Dieser Besuch war streng geheim

Baerbock reist überraschend in die Ukraine

Annalena Baerbock besucht Ostukraine Außenministerin auf Überraschungsbesuch
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Außenministerin auf Überraschungsbesuch
Annalena Baerbock besucht Ostukraine

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In einer geheimen Aktion reist Außenministerin Annalena Baerbock in das im September befreite Gebiet Charkiw. Damit hat die Politikerin als erstes deutsches Kabinettsmitglied seit Beginn des russischen Angriffskriegs die Ostukraine besucht. Die Grünen-Politikerin will damit wohl auch ein Zeichen Richtung Moskau setzen.

Charkiw: "Sinnbild für den absoluten Irrsinn"

Die Außenministerin machte sich am Dienstag in der lange umkämpften Stadt Charkiw ein Bild von der Situation der Menschen dort. Bei ihrer Ankunft erklärte Außenministerin Annalena Baerbock heute: „Diese Stadt ist Sinnbild für den absoluten Irrsinn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, mit dem die Menschen, ganz besonders hier im Osten des Landes, jeden Tag konfrontiert sind.“

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Tatsächlich ist Charkiw eine der am stärksten vom Krieg betroffenen Städte der Ukraine. Die Politikerin sagt dazu: "Heute sieht man praktisch an jeder Straßenecke tiefe Spuren der russischen Zerstörungswut." Baerbock wurde bei dem aus Sicherheitsgründen zunächst geheim gehaltenen Besuch vom ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, begleitet.

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Weitere Hilfen: Decken, Malstifte und Powerbanks

Mit dem Besuch wolle die Außenministerin den Menschen in der Ukraine zeigen, „dass sie sich auf unsere Solidarität und unsere Unterstützung verlassen können.“ Die Politikerin erklärt: „Dazu zählen auch weitere Waffenlieferungen, die die Ukraine braucht, um ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger zu befreien, die noch unter dem Terror russischer Besatzung leiden.“ Zur Unterstützung zähle außerdem eine Winterhilfe mit Generatoren, Brennstoff und Decken. Denn in Charkiw herrschen derzeit in der Nacht bis zu zweistellige Minustemperaturen. In einem Kinderkrankenhaus kam die Ministerin - selbst Mutter von zwei kleinen Mädchen - mit Patienten und deren Eltern zusammen. Als Geschenke brachte sie unter anderem Malstifte und Powerbanks mit. (dpa/jsi)

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