Auf Druck der Ärzteschaft jetzt Wahlfreiheit

AstraZeneca oder Biontech? Hausärzte können sich Impfstoff bald aussuchen

Der Berliner Hausarzt Karl Schorn impft eine Patientin mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus. Wegen des Hin und Hers um Astrazeneca sind viele Patienten und Ärzte verunsichert.
Der Berliner Hausarzt Karl Schorn impft eine Patientin mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus. Wegen des Hin und Hers um Astrazeneca sind viele Patienten und Ärzte verunsichert.
© picture alliance, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild, Paul Zinken

16. April 2021 - 11:13 Uhr

Welcher Impfstoff darf's denn sein? Viele Menschen bevorzugen Biontech

Deutschland will impfen wie ein Weltmeister - aber der Ball läuft so gar nicht rund. Einer der Gründe: Der Impfstoff von AstraZeneca ist wegen sehr seltener Komplikationen in Verruf geraten. Die Folge: Die Nachfrage nach dem Impfstoff aus dem Hause Pfizer/Biontech ist gestiegen. Deswegen dürfen sich Hausärzte jetzt den Impfstoff für ihre Patienten aussuchen.

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Ärzte geben per Rezept an, von welchem Impfstoff sie wieviel benötigen

Hausärzte dürfen sich ab übernächster Woche aussuchen, welchen Impfstoff sie verabreichen wollen. Denn auf Druck der Ärzte hin wurde nun eine Wahlfreiheit vereinbart: "Arztpraxen bestellen den Covid-Impfstoff ab sofort impfstoffspezifisch. Sie geben auf dem Rezept an, von welchem Impfstoff sie wie viele Dosen benötigen. Dies gilt erstmals für die Woche vom 26. April bis 2. Mai, für die der Bund Vakzine von Biontech und AstraZeneca bereitstellen wird", teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV den Praxen mit. Das berichtet die "Rheinische Post". Die Bestellmenge pro Arzt sei für die Woche vom 26. April bis 2. Mai auf 18 bis 30 Biontech-Dosen und 10 bis 50 AstraZeneca-Dosen begrenzt.

Apothekerverband Nordrhein: So bleibt kein Impfstoff liegen

Der Apothekerverband Nordrhein begrüßte diese Entscheidung. "Es ist gut, dass jetzt jede Arztpraxis eigenständig entscheiden kann, welcher Impfstoff in welcher Menge benötigt wird. So kann auch vermieden werden, dass Impfstoff in den Kühlschränken der Arztpraxen liegen bleibt", sagte Verbands-Chef Thomas Preis. "Wir werden aber den Ärzten raten, möglichst beide Impfstoffe zu bestellen." Denn es gebe noch sehr viele Menschen, die geimpft werden müssen. "Und nicht nur viele über 60-Jährige akzeptieren für einen baldigen Impfschutz auch den Impfstoff von AstraZeneca", betonte Preis.

Viele Patienten wegen des Hin und Hers um AstraZeneca verunsichert

Der Chef des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, hat das bisherige Vorgehen bei den Corona-Impfungen von AstraZeneca in den Praxen diese Woche am Mittwoch kritisiert. "Wegen des Hin und Hers um AstraZeneca sind viele Patienten und Ärzte verunsichert", sagte er an gleicher Stelle. "Umso ärgerlicher ist es, dass sie in der kommenden Woche nur dann mit Biontech beliefert werden sollen, wenn sie ebenso viele AstraZeneca-Dosen abnehmen."

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