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Corona-Auffrischung: Für wen ist der zweite Impf-Booster wichtig?

Vierter Piks dank Sommerwelle?

Corona-Auffrischung: Für wen ist der zweite Impf-Booster wichtig?

 Impfung der Bewohner und des Pflegepersonals gegen das COVID-19 Virus mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer in der Altenresidenz Dominus VI. Alcala de Henares, 04.01.2021 COVID-19 Impfung *** Vaccination of residents and caregivers against the C
Eine zweite Auffrischungsimpfung empfiehlt die Stiko aktuell nur für bestimme Personengruppen. Aber was ist mit den anderen?
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Die Zahl der Corona-Infektionen steigt und der Impfschutz lässt so langsam aber sicher bei vielen nach. Daher hat der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen eine Überprüfung der Empfehlungen zu Booster-Impfungen gefordert. „Ich halte es vor dem Hintergrund neuer wissenschaftlicher Daten für dringend erforderlich, dass wir in Deutschland die Empfehlungen zur zweiten Auffrischungsimpfung noch einmal prüfen und gegebenenfalls rechtzeitig ausweiten“, sagte er der „Rheinischen Post“. Wie er das begründet und für wen eine zweite Booster-Impfung wichtig ist.

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STIKO empfiehlt zweite Auffrischungsimpfung nur für bestimmte Personengruppen

Janosch Dahmen
Janosch Dahmen fordert ein erneutes Überprüfen der Empfehlungen für Corona-Booster-Impfungen.
deutsche presse agentur

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte bereits, dass er eine neue Corona-Welle auf uns zu rollen sehe und dieser Sommer anders sei, als die vorherigen. Hoffnungen auf den traditionellen Sommereffekt verpuffen damit. Als Grund dafür gibt er die Omikron-Untervariante BA.5 an, die sich rasend schnell verbreitet und jüngst in Portugal für hohe Ansteckungszahlen gesorgt hat.

Heißt: Alle Altersgruppen haben nun wieder ein erhöhtes Risiko, sich mit Corona zu infizieren. Gleichzeitig problematisch: Viele Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus’ sind bereits weggefallen.

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Laut Dahmen sollen daher Menschen, die jünger als 70 Jahre sind und gerade diejenigen mit Risikofaktoren, schon vor dem Herbst ein weiteres Impfangebot sowohl gegen Corona als auch gegen Influenza bekommen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den zweiten Booster bislang jedoch nur für Teile der Bevölkerung, unter anderem für

  • Menschen ab 70 Jahren,
  • Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen sowie
  • Menschen mit Immunschwäche.
Für Menschen, die nach der ersten Auffrischimpfung eine Corona-Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die Stiko keine zweite Booster-Impfung, wie „ntv“ berichtet.

Vierte Impfung: Kaum Effekt bei jüngeren Erwachsenen

Ihre Empfehlung begründet die Stiko damit, dass „aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach der ersten Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt.“ Für Menschen ab 70 Jahren sei das bedeutsam, da sie das höchste Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung haben. Und was ist mit den Jüngeren?

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Daten einer Studie aus Isreal, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden, zeigen, dass eine vierte Dosis eines mRNA-Impfstoffs bei jungen und gesunden Erwachsenen nur „geringfügigen Nutzen“ mit sich bringe. Probanden, die eine vierte Biontech-Impfung erhielten, hatten ein um 30 Prozent geringeres Infektionsrisiko als Geimpfte mit drei Dosen. Probanden mit einer Viertimpfung von Moderna hatten lediglich ein um 18 Prozent geringeres Infektionsrisiko, so „ntv“.

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Warten auf einen angepassten Impfstoff?

Wenn gerade Menschen unter 70 Jahren ohnehin keine Booster-Empfehlung bekommen und das Virus sich mit seinen verschiedenen Varianten stets weiterentwickelt, macht es dann nicht Sinn, auf einen angepassten Omikron-Impfstoff zu warten – trotz steigender Zahlen? Sowohl Moderna als auch Biontech meldeten bereits erste Erfolge eines entsprechenden Omikron-Vakzins. Aber: Lauterbach rechnet frühestens im September damit – bis dahin habe BA.5 das Infektionsgeschehen in Deutschland ohnehin dominiert, wie Experten vermuten. Und ob die angepassten Impfstoffe auch gegen diesen Omikron-Subtypen wirken, lässt sich bislang nicht eindeutig sagen.

Dennoch ist klar: Ältere und immungeschwächte Menschen sollten sich – wie eben auch von der STIKO empfohlen – noch einmal boostern lassen und sich somit die zweite Auffrischungsimpfung abholen. Dies geht bei den Hausärzten, Betriebsärzten, mobilen Impfteams, in Impfzentren oder Apotheken. (dpa/vdü)

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