Ehefrau von Bushido beschreibt Arafat Abou-Chaker als "Psycho"

Anna-Maria greift Clan-Boss Abou-Chaker an: "Er hat alles bestimmt in meinem Leben"

25. Juni 2021 - 9:09 Uhr

Anna-Maria Ferchichi präsentiert sich als starke Frau

Zum zweiten Mal sagt Anna-Maria Ferchichi, die Frau von Rapper Bushido, im Prozess gegen Arafat Abou-Chaker aus. Frech und selbstbewusst macht sich die mit Drillingen schwangere Frau über den Clan-Boss lustig, beschreibt ihn aber gleichzeitig sehr herrschsüchtig: "Jeder hat unter ihm gelitten." Die Eindrücke aus dem Gerichtssaal beschreibt RTL-Reporterin Samina Faizi im Video.

Arafat Abou-Chaker: Clan-Chef mit Kontrollzwang

Schon Anna-Marias Outfit im Berliner Landgericht wirkt wie eine Provokation. Sie sieht sportlich aus, trägt Blue Jeans, eine enges graues Shirt, das ihren schwangeren Bauch betont, und weiße Turnschuhe. Sie präsentiert ein Bild von sich als Frau, das dem tief religiösen Clan-Chef Arafat Abou-Chaker wenig gefallen dürfte.

Genauso wenig, wie ihre Aussagen. Denn Anna-Maria Ferchichi beschreibt ihn wie einen "Psycho": "Er hat alles bestimmt in seinem Leben. Ich habe das acht Jahre lang mitgemacht. Es wurde keine Rücksicht auf uns genommen. Ich lag da mit zwei kranken Kindern, das war nicht schön, das war grausam."

Immer wieder habe er Bushido mit Anrufen terrorisiert. Wenn der Rapper nicht ranging, habe er fünf bis zehn Mal bei Anna-Maria angerufen. Wenn sie sagte, Bushido sei unter der Dusche, ließ er das von Nachbarn kontrollieren.

Doch nicht nur ihr Mann habe unter dem Kontrollzwang des Clan-Chefs gelitten, auch seine Frau Bruna und sogar seine mitangeklagten Brüder: "Es ist ein Zwang von Arafat, Menschen zu kontrollieren, zu diktieren und über sie zu bestimmen. Jeder hat unter ihm gelitten. Ich glaube bis heute, dass auch seine Brüder unter ihm leiden."

Bushidos Frau Anna-Maria macht sich über Arafat lustig

RTL-Reporterin Samina Faizi, die alle 39 Prozesstage aus dem Gerichtsaal verfolgt hat, sieht sogar eine selbstbewusstere Frau im Zeugenstand als schon bei ihrer ersten Aussage am Montag: "Auf jeden Fall ist sie heute sogar in Richtung Arafat Abou-Chaker ein wenig dreister unterwegs und düpiert ihn auch ordentlich im Gerichtssaal."

Denn wenn es nach den Aussagen von Anna-Maria geht, dann ist Arafat Abou-Chaker ein Selbstdarsteller, der sich gerne als besonders intelligent, sogar als Doktor der Politik darstellt. In Wirklichkeit sollen bei seinen Ausführungen aber alle immer beschämt zu Boden gesehen haben. Nicht so die 39-Jährige. Als Arafat über Deutschland und Kanzlerin Merkel lästert, greift sie ihn an: "Schämst du dich nicht? Du lebst hier. Deine Kinder gehen auf tolle Schulen, ihr wurdet als Flüchtlinge aufgenommen und du lästerst."

Vor Gericht wird immer deutlicher, dass Anna-Maria offenbar die Einzige ist, die es wagte, sich dem Clan-Boss entgegen zu stellen. Und obwohl Arafat nicht mal zwei Meter von ihr entfernt sitzt, zeigt die schwangere Mutter auch bei ihren Aussagen keine Angst. Da ist es kein Wunder, dass sie die treibende Kraft war, die ihren Mann Bushido davon überzeugte, die Beziehungen zu den Abou-Chakers zu beenden. (mch)

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