Nach Erdrutschsieg für CDU in Schleswig-Holstein

Keine Feier nach Wahlsieg? Darum verließ der Ministerpräsident die Wahlparty früh

Nach dem Erdrutsch-Sieg der CDU in Schleswig-Holstein ist Daniel Günther bester Laune.
Nach dem Erdrutsch-Sieg der CDU in Schleswig-Holstein kann sich Daniel Günther den Koalitionspartner aussuchen.
RTL

Es ist nichts weniger als ein historischer Abend für die CDU in Schleswig-Holstein. Wohl mehr als 42 Prozent haben Ministerpräsident Daniel Günther das Vertrauen ausgesprochen. Das beste Ergebnis seit 40 Jahren. Und noch besser: Für seine Koalition aus CDU, Grünen und FDP haben insgesamt sogar zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler gestimmt. Eine Dreier-Koalition braucht Günther künftig wohl nicht mehr. Denn er kann sich aussuchen, mit welcher Partei er ein Zweier-Bündnis führen will.

Trotzdem war dem Wahlsieger heute erstmal nicht nach einer langen Partynacht zumute – doch das schien sich schnell zu ändern.

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Ausgelassene Stimmung bei der CDU

Unter „Daniel Günther, Ministerpräsident“-Rufen betritt der Wahlsieger um kurz nach halb sieben die Bühne auf der Wahlparty. Die Stimmung ist ausgelassen, denn schließlich ist es der erste Sieg für die CDU seit dem Wahldebakel bei der Bundestagswahl. „Die Wählerinnen und Wähler haben heute für Schleswig-Holstein eine eindeutige Entscheidung getroffen. Daran kann es keinen Zweifel geben “, so Günther. Er bedankte sich für einen Wahlkampf und auch für den „enormen Vertrauensbeweis“. Es berühre ihn sehr, dass er persönlich ein so gutes Ergebnis errungen habe.

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Wer wird Koalitionspartner?

Für ihn sei aber klar, dass das Wahlergebnis auch für die gute Zusammenarbeit in der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP stehe. Schon vor der Wahl hatte Günther angekündigt in diesem Bündnis weiterregieren zu wollen. In welcher Konstellation es künftig weitergeht ist noch völlig offen: „Es ist für mich vollkommen klar, dass wir nach diesem Abend mit beiden Koalitionspartnern Gespräche führen werden.“

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Der wiedergewählte Ministerpräsident machte aber auch klar, dass es keinen Stillstand in seinem Bundesland geben werde. „Das heißt natürlich auch, dass, wenn man einen solchen Regierungsauftrag bekommt, dass wir jetzt in den nächsten fünf Jahren hart arbeiten werden.“

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Günther, das Partytier

Lauten Applaus gab es, als sich der Wahlsieger als Partytier outete. Er bitte um Verzeihung, wenn er nicht allzu lang auf der Wahlparty bleiben könne, so Günther. „Aber nachdem ich gestern mit der Jungen Union bei der Erstwählerparty noch bis halb 3 gefeiert habe … ich ziehe das zurück. Wir haben natürlich nicht gefeiert, sondern Wählerinnen- und Wähleransprache gemacht“, sagte Günther und erntete dafür zahlreiche Lacher.

Doch bei Günthers Vorhaben, den Abend ruhig ausklingen zu lassen, bleibt es nicht. Gegen 22 Uhr kehrt der Ministerpräsident auf seine Wahlparty zurück und feiert ordentlich seinen Wahlsieg – mit an seiner Seite: Monika Heinold (Bündnis 90/ Die Grünen) und Bernd Buchholz (FDP).

Es ist dieser Stil, der ihn in Schleswig-Holstein so beliebt macht. Das musste auch sein Herausforderer Thomas Losse-Müller von SPD einsehen. "Wir sind gegen einen der beliebtesten Ministerpräsidenten der Bundesregierung angegangen. [...] Wir konnten mit unseren Themen und unseren Ansätzen nicht wirklich durchkommen."

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Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Carsten Linnemann sieht das ähnlich. "Das müssen Sie erstmal schaffen, bei einem Bundestrend von 26 Prozent, die 40 Prozent zu holen. Respekt an Daniel Günther! Das zeigt, die Menschen sehnen sich nach Persönlichkeiten.“

(sst)

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