Bushidos Ehefrau spricht vor Gericht von Dreiecksbeziehung

Anna-Maria Ferchichi beschreibt Arafat Abou-Chaker als "mein Mann" - nur Sex gab es keinen

Rapper Bushido und Ehefrau Anna-Maria Ferchichi
Rapper Bushido und Ehefrau Anna-Maria Ferchichi
© RTL

29. Juni 2021 - 12:15 Uhr

Krawall und miese Stimmung im Gericht

Miese Stimmung am mittlerweile 40. Prozesstag gegen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker: Anna-Maria-Ferchichi, die Frau von Rapper Bushido, sagt zum dritten Mal aus und es fliegen die Fetzen. Für Stress sorgen nicht nur Chatverläufe zwischen Anna-Maria und Arafat, sondern auch ein Video, in dem zu sehen ist, wie Bushido offenbar ein Mädchen sexuell bedrängt.

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Streitthema Nummer 1: Chatverläufe zwischen Anna-Maria Ferchichi und Arafat Abou-Chaker

Anna-Maria Ferchichi ist mit Drillingen schwanger, sie hat ein Attest und müsste gar nicht aussagen. Doch sie will ihrem Mann, Rapper Bushido, zur Seite stehen. Und deswegen präsentiert sie sich wieder selbstbewusst bei ihrer dritten Zeugenaussage vor Gericht, in heller Jeans, weißen Turnschuhe und einer blau-weiß gestreifte Bluse. Doch es wird laut im Gerichtssaal.

Streitthema Nummer Eins sind Chatverläufe, die die Anwälte der Abou-Chakers dem Richter vorgelegt haben. Nachzulesen sind Gespräche zwischen Anna-Maria Ferchichi und Arafat Abou-Chaker, die auf ein vertrautes, fast freundschaftliches Verhältnis zwischen den beiden hinweisen.

Als Beispiel wird eine Nachricht von Anna-Maria aus dem Jahr 2017 genannt, in der sie Arafat um einem Kontakt für eine Handyreparatur gebeten hat, den Arafat ihr dann auch geschickt hat. Für Arafats Verteidiger ein klares Zeichen, dass es das verhasste, einschüchternde Verhältnis – von dem Anna-Maria die ganze Zeit spricht – nicht gegeben hat: "Wir haben größte Zweifel an Anna-Marias Angaben während der Hauptverhandlung."

Anna-Maria bestreitet Echtheit einiger Chatverläufe

RTL Reporterin Samina Faizi erlebte daraufhin einen richtigen "Zickenkrieg" zwischen den Anwälten. Es wurde viel geschrien und gestritten und Anna-Maria war es wichtig, sich zu den Chatverläufen äußern zu können: "Sie können 100 solcher Verläufe vorlesen, in denen ich Arafat um etwas bitte, es gab keine andere Person in unserem Leben. Er hat alles bestimmt."

Wie auch in ihren ersten beiden Prozesstagen beschreibt die fünffache Mutter, dass Arafat alles entschieden habe: "Eigentlich hätte ich mich an meinen Mann oder meine Eltern wenden müssen, ich verhalte mich im Chatprotokoll total devot und so bin ich gar nicht." Bei anderen Chatverläufen, die heute während des Prozesses vorgelesen wurde, bezweifelt Anna-Maria sogar die Echtheit.

Das Leben damals beschreibt Anna-Maria so: "Es war eine Dreiecksbeziehung, außer dass Arafat und ich keinen Sex miteinander hatten, Arafat war mein Mann."

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Streitthema Nr. 2: Belästigungsvorwürfe gegen Bushido

Für dicke Luft sorgt außerdem ein Video, welches am Wochenende an die Öffentlichkeit geraten ist: Es handelt sich um einen Clip, in dem zu sehen ist, wie Rapper Bushido in einem Hotelzimmer ein Mädchen offenbar verbal sexuell bedrängt. Das Video ist 16 Jahre alt. Am Wochenende räumt der 42-Jährig Rapper ein: "Ja, das was dort gezeigt wurde, ist tatsächlich passiert." Weiter sagt er: "Ich möchte mich an dieser Stelle, nicht nur, aber vor allem bei diesem Mädchen entschuldigen." Es sei ausschließlich sein Fehler und seine Schuld gewesen, was dem Mädchen "im Hotelzimmer verbal angetan wurde". Bushido sagte: "Und dafür übernehme ich persönlich die Verantwortung."

Das Video aus dem Hotelzimmer wurde von Rapper Cashmo veröffentlicht. Bushido warf Cashmo vor, damit nicht Aufklärung betreiben zu wollen, sondern nur Marketing für sich selbst. "Du hast keine Sekunde daran gedacht, diesen Opfern zu helfen."

Anna-Maria und Bushido haben viel durchgemacht

Schon seit August 2020 läuft der Prozess. Rapper Bushido wirft Arafat Abou-Chaker Körperverletzung und Freiheitsentzug vor. Wochenlang hatte Rapper Bushido ausgesagt, dabei auch über die Rolle von Anna-Maria geredet. Sie berichtete, dass er sie geschlagen habe, er berichtet, wie sie vor ihm aus dem Fenster floh. Doch das ist längst vergessen. Denn ab heute steht sie auch vor Gericht an seiner Seite.

RTL-Reporterin Samina Faizi war bei jedem der bislang 37 Prozesstage mit im Gerichtssaal. Für sie ist die Aussage von Anna-Maria Ferchichi von großer Bedeutung: "Es geht natürlich hauptsächlich um die Bedrohungslage, die durch die Abou-Chakers ausgegangen ist, also welche Bedrohungen sind da ausgesprochen worden, was ist Bushido genau zugestoßen, was ist ihm angetan worden. Da war sie doch sehr dicht dran und ist eine der wenigen Zeugen, die dazu befragt werden und gehört werden können." (vba)