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Das 9-Euro-Ticket kommt: Darum ist die Urlaubsinsel Sylt davon wenig begeistert

Bahn nicht für den Ansturm gerüstet

Das 9-Euro-Ticket kommt: Auf Sylt hält sich die Freude in Grenzen

Mit dem 9-Euro-Ticket zur Nordsee Bahn, Tipp

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Für neun Euro mit dem Regionalverkehr kreuz und quer durch Deutschland fahren und den ÖPNV als Alternative zum Auto für sich entdecken. Klingt erst einmal gut - doch das 9-Euro-Ticket löst nicht nur Freude im nördlichsten Bundesland aus.

Urlaubsinsel ist im Sommer oft maximal ausgelastet

Das geplante 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr wird im Norden nicht nur positiv gesehen. Etwa auf der Insel Sylt machen sich Verantwortliche Sorgen, weil unter anderem die Strecke zwischen dem Festland und der Insel mit dem Nadelöhr Hindenburgdamm voraussichtlich noch stärker frequentiert sein wird als üblich. „Wir rechnen während des Aktionszeitraums mit erhöhtem Fahrgastaufkommen – sowohl in den Zügen der Marschbahnstrecke von Hamburg nach Sylt als auch in den Bussen auf der Insel“, sagte der Geschäftsführer der Sylt Marketing, Moritz Luft, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Da diese in den Sommermonaten zeitweise ohnehin schon an der Kapazitätsgrenze seien, „sehen wir die Insel nicht optimal (aus-)gerüstet für das 9-Euro-Ticket und den damit verbundenen zu erwartenden Ansturm“, so Luft. Er appellierte an Reisende, bei ihrer An- und Abreise möglichst auf Randzeiten auszuweichen und dabei auf die Reisezeitempfehlungen des Nahverkehrsverbundes Nah.SH zu achten.

Pendler haben Angst vor überfüllten Zügen

Auch Pendler, die täglich zu Tausenden auf ihrem Weg zur Arbeit von und nach Sylt auf die Bahn angewiesen sind, sehen das 9-Euro-Ticket eher kritisch. „Die Züge werden noch voller werden“, sagte der Sprecher der Pendlerinitiative, Achim Bonnichsen, der dpa. Da viele Pendler Kosten für Monatstickets von ihren Arbeitgebern erstattet bekämen, sei die finanzielle Entlastung für sie gar nicht so groß. Stattdessen würden die Züge voraussichtlich noch voller sein, was für zusätzliche Belastungen sorge – und das in Pandemiezeiten.

Bonnichsen Wunsch für die weitere Ausgestaltung des Tickets ist, dass für eine Entlastung zumindest in den Hauptverkehrszeiten keine Fahrräder und E-Bikes in den Zügen mitgenommen werden dürfen.

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Zusätzliche Züge und Personal nicht verfügbar

Vom 1. Juni bis 31. August sollen Fahrgäste mit dem von der Bundesregierung beschlossenen 9-Euro-Ticket besonders günstig unterwegs sein . Das Land Schleswig-Holstein und Nah.SH empfehlen Fahrgästen, im Sommer die besonders nachgefragten Zeiten möglichst zu meiden und auch Fahrräder möglichst Zuhause zu lassen.

In dieser Zeit einfach mehr Züge einzusetzen und so für Entlastung zu sorgen, ist indes nicht so einfach. „Bundesweit stehen alle Nahverkehrsakteure vor der Herausforderung, dass es kaum zusätzliche Fahrzeuge und vor allem kaum zusätzliches Personal gibt, um zusätzliche Bahnen und Busse fahren zu lassen“, sagte ein Sprecher von Nah.SH auf Nachfrage. „Schleswig-Holstein hat das getan, was möglich ist und für die Marschbahn zusätzliche Kapazitäten bestellt. Letztlich kann aber niemand vorhersagen, wann und wo es zu Überlastungen kommt.“

Ausfälle und Störungen "können wir uns im Sommer nicht leisten"

Auch Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) betonte, dass „mit einer Art Sommeroffensive Light“ mit neuen Doppelstockwagen für deutlich mehr Plätze auf der Marschbahn gesorgt werde. Er versicherte, dass im Land alle verfügbaren Fahrzeuge im Einsatz sein werden. „Im Sommer wird besonders wichtig, dass auch wirklich alles funktioniert. Ich bin sicher, dass die Bahnunternehmen alles unternehmen werden, um Verspätungen und Ausfälle zu vermeiden“, sagte Buchholz. „Tagelange Bahnübergangsstörungen oder Langsamfahrstellen können wir uns in diesem Sommer noch weniger leisten als sonst.“

Buchholz selbst wäre es lieber gewesen, wenn das 9-Euro-Ticket am 1. Mai gestartet wäre: „Weil wir mit Mai und Juni zwei Arbeitsmonate gehabt hätten. So ist es jetzt mehr ein Ferienticket geworden“, sagte er. Und keines, das primär Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder Schule entlaste. „Aber natürlich haben wir die Chance, Leute vom ÖPNV zu überzeugen, wenn die Qualität stimmt.“ (dpa/nfi)