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Geldwäsche

Über die Geldwäsche (§ 261 StGB) werden Illegal erwirtschaftete Gelder in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingeschleust, um selbige "reinzuwaschen".

Geldwäsche picture alliance / Geisler-Fotopress | Robert Schmiegelt/Geisler-Fotopr

Geldwäsche ist das Einschleusen illegal erwirtschafteter Geldmittel in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf. Gemäߧ 261 Strafgesetzbuch handelt es sich um eine mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe belegte Straftat.

Geldwäsche: Das schmutzige Geld soll sauber werden

Um illegal erwirtschaftete Geldmittel in den legalen Wirtschafts- und Finanzkreislauf einzuschleusen, ist in vielen Fällen eine hohe kriminelle Energie erforderlich. Häufig wird Geldwäsche aber auch im kleinen Rahmen über Gastwirtschaften oder Privatkonten durchgeführt. Geldwäsche im großen Stil erfolgt in den Bereichen Prostitution, Drogenhandel, Glücksspiel, Waffenhandel und Korruption. Das aus diesen "Tätigkeitsfeldern" erwirtschaftete Geld muss reingewaschen werden, um zu verhindern, dass Polizei und Steuerfahnder den illegalen Ursprung aufdecken. Durch das Einschleusen dieser "schmutzigen" Gelder in den legalen Wirtschafts- und Finanzkreislauf waschen die Straftäter das Geld rein.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden in der Regel verschiedene Firmen, Hintermänner und Konten eingesetzt, sodass sich der Ursprung der transferierten Geldsummen nur noch schwer nachvollziehen lässt. Anschließend werden zum Beispiel Immobilien und Wertsachen gekauft oder legale Unternehmen gegründet, um das Geld "unterzubringen". War die Geldwäscheaktion erfolgreich, lässt sich der Ursprung des Geldes kaum noch nachvollziehen.

Geldwäsche über dubiose Finanzagenten und Hintermänner

Ein anderer Weg der Geldwäsche ist der Einsatz sogenannter Finanzagenten. Dabei handelt es sich um Privatpersonen, die ihre Konten für eine Geldwäscheaktion zur Verfügung stellen. Der reinzuwaschende Geldbetrag wird auf das Privatkonto eingezahlt und anschließend vom Kontoinhaber gegen eine Provision an meistens im Ausland ansässige Finanzagenten oder andere dubiose Hintermänner weitergeleitet. Da die kriminellen Hintermänner und Finanzagenten nach der Geldwäschetransaktion im Ausland in der Regel nicht greifbar sind, hält sich der deutsche Gesetzgeber an die in Deutschland ansässigen Kontaktpersonen. Über deren Kontobewegungen lässt sich die Geldwäsche leicht feststellen.

Geldwäsche ist immer ein Straftatbestand

Geldwäsche ist immer strafbar, selbst dann, wenn der entsprechende private Kontoinhaber tatsächlich arglos war und nicht wusste, dass es sich um eine derartige Transaktion handelt. Das Geldwäschegesetz ist ein präventives Mittel, um die mit hoher krimineller Energie verbundenen Geldwäschetransaktionen zu unterbinden. Bestimmte Personenkreise wie Finanzdienstleister sind verpflichtet, verdächtige in diese Richtung weisende Geschäfte umgehend zu melden. Auch für Immobilienmakler, Güterhändler und Spielbanken besteht eine besondere Sorgfaltspflicht.