Gesundheitslexikon: Zelle (in der Biologie)

29. November 2018 - 15:45 Uhr

Zellen als Bausteine des Lebens

Die Zelle ist eine biologische Einheit, die sich selbst erhalten kann. Jeder Organismus besteht aus einer oder mehreren Zellen. Bei Vielzellern übernehmen verschiedene Zellen unterschiedliche Aufgaben. Auch die Entstehung des Menschen nimmt als einzelne Zelle ihren Anfang – wenn das männliche Spermium mit der weiblichen Eizelle zur "Zygote" wird, aus dem sich der Embryo entwickelt. Biologische Zellen bestehen aus charakteristischen Einheiten: den Organellen, der Zellwand, den Ribosomen und dem Zellkern, welcher das gesamte genetische Erbgut enthält.

Welche Zellen gibt es?

Die Natur hat zwei Arten von Zellen hervorgebracht. Bei den "Prokaryonten", aus welchen beispielsweise Bakterien bestehen, handelt es sich um Zellen ohne Zellkern. Ihre innere Struktur ist außerdem weniger komplex als jene der "Eukaryonten", welche einen Zellkern haben. Sowohl alle Tiere als auch Pflanzen und Pilze bestehen aus dieser Zellform. Alle Zellen haben jedoch gemeinsam, dass sie grundlegende Kriterien für Leben erfüllen: Sie können sich durch Zellteilung vermehren und sind stoffwechselfähig. Nahezu alle Zellen im menschlichen Körper haben einen solchen Aufbau. Ein Spezialfall sind die Neuronen. Diese Zellform, die im Nervensystem zu finden ist, hat eine außergewöhnliche Größe, teilweise reicht sie vom Rückenmark bis weit in die Extremitäten hinein.

Wie sind die Eukaryonten aufgebaut?

Alle Eukaryonten gleichen sich weitgehend vom Aufbau her. Die Membran der Zelle ist der Schutz nach außen. Hier entscheidet sich auch, was in die Zelle hinein- und was aus ihr hinausgelangen kann. Dies wird über unterschiedliche chemische Potentiale innerhalb und außerhalb der Membran erreicht. Innerhalb der Zellmembran befindet sich das "Zytoplasma", in dem alle weiteren Bestandteile der Zelle schwimmen: "Zytoskelett", "Ribosomen", der Zellkern mit den Erbinformationen und die "Organellen". Zu den "Organellen" zählen unter anderem die "Mitochondrien", das "endoplasmatische Retikulum", "Lysosomen" und die "Viskel".

Wie entsteht Krebs?

Der Körper erneuert sich ständig durch Zellteilung, gesteuert durch unseren genetischen Code. Wenn sich allerdings Zellen aufgrund einer genetischen Mutation von selbst unkoordiniert zu teilen beginnen, bedeutet dies Gefahr. Denn so entstehen Tumore, welche bösartigen Krebs auslösen. Wenn diese malignen Zellen sich durch Teilung weiter verändern, können sie auch andere Gewebearten angreifen. In diesen Fällen spricht man von "Metastasen". Krebs wird häufig durch "Karzinogene" ausgelöst. Diese Stoffe werden beispielsweise über die Ernährung oder die Atmung aufgenommen und verändern den Zellkern. Krebs ist inzwischen nach Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zur zweithäufigsten Todesursache in allen westlichen Ländern geworden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei malignen Zellen?

Die Stammzellen sind eine ganz besondere Zellform, welche sich in den letzten Jahren zum Hoffnungsträger für die Eliminierung vieler Krankheiten entwickelt hat. Stammzellen sind in der Lage, sich in die verschiedensten Zelltypen ausdifferenzieren zu können. Der Mechanismus, der für diese besondere Eigenschaft verantwortlich ist, nennt sich "asymmetrische Zellteilung". Bereits heute wird die Stammzelltherapie zur Behandlung von Krebs eingesetzt. Man hofft, in der fernen Zukunft vielleicht sogar vollständige Organe aus den körpereigenen Stammzellen züchten und für die Transplantation nutzen zu können.