Amazon verweist auf "exzellente Bezahlung"

Verdi ruft wieder zum Streik auf

Laut Gewerkschaft haben die Mitarbeiter der Verteilzentren in Bad Hersfeld die Arbeit am Morgen niedergelegt.
Laut Gewerkschaft haben die Mitarbeiter der Verteilzentren in Bad Hersfeld die Arbeit am Morgen niedergelegt.
© dpa, Stefan Puchner

29. Juni 2021 - 10:11 Uhr

Kampf um Tarifverträge

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigen des Onlinehändlers Amazon erneut zu unangekündigten Streiks aufgerufen. Das Ziel: Druck machen im jahrelangen Kampf um einen Tarifvertrag. Laut Gewerkschaft hat die Aktion heute morgen in der Frühschicht gestartet und soll bis zur Nachtschicht am frühen Mittwoch gehen. Insgesamt rechne die Gewerkschaft damit, dass sich etwa 550 Beschäftigte am Streik beteiligen.

Lohnsteigerung um 4,5 Prozent

Die Forderung von Verdi: Amazon soll die Tarifverträge für Hessen anerkennen und seine Mitarbeiter nach den tariflichen Standards für den Einzel- und Versandhandel bezahlen. Das heiß konkret: eine Lohnsteigerung von 4,5 Prozent, plus 45 Euro im Monat, ein tarifliches Mindestentgelt von 12,50 Euro, sowie die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge.

Amazon: bereits jetzt "exzellente Bezahlung"

Bereits vergangene Woche hatten Beschäftigte in Bad Hersfeld in einem mehrtägigen Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Anlass war der sogenannte "Prime Day" des Unternehmens, zu dem es mit Sonderangeboten wirbt.

Amazon hatte darauf verwiesen, dass das Unternehmen bereits jetzt "eine exzellente Bezahlung" biete. Erst vor kurzem hatte der Konzern angekündigt, in seinen deutschen Versandzentren ab Juli einen Einstiegsstundenlohn von 12 Euro brutto einzuführen. Im Herbst 2022 soll dieser auf 12,50 Euro steigen. (dpa)