Impf-Reihenfolge wohl bald aufgehoben

So kommen Sie jetzt an einen Impftermin

Laut Spahn soll die Priorisierung von Corona-Impfungen ab Juni aufgehoben werden.
Laut Spahn soll die Priorisierung von Corona-Impfungen ab Juni aufgehoben werden.
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22. April 2021 - 21:52 Uhr

Impf-Freigabe für alle ab Juni erwartet

Auch wenn die Corona Impfungen in Deutschland einen schwierigen Start hinter sich haben – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht jetzt Hoffnung. Er gehe momentan davon aus, "dass wir im Juni die Priorisierung aufheben können", sagte er am Donnerstag im Bundesrat in Berlin. Die Rettung sollen höhere Liefermengen an Impfstoff bringen, außerdem sollen Hausärzte stärker einbezogen werden. Dann soll es möglich sein, dass alle die wollen, eine Corona-Impfung erhalten – egal ob sie nach dem Stufenplan schon dran wären, oder nicht.

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Corona-Impfreihenfolge bisher noch nach Stufenplan

Doch noch kann sich nicht jeder einfach impfen lassen. Wer wann dran ist, richtet sich unter anderem momentan noch nach dem Alter, Vorerkrankungen, Berufsgruppen und verfügbaren Impfstoffen. Die offizielle Impfverordnung der Bundesregierung orientiert sich an der Reihenfolge den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Danach wurden bisher drei Priorisierungsgruppen erstellt. Im Mai komme zunächst die Priorisierungsgruppe drei bei den Impfungen an die Reihe, so Spahn. Dann kämen "viele Berufsgruppen" zu den Impfberechtigten hinzu. Ginge es nach ihm, könne diese Priorisierung aber sogar schon vor Juni aufgehoben werden.

So kommen Sie schon jetzt an einen Impftermin

In einigen Bundesländern ist die Aufhebung der Priorisierung schon längst in die Praxis umgesetzt. So beispielsweise in Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurde in den vergangenen Tagen die Impf-Priorisierung für Astrazeneca aufgelöst, um die vorhandenen Dosen schnellstmöglich zu verimpfen. Das bedeutet, dass sich dort jeder Impfwillige egal welcher Altersklasse mit Astrazeneca impfen lassen kann. Die Ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt die Impfung mit diesem Vakzin jedoch nach wie vor nur für über 60-Jährige und nach ärztlicher Beratung.
Sollten Sie in einem dieser Bundesländer leben, können Sie die dafür vorgesehenen Hotlines anrufen und sich über eine Terminvergabe informieren. Diese finden Sie ganz einfach auf der Internetseite ihres Bundeslandes, wenn sie das Schlagwort "Corona Impfung" eingeben.

Um die Impfzentren und Arztpraxen zu entlasten, können Sie – nach Möglichkeit – aber auch andere Wege wählen, um an einen Termin zu kommen: Manche Einrichtungen bieten zum Beispiel Terminvergaben über WhatsApp, Mail und Co. an. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Astrazeneca für Sie in Frage kommt, lassen Sie sich vorher von Ihrem Hausarzt beraten.
Eine Impfung gegen Corona ist für Sie übrigens immer kostenlos, selbst, wenn Sie keine Versicherung haben.

Wo wird jetzt geimpft?

Bisher wurde überwiegend in größeren Impfzentren in ganz Deutschland geimpft. Das soll sich jetzt ändern. Denn neben Hausärzten, die bisher nur wenige Impfdosen pro Praxis zur Verfügung gestellt bekommen haben, sollen bald auch Betriebsärzte kommen. Der große Vorteil von Impfzentren bisher ist jedoch, dass eine optimale Lagerung des Impfstoffs bei niedrigen Temperaturen von ca. minus 70 Grad möglich ist und zudem möglichst viele Menschen zeitgleich geimpft werden können. Diese Kapazitäten haben normale Hausarztpraxis meist nicht. Dafür ist in Zukunft also eine genaue Planung und Logistik gefragt! Doch es gibt noch einen Lichtblick im Impfprozess: anders als bisher dürfen ab jetzt alle Fachärzte eine Corona Impfung durchführen. Das stellt bei genügend verfügbaren Dosen eine enorme Erleichterung der Impfzentren und Ärzte dar.

Welchen Impfstoff bekommen Sie?

Aktuell sind in Deutschland vier Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen: die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna sowie die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und der Johnson&Johnson. Welchen Impfstoff Sie bei Ihrem Termin gespritzt bekommen, können Sie sich aber leider nicht aussuchen. Welchen Sie bekommen wird letztendlich nach verschiedenen Kriterien zugeordnet. Beispielsweise Ihrem Alter. Der Impfstoff der Firma Johnson&Johnson sollte in Deutschland eigentlich schon seit Mitte April verimpft werden, die Zulassung hat sich jedoch verzögert, sodass dieser vorerst noch nicht verwendet wird.

Bald Impfung am Arbeitsplatz?

Laut Spahn habe derzeit mehr als jeder Fünfte in der Bevölkerung eine erste Impfung, bis Ende April werde es jeder Vierte sein und im Mai jeder Dritte. Ab Juni, so der Plan, sollten neben Hausarztpraxen dann auch Betriebsärzte mit ins Impfgeschehen einbezogen werden. Das würde nicht nur die Impfzentren entlasten, sondern auch den Ablauf der Impfprozesse drastisch beschleunigen. Ein schneller Pieks beim Betriebsarzt in der Mittagspause? Das könnte ab Juni möglicherweise Realität werden. Voraussetzung: genügend Dosen an Impfstoff.

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10 Fakten zur Corona-Impfung

Für viele Menschen rückt der erste Corona-Impftermin immer näher. Aber noch sind viele Fragen offen und täglich kommen neue hinzu. Wann kann ich mir einen Termin machen? An wen kann ich mich für einen Impftermin wenden? Worauf müssen Menschen mit Krebserkrankung und Schwangere achten? Darf ich mir meinen Wirkstoff selbst aussuchen und muss ich nach der Impfung die AHA-Regeln beachten? Sollte ich mich impfen lassen, obwohl ich schon Corona hatte? Diese und mehr Fragen beantworten wir in unserer Web-Story hier.

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