Oft sind die Nägel der großen Zehen betroffen

Gesundheitslexikon: Nagelpilz

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22. Oktober 2019 - 9:48 Uhr

Was ist ein Nagelpilz?

Nagelpilz oder Onychomykose ist eine Pilzinfektion der Finger- und Fußnägel. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken.

Ursachen

Verantwortlich für die Nagelmykose sind meist Fadenpilze oder Sprosspilze (Dermatophyten), seltener Schimmel- oder Hefepilze. Diese Pilze kommen häufig vor: Bei Untersuchungen fanden Mediziner bei fünf bis zwölf Prozent der Europäer Dermatophyten in den Nägeln. Wärme und Feuchtigkeit begünstigen eine Infektion mit Fadenpilzen. Die Nägel infizieren sich entweder direkt oder über das Nagelbett. Bestimmte Stoffwechsel-Erkrankungen oder Störungen des Immunsystems erhöhen das Risiko, an Fußpilz zu erkranken. Diabetiker oder Menschen mit anderen Nagel-Erkrankungen (Nagelekzemen oder Nagelpsoriasis) tragen ein größeres Risiko, eine Nagelmykose zu bekommen. Nach einer längeren Antibiotikatherapie steigt das Risiko einer Erkrankung ebenfalls.

Symptome

Es lassen sich vier Arten von Nagelpilz unterscheiden. Die häufigste ist die distolaterale subunguale Onychomykose. Die Erkrankung beginnt meist in einer Ecke des Finger- oder Fußnagels und breitet sich dann aus. Da die Pilze vor allem die unteren Schichten des Nagels schädigen, wird der Nagel brüchig und verfärbt sich gelblich. Manchmal blättert auch die Oberfläche des Nagels ab. Die weiße superfizielle Onychomykose befällt nur die oberen Nagelschichten, die sich weißlich verfärben. Der Befall beginnt oben am Nagel und breitet sich bis zum Nagelbett aus. Dann infiziert sich jeder neu nachwachsende Nagel erneut mit dem Pilz. Eine weitere Form des Nagelpilzes, die proximale subunguale Onychomykose, schädigt die Nagelwurzel und führt zu deutlich sichtbaren Formveränderungen des Nagels. Sie ist in der Lage, die Nagelwurzel so stark zu beschädigen, dass der Nagel nie wieder nachwächst. Die durch Hefepilze der Art Candida hervorgerufene Hefe-Onychomykose befällt vor allem Fingernägel, die sich gelblich verfärben und sich manchmal sogar vom Nagelbett lösen.

Diagnose

Bei einem Verdacht auf Nagelpilz suchen Sie am besten umgehend einen Arzt auf. Die Krankheit ist zwar nicht gefährlich, aber in manchen Fällen langwierig zu behandeln. Der Arzt stellt unter dem Mikroskop schnell fest, ob ein Pilzbefall vorliegt. Dann legt er eine Kultur an, um zu bestimmen, welcher Pilz der Verursacher ist.

Behandlung

Das Behandeln einer Nagelpilz-Infektion dauert je nach Stärke des Befalls recht lange an. Ist der Befall oberflächlich und betrifft nicht mehr als die Hälfte des Nagels, behandeln Mediziner die Erkrankung äußerlich mit Lack-Tinkturen* und Nagellacken*, die Antimykotika enthalten. Bei Befall der Nagelwurzel sind Sie gezwungen, Tabletten oder Kapseln mit dem Medikament einzunehmen.

Zusätzlich verschreiben Ärzte oft Salben, die die oberen Schichten des Nagels auflösen. Diese Behandlung legt die Pilzsporen frei. Das Antimykotikum tötet diese schließlich ab. Der gleiche Effekt lässt sich erzielen, indem der Arzt mit einer Fräse die oberen Nagelschichten entfernt. Es ist erforderlich, die Medikamente so lange anzuwenden, bis der Nagel gesund nachwächst. Das dauert unter Umständen bis zu sechs Monate.

Vorbeugung

Da Nagelpilze in feucht-warmem Milieu gut gedeihen, laufen Sie in Hotels, öffentlichen Schwimmbädern und Saunen am besten nicht barfuß herum. Handtücher, Socken, Bettwäsche und Badematten waschen Sie bei Temperaturen über 60 °C Grad oder kochen sie aus. Wählen Sie gut passende Schuhe und tragen Sie sie nicht jeden Tag. Socken wechseln Sie nach Möglichkeit täglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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