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Bushido gegen Arafat Abou-Chaker - Ex-Kumpel: Bushido ist ein Schauspieler

Versicherungsbetrug, Prostituierte und Affären

Ex-Kumpel behauptet vor Gericht: "Bushido macht allen was vor, er ist ein Schauspieler"

Prozess gegen Berliner Clanchef
Ein ehemaliger enger Freund Bushidos belastet den Rapper in seiner Aussage vor dem Berliner Landgericht schwer.
deutsche presse agentur

Von Samina Faizi und Remzi Karga

Tag 67 im Prozess Anis „Bushido“ Ferchichi (43) gegen Arafat Abou-Chaker (46). Ein ehemals bester Freund und Angestellter Bushidos behauptet nun als Zeuge vor Gericht Dinge, die den Rapper in diesem Prozess belasten könnten. Es geht um Drogen, Versicherungsbetrug, Prostituierte, Affären, Schwarzgeld und mehr.

Alkohol, Drogen und wilde Nächte

 Berlin - Prenzlauer Berg Bushido buergerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi, auch bekannt unter dem Pseudonym Sonny Black.10 Jahre Kiss Cup - Promis kicken fuer den guten Zweck in der Max Schmelling Halle Berlin am 23.Juni 2017. *** Berlin Prenzlaue
Anis Mohamed Youssef Ferchichi alias Bushido
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Im März 2014 eröffnet der damals 37-Jährige Bushido den Aquaristik-Laden "Into the Blue", verkauft dort exklusive Zierfische. Doch ein richtiges Händchen für die Tiere soll der Rapper nicht gehabt haben - das behauptet der heutige Zeuge Steven K.

Dem Rapper sollen regelmäßig Fische weggestorben sein, woraufhin er seinem damaligen Stammkunden Steven K. offenbar einen Job anbot. Der Zeuge soll im Gegensatz zu Bushido gewusst haben, wie man Fische „artgerecht“ hält. 1900 Euro brutto soll Steven K. für die Arbeit im Geschäft verdient haben. Aus der Geschäftsbeziehung soll binnen kurzer Zeit eine Freundschaft entstanden sein. Steven zieht sogar zu Bushido in die Straße, die beiden reisen gemeinsam um die Welt: Costa Rica, Malediven, Kanada, Türkei, USA. Bei den gemeinsamen Reisen soll Bushido immer die Kosten übernommen haben: „Er hat dann immer gesagt: Wir machen das als Geschäftsreise. Ich kann dich absetzen. Mir war das manchmal unangenehm“, erklärt Steven K. vor Gericht.

Unangenehm soll Steven K. auch Bushidos Umgang mit Frauen gefunden haben: „ Er führt ein Doppelleben. Das merkt man an den Kindern und seiner Frau. Er hat sich zum Beispiel als wir im Urlaub waren die eine oder andere Prostituierte genommen. Ich war dann auch bei den Telefonaten mit seiner Frau dabei. Da hat er sich verstellt. Er ist ein Schauspieler“, sagt Steven K.

Der Zeuge behauptet: Ein Mal seien Bushido und Anna Maria mit einer braunen Nike-Tüte mit fast 1 Million Euro bei ihm vorbeigekommen

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Im Prozess geht es auch um den angeblichen Einbruch in Bushidos Aquariumgeschäft. Im November 2014 zeigte der Rapper bei seiner Versicherung einen Schaden in Höhe von 360.000 Euro an. Doch nach ersten Ermittlungen tauchten bei den zuständigen Ermittlern Zweifel auf, die am Ende zu einem Verfahren führten. Damals wurde der Berliner Rapper wegen versuchten Betrugs zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Zuge der Verhandlung erzählt der Zeuge außerdem, wie er Bushios Verhältnis zu Geld einschätzen würde. Es fallen Sätze wie: „Der ist sehr geldgeil“. Ein Mal seien Bushido und Anna Maria mit einer braunen Nike-Tüte mit fast 1 Million Euro bei ihm vorbeigekommen. Er, seine Freundin und das Ehepaar Ferchichi hätten zwei Stunden lang Schwarzgeld gezählt. Der Zeuge sei verblüfft gewesen, hätte nie zuvor so viel Geld gesehen. Daraufhin fragt der Vorsitzende Richter auf das Schwarzgeld bezogen nach: „Aber das musste doch weiß werden?!“ „Ja, aber das hat er einfach im Keller versteckt. In so einer Tüte. Einmal hat er 300.000 Euro rausgenommen für einen Autohandel,“ sagt Steven K. weiter: „Bushido hat erzählt, dass er 45 Clubshows hat und dafür 40.000 Euro kriegt. Da hab ich gedacht: super: Das ist ja mehr als mein Jahresgehalt.“

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deutsche presse agentur

Regelmäßig sollen Bushido und seine Clique, darunter Rapper Samra, Sary Hassan und Ehefrau Anna Maria, die Wohnung des Zeugen für Partys und Zusammentreffen belagert haben. Eine Art Stammtisch, erzählt Steven K. dem Richter. Man habe bis in den Morgen unter Einfluss von Alkohol und Drogen in der Wohnung des Zeugen gefeiert. Bushido habe nur die „Joints“ gedreht, doch Anna Maria soll auch gerne daran gezogen haben, erzählt der Berliner. Irgendwann sei es aber Steven K. und seiner Freundin zu viel geworden. Als sie Bushido und Anna Maria nach mehr Privatsphäre fragten, soll Bushido diesen Wunsch nicht weiter ernst genommen haben: „Ich meinte dann zu Anis, können wir nicht mal einen Tag Pause machen? Aber er meinte nur: Das schafft ihr schon!“

Der Zeuge sagt aus, dass Bushido die Treffen immer in seiner Wohnung stattgefunden hätten, weil die Kinder des Ehepaares Ferchichi nicht bemerken sollten, dass Anna Maria kiffe. „Ich hab ja alles aufgegeben für ihn und war drei Jahre lang nur noch mit ihm unterwegs,“ sagt Steven K. aus. Bis es im Frühjahr 2017 zu einem Streit kommt. Der Grund sollen 5.000 Euro gewesen sein, die bei der Abrechnung im Aquaristik-Laden gefehlt haben sollen. Doch nicht Steven K. soll das Geld entwendet haben, sondern dessen Kumpel, der ebenfalls im Geschäft ausgeholfen haben soll. Steven K. vor Gericht: „Der ganz große Bruch kam, als er meinen Kumpel entlassen hat. Da kam er in den Laden und hat gesagt: Sieh zu, dass die 5.000 Euro zurückkommen, sonst sag ich Arafat Bescheid und der bricht euch alle Knochen.“

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Weihnachten 2017 soll Steven K. seine Kündigung erhalten haben. Angeblich, nachdem seine Freundin nicht wie gewünscht mit Anna Maria feiern gehen wollte: „Bushido sagte zu mir: Du kannst dich bei deiner Frau bedanken. Ich will mit euch nichts mehr zu tun haben.“

Das Ende der Blitz-Besten-Freundschaft: Eigenen Aussagen zufolge soll er noch 2015 vom Rapper eine Rolex – seinen großen Wunsch – zu Weihnachten geschenkt bekommen haben. Gut zwei Jahre später sucht er sich schnellstmöglich eine andere Wohnung und ist froh nicht mehr in Bushidos Kreisen zu verkehren.

Wie enttäuscht der Zeuge von seinem Ex-Best-Buddy wirklich ist, wird an der Fülle von Vorwürfen deutlich. Er erzählt viele Details, die in Bushidos Schilderung ganz anders klingen und ihn am Ende sogar unglaubwürdig erscheinen lassen.

Am 20. April wird der Prozess fortgeführt. Ein Urteil wird für den 29. Juni erwartet.

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