Vorwürfe wegen schwerer räuberischer Erpressung

Schock beim Abou-Chaker-Prozess: Jetzt gibt es eine Anzeige gegen Arafat UND Bushido

Bushido im aktuellen Abou-Chaker-Prozess in Berlin
Bushido im aktuellen Abou-Chaker-Prozess in Berlin
© imago images/Olaf Wagner, Olaf Wagner via www.imago-images.de, www.imago-images.de

28. April 2021 - 15:59 Uhr

Arafat Abou-Chaker und Bushido erfahren vor Gericht von der Anzeige

Eigentlich sollten am heutigen Prozesstag im Gerichtsverfahren Abou-Chaker vs. Bushido weitere Zeugen gehört werden, doch direkt zu Beginn lässt der Vorsitzende Richter die Bombe platzen: Es gibt eine gemeinsame Anzeige vom März 2021 gegen Bushido (bürgerlich Anis Ferchichi) UND Arafat Abou-Chaker. Vermutlich aus der Richtung von "Aggro Berlin" – dem ehemaligen Plattenlabel, bei dem Bushido am Anfang seiner Rapper-Karriere unter Vertrag stand. Der Vorwurf: Vor 17 Jahren soll es durch Arafat und Bushido zu schwerer räuberischer Erpressung gekommen sein, bei der angeblich auch eine Machete im Spiel war.

Was ist damals bei "Aggro Berlin" passiert?

Bushido steht gegen Arafat Abou-Chaker vor Gericht
Bushido 2008 bei der Bravo Supershow
© dpa, A2748 Ursula Düren

Im August 2020 schilderte Bushido im Rahmen des aktuellen Prozesses, was damals bei "Aggro Berlin" passiert ist: Es ist das Jahr 2004. Bushido will bei dem Label aussteigen, doch er stößt auf harte Gegenwehr. Er merkt, von allein kommt er da nicht raus. Bushido sucht Hilfe und wird schließlich Clan-Chef Arafat Abou-Chaker vorgestellt. Nach einigen Treffen zu zweit, gehen die beiden gemeinsam zu "Aggro Berlin" und Arafat gelingt es an einem Nachmittag, alle Unterschriften zusammenzubekommen, um Bushido bei dem Label rauszuhauen. Während dieses Aufeinandertreffens soll es laut der neuen Anzeige zu der schweren räuberischen Erpressung gekommen sein.

Die ehemalige HipHop-Plattenfirma "Aggro Berlin" wurde 2001 von Eric "Specter" Remberg, Jens "Spaiche" Ihlenfeldt und Halil Efe gegründet. Die aktuelle Anzeige soll wohl Jens "Spaiche" Ihlenfeldt gestellt haben. Ob die anderen beiden auch beteiligt sein könnten, ist unklar.

Kommt es nun zum Prozess gegen Bushido und Arafat Abou-Chaker zusammen?

Arafat Abou-Chaker vor Gericht in Berlin
Arafat Abou-Chaker heute vor dem Gerichtssaal.
© RTL

Auf den aktuell laufenden Prozess hat die neue Anzeige wahrscheinlich keine Auswirkungen. Aber schwere räuberische Erpressung verjährt erst nach 20 Jahren, also könnte es zu einem weiteren Prozess kommen, bei dem Clan-Chef Arafat Abou-Chaker und Rapper Bushido gemeinsam angeklagt werden und dann nebeneinander auf der Anklagebank sitzen könnten. Die beiden werden die Berliner Gerichte also wohlmöglich noch länger beschäftigen als ursprünglich gedacht.

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