Suche nach den Opfern aus Duisburg wurde eingestellt

17-Jährige tot, zwei Mädchen (13, 14) noch vermisst: "Die Hoffnungen sind gleich null"

18. Juni 2021 - 8:45 Uhr

Zwei Mädchen im Rhein verschollen, eines tot

Großer Schock in Duisburg-Marxloh! Drei Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren sind am Mittwoch gegen 18 Uhr im Rhein verschwunden. Etwa 20 Menschen schauten dabei zu, wie sie abtrieben. Eines der Mädchen konnte gefunden werden. Die 17-Jährige starb später jedoch in der Klinik. Ein 13- und ein 14-jähriges Mädchen gelten auch am Donnerstagmorgen trotz umfangreicher Suchmaßnahmen noch als vermisst. Die Hoffnungen, sie noch lebend zu bergen, "sind gleich null", wie unser Reporter berichtet. Während Angehörige auf ein Wunder hoffen, wurde die Suche nach RTL-Informationen am Donnerstagnachmittag eingestellt.

160 Einsatzkräfte hatten nach den Jugendlichen im Rhein gesucht

Duisburg: Feuerwehr sucht im Rhein nach vermissten Mädchen
Die Feuerwehr setzt am Donnerstag die Suche nach den beiden vermissten Mädchen fort.
© RTL

Am frühen Abend kommt der Hilferuf. Nur wenige Minuten später finden sich Feuerwehr, Polizei und DLRG am Unfallort ein und machen sich auf die Suche nach den Jugendlichen. Mit der Hilfe eines Polizeihubschraubers konnte ein Mädchen, das leblos auf der Wasseroberfläche trieb, entdeckt werden und dann mit einem Rettungsboot ans sichere Ufer gebracht werden. Es wurde unter Reanimationsmaßnahmen ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Dort ist es nach RTL-Informationen gestorben. Die Suche nach den beiden vermissten Mädchen wurde am Donnerstag fortgesetzt, aber am Nachmittag aufgegeben. Nur noch ein Löschboot der Feuerwehr wird am Ufer Patrouille fahren, um nach Kleidung, Gegenständen – und möglicherweise auch nach den Körpern der Mädchen Ausschau zu halten.

RTL-Reporter Ulrich Klose ist vor Ort. Er sagt: "Die Schifffahrt hat jetzt wieder den Betrieb aufgenommen, das ist eigentlich ein eindeutiges Zeichen. Experten sagen, die Hoffnungen sind gleich null, dass man die beiden vermissten Mädchen – 13 und 14 Jahre alt – noch lebend wiederfinden kann."

Baden im Rhein ist gefährlich. Eine Fließgeschwindigkeit von bis zu 12 km/h und Schiffe, die eine extreme Sogwirkung entfalten, können auch für geübte Schwimmer lebensbedrohlich werden. Im Gegensatz zur Ruhr ist das Baden in dem Fluss aber dennoch erlaubt. Am Mittwoch hatten rund 160 Kräfte unter anderem von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie zwei Hubschrauber und mehrere Taucher nach den beiden Kindern gesucht. Die Aktion musste jedoch am Abend nach vier Stunden mit Einbruch der Dunkelheit abgebrochen werden. Auch am Donnerstag sind wieder Hubschrauber in der Luft, auf dem Wasser ist ein Boot der Feuerwehr unterwegs.

Duisburg: Suche nach vermissten Mädchen im Rhein wieder aufgenommen

Badeunfall am Rhein in Duisburg
Die Chance, die vermissten Mädchen lebend zu finden, ist gering.
© dpa, Marcel Kusch, mku

Am Donnerstagmorgen ist die Suche nach den vermissten Mädchen wieder aufgenommen worden. "Wir suchen mit Booten und Hubschraubern, auch die holländischen Kollegen sind informiert worden", sagt Jacqueline Grahl von der Polizei Duisburg zu RTL. Aber auch sie hält die Chance, dass die Teenager lebend geborgen werden, für sehr gering.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Wieder Badeunfall in Troisdorf: Mann ertrinkt im Rotter See

Einige Kilometer entfernt, am Rotter See in Troisdorf, spielten sich parallel ähnliche Szenen ab. Dort war die Feuerwehr gegen 17 Uhr alarmiert worden, weil eine männliche Person untergegangen war. Retter, 15 Taucher, sechs Boote und ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera suchten nach dem Vermissten. Taucher fanden den Mann schließlich leblos unter Wasser. Eine Reanimation wurde bis zum Krankenhaus fortgeführt, wo der 38-Jährige nach Informationen von "Radio Bonn" verstarb. Zeugen mussten von Notfallseelsorgern betreut werden. Erst einige Tage zuvor war ein Nichtschwimmer in dem Badesee ertrunken.

Tödliche Badeunfälle im Rhein

Es ist bereits der dritte schwere Badeunfall im Rhein innerhalb weniger Tage. Erst am Samstag war in der Waal bei Nimwegen (Niederlande) ein Vermisster tot geborgen worden. Der 29-Jährige war vergangenen Mittwoch in Rheinberg-Orsoy (Kreis Wesel) zum Schwimmen in den Rhein gegangen und hatte nach wenigen Metern um Hilfe gerufen. Er habe nach Berichten von Zeugen noch versucht, sich ans Ufer zu retten, ging dann jedoch unter und wurde nicht mehr gesehen.

Am 06. Juni war eine 42 Jahre alte Frau mit ihrem 41-jährigen Ehemann im Rhein schwimmen, als sie in die Flussmitte gezogen wurden. Der Mann konnte von einem Jetski-Fahrer gerettet werden, die Suche nach der Frau aber wurde inzwischen eingestellt. "Leider ist es bei diesen tragischen Vorfällen so, dass irgendwann der Leichnam angeschwemmt wird", so ein Polizeisprecher.

So retten Sie Menschen vor dem Ertrinken

Kaum steigen die Temperaturen, nimmt auch die Zahl der Badeunfälle zu. Wer Zeuge wird, muss schnell handeln, um den Ertrinkenden zu retten. Denn schon nach vier bis fünf Minuten unter Wasser tritt aufgrund des Sauerstoffmangels der Herz-Kreislauf-Stillstand ein. Wie Sie eine Notsituation erkennen und was dann zu tun ist, erfahren Sie hier. (cwa)

Auch interessant