Zwei Punkte fehlten 2018 für den dritten Platz„Ich liebe den ESC!“ – Michael Schulte würde nochmal für Deutschland an den Start gehen

Michael Schulte wurde 2018 zum deutschen ESC-Helden
Michael Schulte wurde 2018 zum deutschen ESC-Helden (Archivbild)
picture alliance / ZB | Thomas Schulze

Sein wichtigster Rat: das Erlebnis genießen.
Der Eurovision Song Contest 2018 hat Michael Schultes (37) Karriere verändert. Seither wird er Jahr für Jahr als Experte zurate gezogen. Warum ihn das Thema nicht nervt und zu welchen Bedingungen er sogar eine erneute Teilnahme in Betracht zöge, erzählt er im Interview mit RTL.de.

Michael Schulte steht zu seiner ESC-Geschichte

Fragt man bekannte deutsche Künstler, ob sie beim Eurovision Song Contest antreten würden, bekommt man fast unisono ein „nein” als Antwort. Der Wettbewerb hat einen schlechten Ruf, nicht zuletzt durch eher überschaubare Ergebnisse in den letzten Jahren. Dazu oft deutliche Kritik von Fans und denen, die Deutschland eh nur als „Finanzierer” der Veranstaltung sehen.

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Doch Michael Schulte, Viertplatzierter des ESC 2018 in Lissabon, sieht das ganz entspannt. „Das gehört einfach zu mir“, sagt er. Vor allem seine emotionale Verbindung zum Wettbewerb mache das Thema für ihn weiterhin spannend. „Ich liebe den ESC“, macht der 37-jährige Sänger ganz klar.

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Während andere Stars wie Lena Meyer-Landrut, die deutsche ESC-Siegerin von 2010, irgendwann genug davon hatten, immer wieder darauf angesprochen zu werden, geht er einen anderen Weg. „Ich rede da auch gerne drüber“, erklärt er. Kein Wunder: Sein Erfolg wirkt bis heute nach. Immerhin hält er mit besagtem 4. Platz noch immer die beste deutsche Platzierung seit Lenas Erfolg in Oslo.

Zwei Punkte, die in Erinnerung bleiben

Ein Detail lässt Fans bis heute nicht los: die knappe Niederlage gegen Cesár Sampson aus Österreich. Nur zwei Punkte trennten Michael Schulte damals vom dritten Platz. Selbst nimmt er es gelassen. „Geärgert habe ich mich nicht“, sagt er rückblickend. Klar, ein Podiumsplatz wäre schön gewesen. „So eine Bronzemedaille hätte ich auch gerne mitgenommen.“ Doch für seine Karriere hätte das nichts verändert, ist er sich sicher.

Und wie sieht es mit einer Rückkehr aus? Die Tür ist offen. „Ich hätte auf jeden Fall Lust, nochmal anzutreten“, verrät er. Voraussetzung wäre allerdings eine direkte Nominierung. Ein erneuter Vorentscheid kommt für ihn nicht infrage. „Das wäre mir zu unsicher“, sagt er ehrlich. Sollte der SWR – der den ESC seit 2026 in Deutschland verantwortet – direkt auf ihn zukommen, wäre er bereit. „Dann würde ich es machen.“

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Sein Rat für Sarah Engels: Kritik ausblenden und das Erlebnis genießen

Negative Stimmen gehören zum ESC dazu – das weiß auch Schulte. Schon damals habe es viele skeptische Reaktionen gegeben. „Viele dachten: Das wird ja eh wieder nix.“ Doch er lernte früh, damit umzugehen. Vor allem durch seine Zeit auf YouTube. „Es wird immer Leute geben, die das nicht toll finden“, sagt er. Sein Tipp: Sich auf die positiven Stimmen konzentrieren und den Rest einfach ausblenden.

Besonders deutlich wird er, als es um Sarah Engels (33) geht, die für ihren Song und ihre Performance viel Kritik einstecken muss. Schulte zeigt Verständnis – und macht Mut. Sein wichtigster Rat: das Erlebnis genießen. „Die Platzierung ist wichtig, aber auch irgendwie zweitrangig“, sagt er. Für ihn ist der ESC vor allem eines: eine riesige Chance.

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Vor 180 Millionen Menschen aufzutreten, sei eine „krasse Ehre“. Und genau darauf sollte sich Sarah konzentrieren. „Sie soll das Abenteuer voll aufsaugen.“ Denn am Ende zählt nicht nur das Ergebnis, weil natürlich „dieses ganze Erlebnis einfach schon der Hauptgewinn ist.“

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche