Arzt bringt Anti-Corona-Kaugummi auf den Markt

"Covidgum": Mit Kaugummi gegen Corona

17. Dezember 2021 - 12:27 Uhr

Kaugummi-Idee nach eigener Erkrankung

Im Sommer 2020 erwischt es ihn selbst: Dr. Florian Pfab, Leiter der medizinischen Abteilung der Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt, erkrankt an Corona. "Als ich dann in Quarantäne war, hatte ich viel Zeit mich mit dem Thema zu beschäftigen und habe überlegt, wie ich bei der Virusbekämpfung einen Beitrag leisten kann", so Dr. Pfab. Mundspüllösungen mit einem stark antiseptischen Wert sind damals hoch eingeschätzt. Und Lösungen, die die Keimzahl auf Oberflächen reduzieren. Pfab transportiert die Eigenschaften der Lösungen auf ein anderes Produkt. Und rund anderthalb Jahre später ist nun sein Anti-Corona-Kaugummi auf dem Markt – das "Covidgum".

Wie hoch ist die Wirksamkeit von Covidgum?

Dr. Florian Pfab, Leiter der medizinischen Abteilung der Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt
Dr. Florian Pfab, Leiter der medizinischen Abteilung der Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt.
© RTL

In einer Fallreihe wurden Personen untersucht, die an Corona erkrankt waren und somit die Viruslast in sich trugen. Dabei wurde die Ausatemluft jeweils 15 Minuten vor und nach dem Kauen des Kaugummis untersucht. Danach wurde immer wieder über einen Zeitraum von drei Stunden die Covid-19-Viruslast bestimmt.

Mit einem positiven Ergebnis: In einer Pilotstudie wurde erhoben, dass bei allen Patienten die Viruslast 15 Minuten nach dem Kauen um 90 Prozent zurückgegangen ist. Bei der Hälfte der Patienten war sogar zu verschiedenen Messzeitpunkten nach dem Kauen überhaupt keine Viruslast mehr nachweisbar. "Durch das Kauen setzt man antivirale Wirkstoffe frei und der gesamte Atembereich wird damit benetzt", sagt Virologe Dr. Martin Stürmer, der selbst die Ergebnisse der Studie gegengecheckt hat. "Dementsprechend hat man in der Ausatemluft tatsächlich eine niedrigere Viruslast, wenn man denn mit dem Virus infiziert ist."

Covidgum als Zusatzschutz

Durch diese Reduktion der bestehenden Viruspartikel kann das Risiko einer Übertragung der Viren verringert werden. Ist zum Beispiel eine Person unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert, besteht die Möglichkeit, dass sie durch das Kauen des Kaugummis andere Personen nicht auch noch ansteckt. Dr. Florian Pfab betont aber auch: "Das Kaugummi ist eine Ergänzung zu den sonstigen Hygienmaßnahmen und es ist wichtig zu betonen, dass es erst recht nicht eine Impfung ersetzt." Seit wenigen Tagen ist der erste antivirale Kaugummi in einigen Frankfurter Apotheken und deutschlandweit online zu kaufen. Eine Packung enthält 30 Kaugummis und kostet 9,90 Euro.