Leib. Zum einen verwächst es so nicht mit der Fruchtblase, zum anderen bleibt das Kind geschützt. Irgendwann passiert es ohne Vorwarnung: Ihre Fruchtblase platzt und leitet die Geburt ein. Die Rede ist von einem Blasensprung, der, wenn er kurz vor oder während der Entbindung geschieht, normal ist. Anders verhält es sich, wenn die Fruchtblase früher reißt. Dann spricht man von einem vorzeitiger Blasensprung. Er birgt Gefahren für Ihre und die Gesundheit Ihres Kindes.

Symptome und Ursachen

Ein vorzeitiger Blasensprung äußert sich wie ein rechtzeitiger. Das rosafarbene Fruchtwasser entweicht Ihrer Scheide im Schwall oder tröpfchenweise. Für sie ist es wichtig, beim ersten Verdacht unverzüglich Ihren Arzt aufzusuchen oder Ihre Hebamme zu informieren. Er kann feststellen, ob Ihrer Scheide Urin oder Fruchtwasser entweicht. Eine mögliche Ursache für einen vorzeitigen Blasensprung ist eine instabile Eihaut. Blutungen während der Schwangerschaft oder eine Infektion sind in vielen Fällen verantwortlich für einen vorzeitigen Blasensprung. Gleiches gilt für vorzeitige Wehen, die den Druck auf die Fruchtblase erhöhen und auf diese Weise in der Lage sind, einen verfrühten Blasensprung zu verursachen.

Behandlung und Therapie bis zur 22. Schwangerschaftswoche

Während dieser Zeit ist Bettruhe Pflicht. Wiederholte Kontrollen gehören zur Tagesordnung. Zunächst erfolgt eine Untersuchung, ob bei Ihnen ein Amnioninfektionssyndrom (AIS) vorliegt. Dazu kontrolliert der Arzt Ihr Blutbild, die Temperatur und die Herzfrequenz. Liegt keine Infektion vor, erhalten Sie in der Regel Antibiotika, um dieser vorzubeugen. Es folgen regelmäßige Messungen der Fruchtwassermenge per Ultraschall und die Beobachtung des Fötus mittels Kardiotokografie (CTG), ein Verfahren zur simultanen Registrierung und Aufzeichnung der Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes und der Wehentätigkeit. In jedem Fall ist regelmäßige ärztliche Überwachung nötig. Bis zur 22. Schwangerschaftswoche ist der Arzt in der Lage, die Schwangerschaft zu unterbrechen, wenn er dies für notwendig hält.

Behandlung und Therapie nach der 23. bis zur 36. Schwangerschaftswoche

Reißt die Fruchtblase nach der 23. Schwangerschaftswoche, erhalten Sie wehenhemmende Medikamente. Weiterhin kann der Arzt die Geburt bei Vorliegen einer Infektion vorzeitig einleiten. Strenge Bettruhe und regelmäßige Kontrollen sind Pflicht. Vor allem die Lunge des Kindes steht im Fokus der Kontrollen. Nach der 34. Woche leitet der Arzt die Geburt binnen 24 Stunden ein. Liegt AIS vor, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein sofortiger Kaiserschnitt empfohlen wird. Ab der 36. Woche unternimmt der Arzt nichts, wenn keine Infektion vorliegt. Ihre Wehen setzen in der Regel zeitnah nach dem Platzen der Fruchtblase ein und die natürliche Geburt nimmt ihren gewohnten Lauf.

Folgen und Vorbeugung

Grundsätzlich können bei einem vorzeitigen Blasensprung Keime ungehindert in die Gebärmutter eindringen und eine Infektion auslösen. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass es zu einer Blutvergiftung kommt. Auch besteht das Risiko einer Frühgeburt, die viele Gefahren für Sie und Ihr Kind birgt.

Wenn Sie auf Alkohol und Tabak während der Schwangerschaft verzichten, tragen Sie einen Teil dazu bei, Ihre Schwangerschaft zu stabilisieren, sodass sie ohne Probleme verläuft.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.