Eingeschränkte Funktionsfähigkeit eines Organs

Gesundheitslexikon: Insuffizienz

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27. August 2019 - 13:15 Uhr

Was ist eine Insuffizienz?

Insuffizienz ist der medizinische Fachbegriff für eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit eines Organs oder eines Organsystems. Je nach Organsystem und Schweregrad der Funktionseinschränkung treten unterschiedliche Symptome auf. Beispiele für eine Insuffizienz sind:

  • Herzinsuffizienz
  • Niereninsuffizienz
  • respiratorische Insuffizienz (Insuffizienz des Atemsystems)
  • zerebrale Insuffizienz (Insuffizienz des Gehirns / Nervensystems)
  • chronisch-venöse Insuffizienz (Insuffizienz der Venen)
  • Leberinsuffizienz

Ursachen der Insuffizienz von Herz und Niere

Die häufigste Ursache der Herzinsuffizienz ist die Koronare Herzkrankheit (KHK). Es handelt sich dabei um eine chronische Erkrankung des Herzens, die durch eine Verkalkung der Herzkranzgefäße ausgelöst wird. Auch der Herzinfarkt, der arterielle Bluthochdruck und das Vorhofflimmern können eine Insuffizienz des Herzens herbeiführen. Ein Kreislaufschock bei Unfällen oder Operationen, eine Thrombose der Nierenarterien oder verschiedene Medikamente können hingegen eine Niereninsuffizienz bedingen. Weitere typische Ursachen der Niereninsuffizienz sind schwere Nierenentzündungen oder Abflussstörungen des Urins durch Tumore oder Harnwegsentzündungen.

Ursachen der Insuffizienz von Leber und Atemsystem

Eine Funktionsstörung der Leber, die bis hin zum Leberversagen reichen kann, wird in den meisten Fällen durch eine Leberentzündung (Hepatitis) hervorgerufen. Insbesondere die Hepatitis-Viren vom Typ B und E sind für diese schweren Entzündungen verantwortlich. Verschiedene Gifte wie beispielsweise Medikamente, Drogen oder Pilzgifte können das Lebergewebe ebenfalls bis hin zur Funktionsunfähigkeit schädigen. Eine Insuffizienz des Atemsystems wird hingegen eher durch Entzündungen der Lunge oder Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder chronische Bronchitis mit Lungenemphysem hervorgerufen.

Symptome einer Insuffizienz

Die Symptome hängen von der Lokalisation der Funktionseinschränkung ab. So äußert sich die Herzinsuffizienz unter anderem durch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Husten und Atemnot. Die Betroffenen sind nicht mehr so belastbar und weisen einen niedrigen Blutdruck auf. Kann die Niere das Blut aufgrund einer Insuffizienz nicht mehr ausreichend filtern, treten Beschwerden wie Juckreiz, Blutarmut oder Ödeme auf. Auch eine Stauung der Lunge sowie Magen- und Darmbeschwerden können die Folge einer Niereninsuffizienz sein. Leitsymptome der respiratorischen Insuffizienz sind hingegen Luftnot, Husten oder eine Blaufärbung der Haut.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Insuffizienz führt der Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese durch. Bei dieser systematischen Befragung des Patienten klärt er den genauen Gesundheitszustand ab und erfährt die gesamte Krankengeschichte. Die körperliche Untersuchung umfasst neben der Inspektion des Patienten auch die Palpation (Abtasten verschiedener Körperregionen) sowie die Auskultation, bei der der Arzt die entsprechenden Körperregionen mit dem Stethoskop abhört. Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie), Computer- oder Magnetresonanztomographie sowie das Röntgen liefern weitere Hinweise auf die Insuffizienz und die zugrundeliegende Krankheit.

Therapie und Vorbeugung einer Insuffizienz

Die Therapie hängt von der Art der Funktionsunfähigkeit ab. Patienten mit einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz benötigen eine Nierenersatztherapie. Die Herzinsuffizienz wird hingegen in der Regel medikamentös mit ACE-Hemmern, Beta-Blockern oder Herzglykosiden behandelt. Bei einer Herzinsuffizienz mit Herzrhythmusstörungen kann den Patienten ferner ein Schrittmacher implantiert werden. Mit regelmäßiger körperlicher Betätigung, einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sowie dem Verzicht auf Tabak und Alkohol lassen sich vielen Krankheiten vorbeugen, die eine Insuffizienz auslösen können. Eine sichere Prophylaxe ist aufgrund der Vielzahl der Ursachen dennoch nicht möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.