Vatikan fordert Änderungen

Italienisches Anti-Homophobie-Gesetz

Der Außenbeauftragte des Heiligen Stuhls, Paul Gallagher
Der Außenbeauftragte des Heiligen Stuhls, Paul Gallagher
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23. Juni 2021 - 12:35 Uhr

Heiliger Stuhl will Gesetz ändern

Wie die italienische Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, sei der Außenbeauftragte des Heiligen Stuhls, Paul Gallagher (im Bild), am 17. Juni in der italienischen Botschaft im Vatikan erschienen. Sein Anliegen: Die Änderung eines Gesetzestextes.

Es ging ihm dabei allerdings nicht um irgendein Gesetz: Gallagher wollte nämlich Einfluss nehmen auf den Entwurf eines italienischen Anti-Homophobie-Gesetzes. Das Eingreifen des "Heiligen Stuhls" sei ein beispielloser Akt des Vatikans in der Geschichte der Beziehungen beider Staaten, schreibt die italienische Zeitung weiter.

Was stört den Vatikan an dem Gesetz?

Wegen seines Initiators Alessandro Zan von den Sozialdemokraten wird das entsprechende Gesetz nur "ddl Zan" genannt.

Das Problem, das die katholische Kirche hat: Sie sieht sich durch das "ddl Zan" in den ihr zugesicherten Freiheiten eingeschränkt. Diese beruhen auf einer Vereinbarung, die der Vatikan und Italien 1984 unterzeichnet haben. Sie regelt etwa die Organisationsfreiheit der Kirche. Den Vatikan besorgt, dass das Gesetz zum Beispiel vorsieht, Privatschulen nicht davon zu befreien, etwas für den nationalen Tag gegen Homo- und Transphobie zu organisieren, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Das Gesetz hat erst in einer der beiden italienischen Parlamentskammern grünes Licht bekommen. Seit Monaten streiten Politiker und Aktivisten darum. Auch rechte Parteien laufen dagegen Sturm und haben bereits versucht, den parlamentarischen Prozess zu stoppen.

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