Endstadium einer Durchblutungsstörung

Gesundheitslexikon: Gangrän

Die Gangrän ist in der Regel ein deutlich begrenzter und schlecht heilender Gewebeschaden.
© iStockphoto

13. August 2019 - 11:40 Uhr

Gangrän - gefährliches Absterben von Gewebe

Ein Krankheitsbild, das besonders bei Diabetikern oft auftaucht, ist die Gangrän. In drei unterschiedliche Hauptarten unterteilt, birgt sie für den Patienten teilweise hohe Risiken, sofern keine sofortige Behandlung durchgeführt wird.

Was ist eine Gangrän?

Bei einer Gangrän handelt es sich vereinfacht dargestellt um das Absterben von Gewebe. Begründet wird dies aufgrund von Durchblutungsstörungen. Am häufigsten steht das Krankheitsbild in Verbindung mit Diabetes und dem sogenannten "diabetischen Fußsyndrom". Es gibt drei Hauptarten der Gangrän: trockene und feuchte Gangrän sowie Gasbrand. Da typischerweise Gewebe dabei schrumpft, sich verfärbt und abstirbt, erklärt sich der Name der Krankheit aus der griechischen Herleitung - "fressende Wunde". Die betroffenen Körperstellen sind besonders anfällig für Infektionen und Bakterien.

Ursachen einer Gangrän

Aufgrund der unzureichenden Blutversorgung der betroffenen Stellen, zumeist Extremitäten, gelangt zu wenig Sauerstoff ins Gewebe. Dies kann seine Ursache in verschiedenen Krankheiten haben. Hierbei kommen die arterielle Verschlusskrankheit oder die "dialektische Mikroangiopathie" infrage. Auch Einfrierung oder bakterielle Infektionen können die Durchblutung negativ beeinflussen. Daraus resultiert, dass selbst bei kleinen Verletzungen Keime in den Körper eindringen können. Entzündungen von Knochen und Weichteilen können die Folge sein. Die trockene Gangrän resultiert zumeist aus dem Wasserverlust im Gewebe wegen schlechter Blutversorgung. Der trockenen Gangrän und dem Gasbrand liegen oft Bakterien zugrunde.

Symptome einer Gangrän

Die Hauptsymptome sind trockene Haut, Schwellungen und rote Hautflecken. Grundsätzlich geht das Krankheitsbild allerdings auch mit Schmerzen einher und kann bis zum septischen Schock führen. Abhängig von der Art der Gangrän kommt es bei der trockenen Variante zu Schrumpfungen und lederartigen Eintrocknungen von Haut und Gewebe. Verfärbungen sind ebenfalls möglich. Die feuchte Art weist flüssige und weiche Strukturen der betroffenen Gewebebereiche auf und zeigt Rötungen sowie Verfärbungen. Neben Schmerzen kommt es teilweise zu fauligen Gerüchen. Beim Gasbrand sind Verfärbungen, Blasenbildungen und Ablösungen immanent. Auch das Anschwellen aufgrund von Gasbildung im Gewebe ist möglich.

Wie kann eine Gangrän diagnostiziert werden?

Durch das äußere Erkennen von Verfärbungen, Ablösungen der Haut, Rötungen und Eintrocknungen lässt sich ein erster Verdacht begründen. Beim Gasbrand knistert der angeschwollene Gewebeteil bei Druckausübung. Die Wahrnehmung des fauligen Geruchs kann ein weiteres Anzeichen für eine Gangrän sein. Des Weiteren sollte das Krankheitsbild allerdings durch ein klinisches Bild und den Nachweis bestimmter Erreger im Körper eruiert werden. Aufgrund der erhöhten Gefahr für die Gesundheit der Patienten empfiehlt es sich bei Gasbrand und feuchter Gangrän, sofort mit der Therapie zu beginnen.

Behandlung und Therapie sowie Möglichkeiten der Vorbeugung

Besonders Gasbrand und die feuchte Variante von Gangrän sollten umgehend behandelt werden, um ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Abhängig vom befallenen Bereich sind im schlimmsten Fall nur noch chirurgische Möglichkeiten wie die Amputation möglich. Im Anfangsstadium kommen die chirurgische Entfernung bestimmter Gewebeteile oder das Verabreichen von Antibiotika in Betracht. Die Gliedmaßen sollten grundsätzlich ruhiggestellt werden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Madentherapie, durch die Wundbeläge und befallenes Gewebe entfernt werden. Vor allem gefährdete Patienten wie Diabetiker sollten auf gute und ausreichende Durchblutung sowie bereits leichte Fußverletzungen achten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.