Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit

Gesundheitslexikon: Diabetischer Fuß

Ein diabetisches Fußsyndrom tritt bei etwa 15 Prozent aller Diabetiker auf
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11. Juli 2019 - 10:22 Uhr

Diabetischer Fuß - eine typische Folgeerkrankung

Beim diabetischen Fuß handelt es sich um eine chronische Wunde des Fußes, die aus einer Komplikation mit Diabetes mellitus resultiert. Das Krankheitsbild gilt als schlecht heilbar. Es ist das häufigste Syndrom, das in Verbindung mit der Zuckerkrankheit einhergehen kann. Circa 15 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Laufe des Krankheitsverlaufes den dafür symptomatischen Fuß. Allein in Deutschland sind etwa eine Million Menschen davon betroffen. Im gravierendsten Fall (0,1 Prozent aller Erkrankten) kann es zu Nekrosen oder Brüchen des knöchernen Fußgewölbes kommen. Auch Amputationen können hierdurch erforderlich werden.

Ursachen eines diabetischen Fußsyndroms

Als häufigste Ursache gilt die Durchblutungsstörung in dem betroffenen Areal. Auch Nervenschädigungen, die mit dem allgemeinen Verlauf von Diabetes mellitus einhergehen können, erhöhen das Risiko für einen diabetischen Fuß. Durch das verminderte Schmerzempfinden wird die Schmerzschwelle ausgeweitet. So können Wunden leichter entstehen und unbemerkt bleiben. Auch unsachgemäße Fußpflege kann zum Entstehen des Krankheitsbildes beitragen. Des Weiteren können Zerstörungen der knöchernen Strukturen zum diabetischen Fuß führen.

Diabetischer Fuß: Symptome

Es gibt viele Anzeichen, die auf einen diabetischen Fuß verweisen. In den meisten Fällen weist die Haut an der involvierten Stelle Veränderungen auf. Sie kann rosig, außergewöhnlich warm oder trocken sein. Es kann zu einem Taubheitsgefühl kommen. Auch Symptome wie beispielsweise Kribbeln oder Brennen in den Füßen können auftreten. Nachschmerz ist keine Seltenheit - durch Umhergehen erfahren viele Betroffene eine temporäre Linderung. Des Weiteren kann die Erkrankung die Bildung von Nagelpilzen forcieren. Zugleich können die Nägel verdicken. Auch Wadenschmerzen und bleibende Druckstellen können entstehen.

Diabetischer Fuß: Anzeichen und Warnsignale

Zunächst erfolgt eine ausgiebige Anamnese durch den behandelnden Arzt. In vielen Fällen reicht eine optische Untersuchung aus, um einen diabetischen Fuß auszumachen. Weiteren Aufschluss können klinische Untersuchungen liefern. Hierfür wird eine Untersuchung des Blutbildes vorgenommen. Auch eine Doppler-Sonographie oder Angriographie dient der Diagnosestellung. Transkutane Messungen und Abstriche, die für eine mikrobiologische Untersuchung vonnöten sind, können ebenfalls zum Diagnoseplan gehören.

Therapie: mehrere Maßnahmen sind nötig

Der diabetische Fuß lässt sich mithilfe der Schulmedizin nicht vollständig auskurieren. Stattdessen liegt der Schwerpunkt der Behandlung im Debridement (Wundreinigung und Entfernung von avitalem Gewebe) der offenen Wunde. Hierzu gehören das Säubern und das Entfernen von nekrotischen und fibrösen Belägen. Auf intensive Desinfektionsmittel sollte verzichtet werden - diese können eine weitere Reizung der eigentlichen Wunde verursachen. Auch Kochsalzverbände können Linderung verschaffen und den Prozess verlangsamen. Hierbei ist auf einen regelmäßigen Wechsel zu achten. Auch Druckentlastungen sind zwingend erforderlich.

Diabetischen Füßen, die auf einer arteriosklerotischen Schädigung beruhen, kann mit einer Wiederherstellung der Blutversorgung entgegengewirkt werden. Infektiös geprägte Wunden können mit der Einnahme von Antibiotika eingedämmt werden. Letztlich ist das Ziel der Therapie, eine Amputation des Fußes zu vermeiden. Somit soll dem Patienten eine bessere Lebensqualität erhalten bleiben.

Prävention: Diabetiker müssen besonders gut auf ihre Füße achten

Obgleich es kein Patentrezept gegen das Entstehen eines diabetischen Fußes gibt, können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Jeder Diabetiker sollte seine Füße in regelmäßigen Abständen auf etwaige Verletzungen kontrollieren. Des Weiteren empfiehlt sich eine akribische Fußpflege. Auch eine Diabetikerschulung kann eine sinnvolle Unterstützung darstellen und die potenzielle Erkrankung ins Bewusstsein der Betroffenen rufen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.