Nebenwirkungen nach Coronavirus-Infektion

Ärzte warnen: Delta-Variante führt zu Gangrän und Taubheit

Inzwischen verlangsamt sich das Infektionsgeschehen in Indien.
Inzwischen verlangsamt sich das Infektionsgeschehen in Indien.
© imago images/NurPhoto, Mayank Makhija via www.imago-images.de, www.imago-images.de

11. Juni 2021 - 9:57 Uhr

Indische Ärzte warnen vor neuen Folgen einer Covid-Erkrankung

Indische Ärzte behaupten, dass die hochansteckende Delta-Variante (B1.617.2) bei Menschen durch Blutgerinnsel zu Hörverlust und Gangrän, dem Absterben von Gewebe durch eine länger andauernde Durchblutungsstörung, führen kann. Laut Medienberichten habe Indien zuletzt einen Anstieg solcher Fälle registriert.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de und rund um die Uhr im Stream auf n-tv +++

Arzt: Patienten mussten Körperteile amputiert werden

Dass die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus leichter übertragbar und gefährlicher ist als andere Mutanten, ist bereits bekannt. Ärzte warnen seit Monaten davor. Nun bereiten Berichte aus Indien über bisher unbekannte Nebenwirkungen Sorge. Laut der britischen "Daily Mail" wurden zunehmend Fälle von Gangrän und Taubheit bei Patienten nach einer Infektion mit der Delta-Variante registriert. Dr. Ganesh Manudhane aus Mumbai berichtet von mehreren Patienten, die er in den vergangenen zwei Monaten behandelt habe. Einem Patienten sei der Finger, einem anderen der Fuß amputiert worden. "Wir vermuten, dass es an der neuen Virusvariante liegen könnte", zitiert ihn die "Daily Mail" am Dienstag.

Gangrän ist eine Erkrankung, bei der lebendes Gewebe durch eine schwere Durchblutungsstörung abstirbt und anfängt zu faulen. Dabei könne sich an der betroffenen Stelle eine dunkle, bläuliche Farbe bilden.

Indischer Arzt: Das Coronavirus ist unberechenbar

Das Auftreten neuer Symptome mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie zeige, wie unberechenbar das Virus sei, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den indischen Arzt Dr. Abdul Ghafur. Er ist Experte für Infektionskrankheiten am Apollo-Krankenhaus in Chennai (Indien). "Wir brauchen mehr wissenschaftliche Untersuchungen, um analysieren zu können, ob diese neueren klinischen Entdeckungen mit B.1.617 in Verbindung stehen oder nicht", so Ghafur.

In Großbritannien, wo die Delta-Variante inzwischen vorherrschend ist, seien solche "extrem seltenen Fälle" von Gangrän bislang nicht gemeldet worden, schreibt die "Daily Mail". Allerdings gäbe es Fallberichte von plötzlich einsetzender Taubheit, wie das Fachjournal "BMJ Case Reports" berichtet. Nach einem Forschungsbericht der Universität Manchester erlitten 7,6 Prozent der Covid-19-Patienten einen Hörverlust. Schwindel verspürten 7,2 Prozent, ein Tinnitus trat sogar bei 14,2 Prozent auf. Wenn dieser Effekt nicht sofort behandelt werde, könne er dauerhaft sein, warnen die Ärzte. Allerdings müssten noch Studien zeigen, wie sich eine Coronainfektion langfristig auf das Gehör auswirken kann. Bisher waren Begleiterscheinungen wie "Schwarzer Pilz" aus Indien bekannt.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Podcast: Wir gegen Corona

10 Fakten zur Corona-Impfung

Für viele Menschen rückt der erste Corona-Impftermin immer näher. Aber noch sind viele Fragen offen und täglich kommen neue hinzu. Wann kann ich mir einen Termin machen? An wen kann ich mich für einen Impftermin wenden? Worauf müssen Menschen mit Krebserkrankung und Schwangere achten? Darf ich mir meinen Wirkstoff selbst aussuchen und muss ich nach der Impfung die AHA-Regeln beachten? Sollte ich mich impfen lassen, obwohl ich schon Corona hatte? Diese und mehr Fragen beantworten wir in unserer Web-Story hier. (mor)

Auch interessant