Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson

Vektor- und mRNA-Impfstoffe: Wo liegen eigentlich die Unterschiede?

In Deutschland sind zwei Impfstofftypen zugelassen.
In Deutschland sind zwei Impfstofftypen zugelassen.
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12. Mai 2021 - 9:13 Uhr

So wirken die Impfstoffe gegen Corona

Die derzeit zugelassenen Impfstoffe gegen Corona unterscheiden sich darin, wie sie im Körper einen Schutz gegen das Virus aufbauen. Während es sich bei den Impfstoffen von Biontech und Moderna um mRNA-Impfstoffe handelt, basiert der von Astrazeneca und Johnson&Johnson beispielsweise auf einem anderen Prinzip. Bei ihm handelt es sich um einen Vektor-Impfstoff. Aber was ist eigentlich der Unterschied?

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So wirkt der Vektorimpfstoff

Damit der Körper lernen kann, wie er ein Virus abwehrt, muss er zunächst lernen, wie das Virus aussieht. Unser Immunsystem erkennt das Coronavirus vor allem an seinen Spike-Proteinen an seiner Hülle.

Bei Vektor-Impfstoffen werden für den Menschen harmlose Viren verabreicht, die sogenannten Vektoren. Diese sind im Menschen nicht oder nur sehr begrenzt vermehrungsfähig. Ziel ist es, dass die Zellen das Spike-Protein nachbauen und der Körper so den Bauplan des Coronavirus kennenlernt. Sobald wir mit den Antigenen des Krankheitserregers in Kontakt kommen, baut unser Immunsystem eine Abwehr gegen den Erreger auf.

Vektor-Impfstoffe sind nicht neu: Diese Art von Impfstoff ist bereits gegen das Dengue-Fieber oder Ebola zugelassen.

Wie funktioniert ein mRNA-Impfstoff?

Die Abkürzung mRNA steht für messenger-Ribonukleinsäure, oder Boten-RNA. Bei dieser Variante wird kein Virus als Transportmittel gebraucht. Diese Impfstoffe bestehen aus der genetischen Information für einen oder mehrere bestimmte Bestandteile der Viren, im Fall des Coronavirus das Spike-Protein. Mithilfe winziger Fetttröpfchen wird die Bauanleitung des Spike-Proteins in den Körper gespritzt. Immunzellen, die vorbeikommen, erkennen dieses Protein, reagieren darauf und bilden Antikörper. Wenn dann das Coronavirus SARS-CoV-2 in den Körper eindringt, ist sein Hüllenprotein schon bekannt und es liegen Antikörper dagegen vor, die uns vor Corona schützen.

Der Unterschied zwischen Vektorimpfstoff und mRNA-Impfstoff ist vor allem, wie die Informationen zur Herstellung des Stücks Virushülle in die körpereigenen Zellen kommt- entweder über Nano-Partikel (mRNA) oder über ein ungefährliches Virus (Vektor).

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Welcher Impfstoff ist wirksamer?

Die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zeigen eine Wirksamkeit nach vollständiger Impfung von 95 Prozent. Das bedeutet, dass sie 95 Prozent aller Ansteckungen verhindern. Die beiden Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson weisen eine Wirksamkeit von jeweils 80 und 65 Prozent auf, wobei der Impfstoff von Johnson&Johnson nach einer möglichen Ansteckung in 75 Prozent der Fälle einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung verhindert, AstraZeneca sogar zu 100 Prozent.

Bereits nach der ersten Impfung zeigt sich schon ein nennenswerter Schutz gegen eine Ansteckung. Allerdings besteht der Impfschutz nicht unmittelbar nach der Impfung. Bei Biontech müssen 7 Tage abgewartet werden, bei Moderna und Johnson&Johnson 14 und bei AstraZeneca 15 Tage.

Lese-Tipp: Die Top-Corona-Impfstoffe im Vergleich.

In welchen Abständen müssen die Impfstoffe verabreicht werden?

Der Impfstoff von Johnson&Johnson muss nur einmal verimpft werden. Biontech und Moderna sollten in einem Abstand von 6 Wochen verabreicht werden und AstraZeneca mit einem Abstand von 12 Wochen. (jar)