Belgische Studie vergleicht: Schützt Moderna besser als Biontech?

Moderna-Geimpfte bilden doppelt so viele Antikörper

Moderna und Biontech funktionieren beide mithilfe der mRNA-Technologie - doch bedeutet das auch, dass sie einen ähnlich guten Schutz bieten?
Moderna und Biontech funktionieren beide mithilfe der mRNA-Technologie - doch bedeutet das auch, dass sie einen ähnlich guten Schutz bieten?
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01. September 2021 - 13:20 Uhr

Schützt Moderna besser als Biontech?

Gute Neuigkeiten für Moderna-Geimpfte! In einer im Wissenschaftsjournal "Jama" veröffentlichen Studie aus Belgien wurde die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs erneut unter die Lupe genommen und mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer verglichen. Dabei zeigte sich: Nach der Impfung mit Moderna entwickelten die Studienteilnehmer doppelt so viele Antikörper. Doch bedeutet das auch, dass der Impfstoff den besseren Immunschutz bietet?

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Belgische Forscher untersuchen Antikörper-Bildung

In der Studie untersuchten die Forscher die Antikörperwerte von insgesamt 1647 Krankenhaus-Mitarbeitern, denen zuvor einer der beiden mRNA-Impfstoffe verabreicht worden war. 688 von ihnen hatten zwei Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna erhalten, die restlichen 959 zwei Dosen des Vakzins von Biontech.

Bei der Auswertung zeigte sich durch alle Altersgruppen hindurch: Nach dem Moderna-Pieks lagen die Antikörper-Titer (Maßangaben für Verdünnungen von Antikörpern oder Antigenen, die gerade noch eine positive Antigen-Antikörper-Reaktion ergeben) immer höher - auch bei Geimpften, die bereits eine Corona-Infektion durchgemacht hatten. Insgesamt war die Menge an Antikörper-Titern für Moderna-Geimpfte mit 3836 U/mL sogar doppelt so hoch wie bei den Biontech-Geimpften, bei denen der Titer-Wert bei 1444 U/mL lag.

Heißt das nun also, dass Moderna doppelt so gut vor einer Corona-Infektion schützt wie Biontech? Nicht unbedingt – denn die Höhe des Titer-Werts ist nicht allein ausschlaggebend für die Schutzwirkung.

Doppelte Antikörper bedeuten nicht automatisch doppelten Schutz

Neben den von den Wissenschaftlern untersuchten Antikörpern bekämpft unser Körper das Coronavirus auch mithilfe der sogenannten T-Gedächtniszellen. Wie Studien gezeigt haben, können diese sogar einen besonders langfristigen Immunschutz vor einer Ansteckung bieten – auch wenn wir schon keine längst Antikörper mehr im Blut haben.

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Zudem geben die Wissenschaftler in ihrer Publikation zu bedenken, dass die unterschiedlich hohe Antikörperbildung auch durch den unterschiedlichen Abstand zwischen den beiden Impfdosen beeinflusst werden könne. Bei den Biontech-Geimpften lagen nur drei Wochen zwischen den Terminen, bei den Moderna-Geimpften vier Wochen.

Auch die Tatsache, dass hier ausschließlich Mitarbeiter des Gesundheitswesens untersucht wurden, könne eine Schwäche der Studie sein, geben die Forscher zu. Zudem müsse erst einmal weitergehend geforscht werden, um herauszufinden, ob sich der beobachtete Unterschied im Antikörperspiegel auch auf die Schutzdauer, den Schutz vor besorgniserregenden Varianten sowie das Übertragungsrisiko auswirkt. (dhe)