Cristina Kirchner entgeht nur knapp einem Mordanschlag

Attentat auf Politikerin: Mann richtet Pistole auf Argentiniens Vizepräsidentin

Argentiniens Vizepräsidentin entgeht knapp Attentat Waffe berührte fast ihr Gesicht!
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Waffe berührte fast ihr Gesicht!
Argentiniens Vizepräsidentin entgeht knapp Attentat

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Schrecksekunden für die argentinische Vizepräsidentin! Vor ihrem Haus in der Hauptstadt Buenos Aires sind zahlreiche Menschen versammelt, Cristina Kirchner will mit ihnen das Gespräch suchen. Ihr ist keine Angst anzumerken, obwohl so ein Bad in der Menge für Politiker lebensgefährlich werden kann. Kirchner steht dicht vor den Leuten. Plötzlich zieht ein Mann eine Waffe und hält sie der Politikerin an die Stirn. Den dramatischen Moment sehen Sie im Video.

Defekt an der Waffe vereitelte Mordanschlag auf Cristina Kirchner

Kurz nach 21.00 Uhr habe ein Mann ein Attentat auf das Leben der 69-Jährigen verübt, sagte Argentiniens Staatschef Alberto Fernández am späten Donnerstagabend in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung. Der Angreifer habe in einer Menschenmenge mit einer Schusswaffe auf den Kopf der ehemaligen Präsidentin gezielt und abgedrückt. Es habe sich aber kein Schuss gelöst. Die Politikerin blieb glücklicherweise unverletzt. Fernandez hat den Vorfall vor dem Wohnhaus von Vizepräsidentin Cristina Kirchner als Mordanschlag bezeichnet.

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„Cristina ist noch am Leben, weil die Waffe, die fünf Kugeln enthielt, aus einem technisch noch nicht bestätigten Grund nicht geschossen hat, obwohl abgedrückt wurde“, sagte der Präsident. Es handele sich um den schwerwiegendsten Vorfall seit Argentiniens Rückkehr zur Demokratie 1983.

Korruptionsprozess gegen Cristina Kirchner - Proteste vor ihrem Wohnsitz

Argentina: Demonstrations in support of Cristina Kirchner Demonstrations of support for the Vice President of the Nation continue in front of her private address in the City. The demonstrators arrived and waited for Cristina s arrival to give her the
Cristina Kirchner kurz vor dem Anschlag auf ihr Leben.
www.imago-images.de, IMAGO/Pacific Press Agency, IMAGO/Esteban Osorio

Vor Kirchners Wohnung im eleganten Stadtteil Recoleta in der Hauptstadt Buenos Aires spielten sich in den vergangenen Tagen chaotische Szenen ab. Zahlreiche Anhänger der Vizepräsidentin kampieren als Unterstützung für die populäre Politikerin derzeit auf der Straße. In einem Korruptionsprozess gegen Kirchner hatte die Staatsanwaltschaft kürzlich zwölf Jahre Haft und eine lebenslange Sperre für öffentliche Ämter gefordert. Sie soll Anführerin einer kriminellen Vereinigung gewesen sein und den Staat um rund eine Milliarde US-Dollar gebracht haben.

Gemeinsam mit ihrem verstorbenen Ehemann und Ex-Präsidenten Néstor Kirchner habe sie einem befreundeten Bauunternehmer ohne Ausschreibung eine ganze Reihe von öffentlichen Aufträgen beschafft, hieß es. Ein Teil der überhöhten Baukosten floss demnach später wieder an das Ehepaar Kirchner zurück. Die Vizepräsidentin weist die Vorwürfe zurück und wirft der Justiz vor, aus politischen Motiven gegen sie zu ermitteln.

Kirchner steht für den linken Flügel der Regierungskoalition und verfügt über zahlreiche Anhänger. Zuletzt kam es vor ihrer Wohnung immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Nachdem sich Nachbarn über die ständigen Kundgebungen beschwert hatten, errichteten die Sicherheitskräfte Straßensperren, die von Kirchners Gefolgsleuten allerdings wieder niedergerissen wurden.

Festnahme nach Mordanschlag auf Kirchner

Der mutmaßliche Attentäter wurde festgenommen. Bei dem 35-Jährigen sei eine Pistole sichergestellt worden, sagte Innenminister Aníbal Fernández der Zeitung „Clarín“. Es handele sich um einen gebürtigen Brasilianer, hieß es. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Fernandez erklärte den Freitag zum Feiertag, weil der soziale Frieden in dem Land gestört worden sei. Die Bevölkerung solle Gelegenheit bekommen, sich „in Frieden und Harmonie“ zur Verteidigung der Demokratie und des Friedens äußern und Solidarität mit Kirchner zu bekunden.