Strengere Regeln in Nordrhein-Westfalen

Polizei rechnet mit aggressiveren Impfgegnern

Eingang einer Gaststätte mit dem Hinweis auf 3G-Regel
Die Polizei rechnet damit, dass Impfgegner bei Corona-Kontrollen aggressiver auftreten (Symbolbild).
chs, dpa, Hannes P. Albert

Gewerkschaft der Polizei erwartet Konflikte bei Corona-Kontrollen

Nur wer geimpft oder genesen ist, darf noch ins Restaurant, und fürs Busfahren ist mindestens ein negativer Test nötig: Ab nächster Woche gelten in Nordrhein-Westfalen strengere Corona-Regeln. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW rechnet damit, dass Impfgegner aggressiver werden und die Konflikte bei Kontrollen zunehmen.

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Einige Veranstalter könnten auf Impfgegner abzielen

"Klar ist: Diese Maßnahmen werden nicht konfliktfrei ablaufen," sagte der GdP-Landesvorsitzende Michael Mertens der "Rheinischen Post" (RP). "Die, die sich bislang verweigern, werden durch diese Drucksituation jetzt lauter und aggressiver."

Mertens geht auch davon aus, dass "Veranstalter, die gerade auf diese Klientel abzielen, lascher kontrollieren werden". In solchen Fällen sei aber eine klare Haltung des Staates nötig, sagte er der Zeitung. Einrichtungen müssten im Zweifelsfall auch geschlossen werden.

Gewerkschafter fordert höheren Kontrolldruck

Als Schlüssel zum Erfolg betrachtet der Gewerkschafter einen höheren Kontrolldruck. "Erst wenn es ein Entdeckungsrisiko gibt, macht eine Maßnahme überhaupt Sinn. Was für die Polizei "eine besondere Herausforderung" sei, "weil das normale Leben ja weitergeht – beispielsweise die Begleitung von Fußballspielen", zitiert ihn die RP.

Verdi: Kommunen können 2G und 2G plus kaum flächendeckend kontrollieren

Eine Aufgabe, die nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi von Kreisen, Städten und Gemeinden nur schwer zu schultern ist. "Die Kommunen sind anhand ihrer Personalsituation in den Ordnungsdiensten kaum in der Lage, 2G und 2G plus flächendeckend zu kontrollieren. Für Massenkontrollen sind sie personell nicht aufgestellt, sagte Gewerkschaftssekretär Martin Nees dem Blatt.

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Nordrhein-Westfalen verschärft Corona-Regeln

Bei Veranstaltungen im Freizeitbereich gilt in Nordrhein-Westfalen demnächst flächendeckend 2G, wenn die Sieben-Tage- Hospitalisierungsinzidenz zwischen 3 und 6 liegt (Freitag: 4,03). Wer Bus oder Bahn fahren will, muss einen negativen Corona-Test vorlegen oder geimpft oder genesen sein (3G).

In den Verkehrsmitteln solle stichpunktartig, aber regelmäßig kontrolliert werden, erklärte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst gegenüber dem WDR. "Stichprobe heißt ja nicht: Wir drücken alle mal ein Auge zu und keiner kümmert sich drum, sondern Stichprobe heißt: Du musst jederzeit damit rechnen, dass kontrolliert wird." Darüber hinaus sollten die Geldstrafen erhöht werden. (bst)