Auch die Tierheime hadern mit dem veränderten Alltag

Werden wegen des Coronavirus jetzt mehr Tiere abgegeben?

Das Coronavirus hat auch auf den Alltag in den Tierheimen großen Einfluss.
© dpa, Thomas Frey, tfr fie kno

26. März 2020 - 19:34 Uhr

Tierheime leiden extrem unter Corona-Krise

Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff. Schulen, öffentliche Einrichtungen, Restaurants und zahlreiche Unternehmen sind geschlossen. Die Folgen sind enorm - und für viele Betriebe sind auch die finanziellen Einbußen existenzbedrohend. Auch Tierheime leiden gerade extrem unter den Folgen der Corona-Krise: Sie wurden für den Publikumsverkehr geschlossen und können derzeit praktisch keine Tiere vermitteln, haben keine Einnahmen und Spenden bleiben aus. Im Gegenteil: Derzeit kursieren Gerüchte, dass die Tierheime sogar immer voller werden, weil Tierbesitzer ihre Schützlinge aus Angst vor einer Corona-Infektion abgeben. Stimmt das wirklich?

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Wurden wegen Corona mehr Tiere im Tierheim abgegeben?

In den vergangenen Tagen gab es gerade in den sozialen Medien immer wieder Berichte, dass Tierbesitzer ihre Schützlinge aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus nun vermehrt im Tierheim abgeben. In seiner täglichen Instagram-Live-Sendung hat "Hundeprofi" Martin Rütter mit Bernd Schinzel, dem Leiter des Tierheims Köln-Dellbrück gesprochen. Dieser kann das Gerücht glücklicherweise nicht bestätigen: "Das höre ich von vielen Seiten. Wir hatten bisher aber keinen einzigen Anruf, keine Mail - kein Mensch will aus diesem Grund sein Tier abgeben."

Tatsächlich gibt es bisher keinerlei Hinweise darauf, dass Hunde und Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen bergen: "Es gibt aus wissenschaftlicher Sicht bislang keinen Grund, Heimtiere aus Angst vor Ansteckung auszusetzen oder ins Tierheim abzugeben", sagt auch Dr. Stefan Hetz, Biologe und Fachreferent Heimtiere beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF).

Auch im Tierheim Köln-Dellbrück melden sich derzeit allerdings viele Menschen und bitten um Ratschläge und Tipps zum Umgang mit ihrem Haustier in Corona-Zeiten, wie Bernd Schinzel erzählt. 

Tierheime brauchen gerade dringend Unterstützung

"Corona ist das Thema Nummer 1 und begleitet uns auch im Tierheim 24 Stunden am Tag", erzählt Bernd Schinzel im Gespräch mit Martin Rütter. Im Tierheim Köln-Dellbrück wechseln sich derzeit zwei Teams im Zwei-Schichten-System bei der Versorgung der vielen Schützlinge wochenweise ab. Untereinander dürfen die Teams keinen Kontakt haben, um eine potentielle Ansteckung zu verhindern. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Hunde, Katzen und Kleintiere trotz der Corona-Krise möglichst lange versorgt werden können.

Für den Publikumsverkehr ist das Tierheim derzeit geschlossen, die Vermittlung von Tieren stagniert fast völlig. Deshalb ist es gerade dringend auf Hilfe angewiesen - "auch, wenn die Zeit dafür gerade kritisch ist", wie Bernd Schinzel weiß.

Tierheime kann man derzeit am besten durch Geld- und Futterspenden unterstützen.

Coronavirus verändert auch den Hunde-Alltag

Auch der Alltag unserer Hunde wird durch das Coronavirus gerade völlig durcheinandergebracht. Wie Hundebesitzer da gegensteuern können, verrät "Hundeprofi" Martin Rütter im Video. Wie man das Gassi gehen jetzt umgestalten kann, erfahren Sie hier. 

Im Video: Alles, was Sie zum Coronavirus wissen müssen

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