Neues Gesetz: Für besseren Schutz unserer Kinder

Künftig mindestens ein Jahr Gefängnis für Kindesmissbrauch

Künftig soll Kindesmissbrauch mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft werden.
Künftig soll Kindesmissbrauch mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft werden.
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07. Mai 2021 - 14:33 Uhr

Härtere Strafen für sexuellen Missbrauch von Kindern

Ob Staufen, Bergisch-Gladbach, Lügde oder Münster: Die Liste der Fälle von schweren Kindesmissbrauchs ist erschreckend – und lang. Jetzt sorgt eine Gesetzesverschärfung für deutlich mehr Härte gegenüber den Tätern: Der Bundesrat hat bestätigt, dass sowohl sexueller Kindesmissbrauch, als auch jegliche Form der Kinderpornografie mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft wird.

Kindesmissbrauch gilt künftig als Verbrechen

Kinder in Deutschland sollen künftig besser vor Missbrauch geschützt werden. Am Freitag bestätigte der Bundesrat in Berlin einen entsprechenden Gesetzesbeschluss des Bundestages. Wer Kinder sexuell misshandelt oder Bilder und Filme mit entsprechenden Inhalten beschafft, verbreitet oder auch nur besitzt, soll künftig grundsätzlich mit einer Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Damit werden diese Taten zum Verbrechen hochgestuft.

Auch die Verjährungsfrist für sexuelle Bild- oder Videoaufnahmen von Kindern wird damit hochgesetzt. Sie beginnt nun erst mit Ende des 30. Lebensjahres des Opfers.

Das Gesetz soll zum 01. Januar 2022 in Kraft treten.

Immer neue Plattformen

Erst vor wenigen Tagen war der Polizei die Zerschlagung der weltweit größten Kinderporno-Plattform "Boystown" gelungen. 400.000 Mitglieder waren dort registriert, einer der Haupt-Drahtzieher wurde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn östlich von München verhaftet.

Knapp vier Jahre zuvor, im Juni 2017, hatten Ermittler schon die Drahtzieher der Plattform "Elysium" verhaftet. Die vier angeklagten Männer wurden vor dem Landgericht Limburg an der Lahn zu Haftstrafen zwischen knapp vier und neun Jahren und neun Monaten verurteilt.

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Metzelder nicht mehr betroffen

Nicht mehr betroffen sein von der Gesetzesverschärfung wird Ex-Fußballnationalspieler Christoph Metzelder. Der ehemalige Fußballnationalspieler war wegen der Vebreitung von kinderpornografschen Materials zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Das Urteil hatte hohe Wellen geschlagen. Fußball-Stars wie Mario Götze oder Lukas Podolski, aber auch Prominente wie Alena Gerber oder Natascha Ochsenknecht hatten sich fassungslos über die Milde des Urteils gezeigt. Lukas Poldolski schrieb auf seinem Twitter-Account lediglich ein Wort: "Widerlich!"

Quelle: dpa / sst

RTL-Spezial: Angriff auf unsere Kinder

In einem weitreichenden TV-Experiment hatte sich RTL dem Thema ebenfalls angenommen und erschreckende Beweise gegen diverse Täter gesammelt. Gegen mindestens 20 Männer wurden inzwischen Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die ganze Sendung: RTL-Spezial: Angriff auf unsere Kinder" finden Sie hier.

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