"Die Maske ist ein modernes Hakenkreuz"

Berliner Lehrer äußert sich zu umstrittenen Corona-Äußerungen

13. November 2020 - 20:36 Uhr

Lungenpilz durchs Tragen einer Maske?

Ein Berliner Berufsschullehrer hat sich auf Youtube und laut den Aussagen seiner Schüler auch im Unterricht kritisch zur Coronapolitik der Regierung und Infektionsschutzmaßnahmen geäußert.Schüler haben RTL-Reportern vor Ort berichtet, der Lehrer hätte behauptet, dass man vom Tragen einer Maske Lungenpilz bekomme. Einige seiner Schüler machten den Vorfall öffentlich und kündigten an, seinen Unterricht boykottieren zu wollen. Jetzt hat sich Rüdiger Borrmann im RTL-Interview zu den Vorwürfen geäußert. Teile des Interviews zeigen wir im Video.

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Lehrer hält Corona-Maßnahmen für übertrieben

"Ich habe Zweifel daran, dass diese Maßnahmen zielführend sind, denn wir kriegen ja immer mehr Infektionen trotz Maskentragen", erklärt er im Interview. Dass Corona nicht gefährlich sei, habe er nie gesagt. "Wenn Sie als 80-Jähriger das bekommen, ist das gefährlich", so der Lehrer. Er sei nur für mehr Aufklärung und mehr Eigenverantwortung. Er halte die Coronamaßnahmen für überzogen.

In seinen vielen Videos klingt das etwas anders. Dort fallen Formulierungen wie "Demokratie-Notstand", von den Medien geschürte "Massenhysterie", Grundrechte würden "massiv eingeschränkt." Von "Zensur" der Berichterstattung ist die Rede. Masketragen sei "dumm", sagt er dort. "Es gibt hier weit und breit keinen Virus. Vor was wollen Sie sich schützen?".

Im RTL-Interview spielt der Lehrer die Vorwürfe herunter

Er äußere sich zu vielen Themen plakativ, weil er eine Diskussion anstoßen wolle. Im Unterricht habe er solche Sachen nie gesagt, erklärt der Lehrer. "Aus meiner Sicht bin ich immer neutral gewesen und habe nur das gesagt, was ich für notwendig befunden habe, als Lehrer, um meiner Verantwortung gerecht zu werden, um die Schüler zu schützen", so Borrmann. Bei dem einen komme das so, bei dem anderen ganz anders an, rechtfertigt er sich.

Auch den Vorwurf, dass er die Schüler dazu aufgefordert habe, die Masken im Unterricht abzunehmen, bestreitet der Lehrer im RTL-Interview. Er habe seine Schüler lediglich vor den Sommerferien darauf hingewiesen, dass keine Maskenpflicht bestehe. Damals seien aber auch die Infektionszahlen niedriger gewesen. Er befürchtet außerdem, dass das Masketragen gesundheitliche Probleme bei den Schülern hervorrufen könne. Er selbst ist inzwischen durch ein ärztliches Attest vom Tragen einer Maske befreit.

Dass durch das Tragen von Mund-Nase-Masken Sauerstoffmangel oder schwerwiegende Atemprobleme bei Kindern und Jugendlichen hervorgerufen werden, wurde bereits von mehreren Experten widerlegt.

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Techniklehrer Rüdiger Borrmann
Rüdiger Borrmann äußert sich im RTL-Interview zu den Vorwürfen seiner Schüler.
© RTL

Muss der Lehrer jetzt Konsequenzen fürchten?

Nachdem sich die ersten Schüler über seine Aussagen beschwerten, habe er mit der Schulleitung vereinbart, dass er sich zu dem Thema im Unterricht nicht mehr äußern wolle. "Das war ein Inquisitionstribunal. Komplette Schulleitung vor mir und dann Trommelfeuer", erzählt der Lehrer. Er achte nun darauf, Privates und Schulisches strikt zu trennen.

Die Senatsverwaltung Berlin erklärte auf RTL-Anfrage: "Wir dulden nicht, dass Hygienemaßnahmen an Schulen unterlaufen werden. Es gibt klare und verbindliche Regelungen, die alle einzuhalten haben. Und wir werden es auch nicht hinnehmen, wenn Lehrkräfte sich über diese Regelungen hinwegsetzen." Zu einzelnen Personen wollte sich die Senatsverwaltung nicht äußern – erklärte aber, dass man Fälle dienstrechtlich prüfen lasse, wenn man von Problemen erfahre.

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