29. November 2018 - 15:45 Uhr

Ödeme: Was steckt hinter den Wassereinlagerungen?

Viele haben es schon am eigenen Leib erfahren, wie an heißen Sommertagen plötzlich Knöchel und Beine unangenehm dick anschwellen. In diesen Fällen handelt es sich um Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe, die meist von selbst wieder verschwinden. Dass hinter den Schwellungen aber auch ernstzunehmende Krankheiten stecken können, ist weniger bekannt.

Was sind Wassereinlagerungen?

Sammelt sich übermäßig viel Flüssigkeit im Gewebe oder im Bereich eines Organes an, so spricht man von einem Ödem. Dabei verändert sich der osmotische Druck der Zellen, sodass zu viel Flüssigkeit aus dem Blut- und Lymphsystem austritt. Schwangere kennen den beschwerlichen Wasserstau vor allem als Lymphödem, wenn Füße und Beine dick werden. Die Einlagerungen können allerdings auch durch Organerkrankungen entstehen und als Lungen- oder Hirnödem auftreten. Ebenfalls gefährlich sind Ödeme, die sich als Begleiterscheinung eines Thrombus entwickeln, beispielsweise als Beinvenenthrombose.

Ursachen für Wassereinlagerungen

Es gibt mehrere Ursachen für Einsickerungen in das Gewebe. Liegt eine einseitige Belastung vor (zu langes Sitzen oder Stehen), sacken Blut und Körperflüssigkeiten in die unteren Extremitäten ab. Auch nach einem Unfall entwickeln manche Menschen Ödeme, wenn Körperbereiche gequetscht wurden und folglich der Lymphfluss gestört ist. Bei einer Herzinsuffizienz, eingeschränkter Nierenfunktion, einer Leber- oder Schilddrüsenerkrankung können sich ebenfalls Wasseransammlungen in Armen, Beinen oder im Rumpf zeigen. Typisch sind Ödeme zudem, wenn während einer Krebsbehandlung wichtige Lymphknoten entfernt werden mussten.

Symptome

Typische Anzeichen sind das Anschwellen einzelner Körperpartien, beispielsweise eines Fußgelenkes. Doch können auch beide Beine – teilweise begleitet von beiden Armen – betroffen sein. Genauso kann es zu einer lokalen Ansammlung rund um ein einzelnes Augenlid oder an den Geschlechtsorganen kommen. Die Symptome sind meist mit einem Spannungs- und Druckgefühl sowie Hautkribbeln verbunden. Handelt es sich um organische Störungen, beispielsweise eine Herzerkrankung, treten begleitende Rhythmusstörungen auf. Die Symptome bei einer Nierenerkrankung zeigen sich in einem veränderten Blutbild, da hier vermehrt Eiweiße ausgeschieden werden.

Diagnose

Die offensichtlichste Diagnoseform ist das Überprüfen des Hautwiderstandes. Dabei wird ein Finger in das angeschwollene Gewebe gedrückt. Bleibt ein Abdruck zurück, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Ödem. Auch die Hautfärbung und das Auftreten von Spannungsfalten geben dem Internisten (Arzt der Inneren Medizin) einen Hinweis auf die Ausprägung der Flüssigkeitseinlagerung. Ferner kann ein Ödem mit Hilfe von Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen oder einer Computertomografie genauer lokalisiert werden. Bei einem starken Lymphödem kann ergänzend ein wasserlösliches Kontrastmittel injiziert werden, um den stockenden Lymphfluss mittels Magnetresonanztomografie besser aufzufinden.

Wassereinlagerungen vorbeugen und behandeln

Tauchen die Beschwerden im Rahmen von klimatischen Faktoren an heißen Sommertagen auf, tritt eine Verbesserung meist bereits dann ein, wenn Sie in der Nacht eine kühle Schlafstätte aufsuchen. Steckt allerdings eine kardiologische Erkrankung oder eine Nierenschwäche dahinter, so helfen ausschwemmende Medikamente (Diuretika). Handelt es sich um ein Lymphödem, so raten Ärzte zur Lymphdrainage. Um selbst vorzubeugen, helfen Wechselduschen und regelmäßige Bewegungseinheiten. Hilfreich kann es zudem sein, die Beine immer wieder hochzulegen und dem Blutkreislauf den Rückfluss zum Herzen hin zu erleichtern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.