Welche Kinder sind ihm zum Opfer gefallen sein?

Badewanne, Unterhose, Babyspielzeug: Diese Darknet-Fotos sollen den Kinderschänder entlarven

01. Dezember 2021 - 9:15 Uhr

Täter unter Verdacht der Kinderpornografie

Neun Jahre lang soll der Beschuldigte mindestens sieben Kinder, ausschließlich Jungen, teilweise schwer missbraucht haben. Die Aufnahmen des Missbrauchs soll er von 2015 bis 2019 im Darknet verbreitet haben. Jetzt fahnden das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt öffentlich mit genau diesen Bildern nach dem Kinderschänder.

Detaillierte Gegenstands- und Tatbeschreibungen sollen zum Täter führen

Windel und Spiel-Taschenlampe lassen erahnen: Das Opfer des Kinderschänders war noch sehr jung.
Windel und Spiel-Taschenlampe lassen erahnen: Das Opfer des Pädophilen war noch sehr jung.
© Bundeskriminalamt

Die beschriebenen Tatkomplexe durch das BKA führen erschütternde Situationen vor Augen: "Männliches Kleinkind, Geburtsjahr frühestens 2015, trägt u.a. eine Windel der DM, Eigenmarke "Babylove" mit Tigermotiv, spielt mit einer "Fröhlichen Taschenlampe", Marke vtec", heißt es in einer der Tatbeschreibungen. Dazu zeigt das BKA die Gegenstände, schwärzt Passagen, in denen die Kinder zu sehen sind. Doch trotz Bearbeitung der Fotos ist klar erkennbar: Die Kleidungsstücke sind klein – die Opfer waren noch sehr jung.

Kinder in der Badewanne - und im Darknet

In diesem Badezimmer fand der Missbrauch eines der Kinder statt - die Fotos veröffentlichte der Täter auf Kinderpornografie-Plattformen .
In diesem Badezimmer fand der Missbrauch eines der Kinder statt - die Fotos veröffentlichte der Täter auf Kinderpornografie-Plattformen .
© Bundeskriminalamt

"Tatkomplex 7", wie es auf der Website des BKA heißt, präsentiert eine weitere Situation, die nicht nur Eltern den Atem stocken lässt: Auf den Fotos steht eine mosaikgeflieste Eckbadewanne mit Quietscheentchen im Fokus – Bilder, die in einem ganz normalen Haushalt entstanden sind und dann ihren Weg ins Darknet fanden.

"Wir kennen weder Opfer noch Täter", erklärt der ZIT Pressesprecher Sebastian Zwiebel. Wenn der Wohnort der Opfer erkannt würde, wäre das schon einmal ein Anhaltspunkt für die weiteren Ermittlungen. Fest steht bisher, dass der Pädophile die Fotos und Videos mit einer Nikon-Kamera mit der Seriennummer 6206059 aufnahm.

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Unterhose neben Matratze: Ein weiterer trauriger Tatort

Eine Kinder-Unterhose neben einer Matratze - die Bilder eines der Tatort lässt auf weiter schreckliche Taten des Kinderschänders schließen.
Eine Kinder-Unterhose neben einer Matratze - die Bilder eines der Tatort lässt auf weiter schreckliche Taten des Kinderschänders schließen.
© Bundeskriminalamt

Auch die veröffentlichen Fotos des Tatkomplexes 3 lassen keine Zweifel zu: Hier wurde ein kleiner Junge Opfer von Kinderpornografie. Blaue Socken mit dem Motiv einer Kleinkinderserie, eine blau-rote Unterhose und Shorts neben einer Matratze sind Beweise eines weiteren schrecklichen Vergehens an einem jungen unschuldigen Menschen.

Bisherige Ermittlungsmaßnahmen waren nicht erfolgreich

"Es ist ungewöhnlich, ohne Bild des Täters und der Opfer eine Öffentlichkeitsfahndung zu starten", sagt Sebastian Zwiebel von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) im RTL-Interview. In den Fällen gäbe es schon jahrelange Ermittlungen, jetzt habe man aber keine weitere Ermittlungsmaßnahme mehr in petto, so Zwiebel. So hoffen die Ermittler auf die Hilfe aus der Bevölkerung.

Täter:

  • Hellhäutiger Mann, der zum jetzigen Zeitpunkt höchstwahrscheinlich zwischen 31 und 51 Jahren alt ist (geschätzte Geburtsjahre: 1970-1990)
  • hat beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern zu tun
  • benutzt "Hy" als Begrüßung Geschädigte

    Anzahl:

  • mindestens sieben männliche Geschädigte im Kindesalter (zu den Tatzeiten ca. 1 – 10 Jahre alt)
  • Die Tatkomplexe enthalten Tatorte und Gegenstände, die in Verbindung mit den Geschädigten stehen. Der Täter hat die Dateien bearbeitet (Gesichter und Gegenstände wie Duscharmatur, Spielzeug, Hintergründe etc. entfernt/verfremdet), die Bearbeitungen durch SO43 finden sich in Form von Schwärzungen wieder

    Hinweise:

  • Die Tatkomplexe 1, 2 und 3 betreffen einen Geschädigten, der jetzt maximal 13 Jahre alt ist.
  • Die Tatkomplexe 1, 4 und 5 betreffen denselben Tatort, jedoch drei verschiedene Geschädigte im Alter zwischen ca. 1 und 10 Jahren in dem Zeitraum 2015 bis 2019

Hinweise werden erbeten unter 0611-55 18 44 4, per Mail fahndung@bka.bund.de oder bei jeder andere Polizeidienststelle in Deutschland.

(bundeskriminalamt/gmö)