Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden

Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden: Geht das?

Sie haben fehlende Zähne, leiden an Parodontitis oder eine Behandlung wurde bereits angeraten? Eine Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden abzuschließen ist herausfordernd – aber nicht unmöglich.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.

Kennen Sie das? Der Zahnarzt empfiehlt ein Implantat, eine Krone oder eine umfangreiche Parodontitisbehandlung – und plötzlich wird Ihnen bewusst, wie teuer moderne Zahnmedizin sein kann. Jetzt eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, scheint die logische Lösung. Doch die ernüchternde Realität: Die meisten Versicherer lehnen Personen mit Vorschäden ab oder schließen bestehende Probleme vom Versicherungsschutz aus. Heißt das, dass Sie ohne Schutz bleiben müssen? Keineswegs! Obwohl der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung mit Vorschäden komplizierter ist als bei gesunden Zähnen, gibt es durchaus Möglichkeiten. Welche Optionen Ihnen offenstehen, welche Anbieter auch bei fehlenden Zähnen oder Parodontitis versichern und worauf Sie dabei unbedingt achten sollten – all das erfahren Sie in diesem umfassenden Ratgeber.

Was gilt als Vorschaden bei Zahnzusatzversicherungen?

Bevor wir uns den Lösungen widmen, sollten wir klären, was Versicherer überhaupt als “Vorschaden” oder “Vorerkrankung” einstufen. Denn nicht jeder behandelte Zahn stellt automatisch ein Problem dar.

Typische Vorschäden, die Probleme bereiten können

Fehlende Zähne: Damit sind Zähne gemeint, die entfernt wurden oder nie vorhanden waren und noch nicht durch festen Zahnersatz ersetzt wurden. Eine klassische Zahnlücke also. Wichtig: Weisheitszähne zählen in der Regel nicht als fehlende Zähne, da sie üblicherweise nicht ersetzt werden müssen.

Parodontitis oder Parodontose: Diese bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats ist besonders tückisch. Fast die Hälfte aller Erwachsenen leidet oder litt bereits daran. Nach dem 45. Lebensjahr ist Parodontitis sogar die häufigste Ursache für Zahnverlust. Für Versicherer bedeutet das ein erhöhtes Risiko – sowohl für teure Behandlungen als auch für späteren Zahnersatz.

Angeratene oder laufende Behandlungen: Sobald Ihr Zahnarzt eine Behandlung empfohlen und in Ihrer Patientenakte vermerkt hat, gilt diese als “angeraten”. Das ist bereits der Fall, bevor ein Heil- und Kostenplan erstellt wurde. Hat die Behandlung begonnen, spricht man von einer “laufenden Behandlung”.

Wurzelbehandelte Zähne: Je nach Versicherer können auch mehrere wurzelbehandelte Zähne als Risikofaktor gelten, da diese häufiger Probleme bereiten und später möglicherweise ersetzt werden müssen.

Herausnehmbarer Zahnersatz: Während fester Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Implantate meist kein Problem darstellen, behandeln einige Versicherer herausnehmbare Prothesen wie fehlende Zähne.

Was zählt NICHT als problematischer Vorschaden?

Es gibt gute Nachrichten: Nicht alles, was Ihr Zahnarzt jemals behandelt hat, ist ein Hindernis für den Versicherungsabschluss. Diese Dinge bereiten in der Regel keine Probleme:

  • Füllungen: Auch mehrere Füllungen sind völlig normal und stellen kein Hindernis dar
  • Fest ersetzter Zahnersatz: Implantate, Brücken oder Kronen, die bereits vorhanden sind, gelten meist als versorgt und nicht mehr als Vorschaden
  • Abgeschlossene Wurzelbehandlungen: Sofern die Behandlung erfolgreich war und keine aktuellen Probleme bestehen
  • Professionelle Zahnreinigungen: Diese gelten nicht als Behandlung im versicherungstechnischen Sinne
  • Lückenschluss: Wenn sich nach einer kieferorthopädischen Behandlung die benachbarten Zähne zusammengeschoben haben und die Lücke natürlich geschlossen ist
Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden: nicht problematisch

Zahnzusatzversicherung bei fehlenden Zähnen: Ihre Optionen

Fehlende Zähne sind der häufigste Vorschaden, mit dem Menschen konfrontiert werden, wenn sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen möchten. Die gute Nachricht: In vielen Fällen ist eine Versicherung möglich.

Bis zu drei fehlende Zähne: Meist kein Problem

Die meisten Versicherer akzeptieren bis zu drei fehlende, noch nicht ersetzte Zähne. Allerdings gibt es unterschiedliche Modelle, wie sie damit umgehen:

Option 1: Mitversicherung ohne Einschränkung Einige wenige Tarife versichern einen fehlenden Zahn ohne Aufpreis oder Einschränkung mit.

Option 2: Versicherung mit Risikozuschlag Die gängigste Lösung ist ein Beitragszuschlag pro fehlendem Zahn.

Rechenbeispiel: Bei einem fehlenden Zahn würden Sie bei diesem Modell etwa 131 Euro zusätzlich pro Jahr zahlen. Ein einzelnes Implantat mit Krone kostet jedoch zwischen 1.800 und 4.200 Euro. Die Mehrkosten amortisieren sich also bereits nach kurzer Zeit, wenn Sie den Zahn ersetzen lassen.

Option 3: Versicherung mit angepasster Zahnstaffel Einige Tarife verzichten auf den Zuschlag, verlängern aber die Leistungsbegrenzung. So kann es sein, dass Sie statt der üblichen drei bis fünf Jahre eine Zahnstaffel von sechs bis acht Jahren haben.

Option 4: Leistungsausschluss für fehlende Zähne Die günstigste, aber auch eingeschränkteste Variante: Sie schließen die Versicherung ab, die fehlenden Zähne sind jedoch vom Versicherungsschutz ausgenommen. Das bedeutet, dass Sie für deren Ersatz selbst aufkommen müssen. Diese Option lohnt sich, wenn Sie primär Ihre noch gesunden Zähne absichern möchten.

Mehr als drei fehlende Zähne: Spezielle Lösungen

Fehlen Ihnen mehr als drei Zähne, wird es deutlich schwieriger – aber nicht unmöglich. Hier sind Ihre Möglichkeiten:

Tarife ohne Gesundheitsfragen: Diese sogenannten Annahmegarantie-Tarife verzichten komplett auf die Gesundheitsprüfung. Sie können unabhängig von Ihrem Zahnzustand abgeschlossen werden. Der Haken: Alle bei Vertragsabschluss bereits bestehenden Probleme sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Die Versicherung greift nur für Schäden, die nach Vertragsabschluss neu entstehen.

ERGO ZEZ (Zahnersatz Sofort): Als einzige Versicherung auf dem Markt bietet die ERGO einen Tarif an, der unbegrenzt viele fehlende Zähne versichert. Dieser Tarif ist besonders für Personen mit stark geschädigtem Gebiss interessant.

Die Wahrheit bei der Antragstellung

Ein wichtiger Hinweis, den wir nicht oft genug betonen können: Geben Sie fehlende Zähne immer wahrheitsgemäß an! Die Versicherer prüfen spätestens bei der ersten größeren Behandlung Ihre Patientenakte. Stellen sie fest, dass Sie falsche Angaben gemacht haben, können sie:

  • Den Versicherungsschutz komplett verweigern
  • Bereits gezahlte Leistungen zurückfordern
  • Den Vertrag kündigen
  • Bereits gezahlte Beiträge behalten

Wenn Sie unsicher sind, welche Zähne Ihnen genau fehlen, bitten Sie Ihren Zahnarzt um einen aktuellen Zahnbefund. Besonders tückisch sind endständig fehlende Zähne (wenn beispielsweise der 7er Backenzahn und der Weisheitszahn fehlen) – diese werden häufig übersehen.

Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden: Zahnarzt

Zahnzusatzversicherung trotz Parodontitis

Parodontitis stellt für Versicherer ein besonderes Problem dar: Sie ist weit verbreitet, erhöht das Zahnverlustrisiko erheblich und erfordert oft langfristige, kostenintensive Behandlungen. Dennoch gibt es Wege, sich trotz Parodontitis abzusichern.

Wann ist eine Versicherung trotz Parodontitis möglich?

Bei ausgeheilter oder gut kontrollierter Parodontitis Wenn Ihre Parodontitis behandelt wurde und stabil ist, haben Sie gute Chancen auf eine Versicherung. Wichtig ist, dass Sie von Ihrem Zahnarzt dokumentieren lassen, dass:

  • Die Taschentiefen im Normalbereich liegen
  • Keine Zahnlockerungen vorhanden sind
  • Kein Zahnersatz angeraten ist
  • Die Erkrankung unter Kontrolle ist

Mit einem solchen Attest können Sie bei vielen Versicherern einen normalen Tarif abschließen, eventuell mit geringen Einschränkungen.

Bei zurückliegender Behandlung Viele Versicherer fragen nur nach Behandlungen der letzten drei bis fünf Jahre. Liegt Ihre letzte Parodontitisbehandlung länger zurück, müssen Sie diese möglicherweise gar nicht mehr angeben. Aber Vorsicht: Einige Zahnärzte führen Parodontitis als “Dauerdiagnose” in der Patientenakte. Klären Sie mit Ihrem Zahnarzt ab, wie der aktuelle Status dokumentiert ist.

Bei akuter Parodontitis Befinden Sie sich gerade in Behandlung, wird es schwierig. Die meisten Tarife schließen laufende Behandlungen aus. Aber: Sie können eine Versicherung für alle anderen Zähne und zukünftige Probleme abschließen. Nur die aktuelle Parodontitisbehandlung wird nicht erstattet.

Versicherer, die bei Parodontitis versichern

Einige Versicherer sind kulanter als andere:

Tarife ohne Gesundheitsfragen: Diese versichern Sie unabhängig von Ihrer Parodontitis. Allerdings sind laufende Behandlungen und bereits fehlende Zähne vom Schutz ausgenommen.

Versicherer mit individueller Prüfung: Manche Gesellschaften prüfen anhand eines aktuellen Parodontalstatus, ob sie Sie versichern können. Dabei schauen sie sich die Taschentiefen und den allgemeinen Zustand an. Bei günstigen Werten ist eine Versicherung oft ohne Probleme möglich.

ERGO Zahnersatz Sofort: Dieser spezielle Sofortschutz-Tarif versichert auch bei Parodontitis, allerdings mit Einschränkungen bei den Leistungen.

Was Sie bei Parodontitis beachten sollten

Auch wenn Sie eine Versicherung mit Parodontitis abschließen können, gibt es wichtige Punkte zu bedenken:

  • Die Versicherung erstattet nur Kosten, die nach Vertragsabschluss entstehen
  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sind bei Parodontitis besonders wichtig – viele Tarife übernehmen diese vollständig
  • Bei fortgeschrittener Parodontitis mit drohendem Zahnverlust sollten Sie Tarife wählen, die hohe Leistungen für Zahnersatz bieten
  • Dokumentieren Sie den Zustand Ihres Gebisses bei Vertragsabschluss gründlich

Zahnzusatzversicherung bei angeratener oder laufender Behandlung

Dies ist die wohl schwierigste Situation: Ihr Zahnarzt hat bereits eine Behandlung empfohlen oder sie läuft sogar schon. Viele denken jetzt erst über eine Versicherung nach – und stellen fest, dass es “zu spät” ist. Aber stimmt das wirklich?

Was bedeutet “angeraten” und “laufend”?

Es ist wichtig, diese beiden Begriffe zu unterscheiden:

Angeratene Behandlung: Eine Behandlung gilt als angeraten, sobald Ihr Zahnarzt einen Befund festgestellt und eine konkrete Maßnahme empfohlen hat. Das ist bereits der Fall, wenn in Ihrer Patientenakte vermerkt ist, dass ein Zahn behandelt werden sollte – auch ohne Heil- und Kostenplan. Der Zeitpunkt der Empfehlung ist der entscheidende Stichtag.

Laufende Behandlung: Eine Behandlung gilt als laufend, wenn bereits der erste Behandlungstermin stattgefunden hat. Manche Versicherer ziehen die Grenze aber auch schon bei Vorlage eines Heil- und Kostenplans.

Wichtig: Vorsorgeuntersuchungen und professionelle Zahnreinigungen gelten NICHT als angeratene oder laufende Behandlung!

Standard-Tarife: In der Regel keine Leistung

Die harte Wahrheit: Fast alle normalen Zahnzusatzversicherungen schließen angeratene und laufende Behandlungen vom Versicherungsschutz aus. Das ist auch logisch – schließlich würde sonst jeder erst dann eine Versicherung abschließen, wenn eine teure Behandlung ansteht.

Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden: Tarife

Wenn Sie also versuchen, einen regulären Tarif abzuschließen, haben Sie zwei Optionen:

Option 1: Sie geben die angeratene Behandlung im Antrag an. In diesem Fall wird entweder:

  • Ihr Antrag komplett abgelehnt
  • Die konkrete Behandlung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen
  • Der Vertrag mit einem Leistungsausschluss für diese Behandlung abgeschlossen

Option 2: Sie verschweigen die angeratene Behandlung. Das ist die schlechteste Wahl! Bei der ersten größeren Rechnung wird der Versicherer Ihre Patientenakte anfordern und die Empfehlung entdecken. Dann drohen:

  • Verweigerung der Leistung
  • Kündigung des Vertrags
  • Rückforderung bereits gezahlter Leistungen
  • Beibehaltung aller Beiträge

Sofortschutz-Tarife: Die Rettung in letzter Minute

Es gibt jedoch spezielle Tarife, die auch bei angeratener oder sogar laufender Behandlung noch leisten. Diese sogenannten Sofortschutz-Tarife sind die einzige legale Möglichkeit, sich noch abzusichern.

Wie funktionieren Sofortschutz-Tarife? Sie kombinieren einen normalen Basis-Tarif mit einem befristeten Zusatzbaustein. Dieser Zusatzbaustein:

  • Gilt nur für die ersten 12 bis 24 Monate
  • Kostet deutlich mehr als der Basis-Tarif
  • Erstattet die Kosten für die bereits angeratene Behandlung
  • Ist auf eine bestimmte Summe begrenzt (meist 1.000 bis 2.000 Euro)

Nach Ablauf der Zusatzbausteinzeit läuft nur noch der normale Basis-Tarif weiter, der dann für alle zukünftigen Behandlungen leistet.

Lohnt sich ein Sofortschutz-Tarif?

Das hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Hier eine Entscheidungshilfe:

Ein Sofortschutz-Tarif lohnt sich, wenn:

  • Die anstehende Behandlung sehr teuer ist (z. B. Implantat für 2.000 bis 3.000 Euro)
  • Sie mehrere Zähne versorgen lassen müssen
  • Sie anschließend langfristig versichert bleiben möchten
  • Der Sofortschutz mindestens 60 bis 70 % der Behandlungskosten erstattet

Ein Sofortschutz-Tarif lohnt sich NICHT, wenn:

  • Die Behandlung relativ günstig ist (z. B. einfache Füllung)
  • Der Tarif nur 40 bis 50 % der Kosten erstattet
  • Sie die Behandlung auch selbst zahlen könnten
  • Es Ihnen nur um diese eine Behandlung geht

Alternative: In manchen Fällen ist es sinnvoller, die aktuelle Behandlung selbst zu zahlen und danach einen normalen, günstigeren Tarif abzuschließen. Besprechen Sie diese Option mit einem Versicherungsexperten.

Finanzielle Absicherung trotz Vorschäden

Selbst mit Vorschäden sollten Sie nicht auf eine finanzielle Absicherung verzichten. Moderner Zahnersatz kann schnell mehrere tausend Euro kosten – Kosten, die die gesetzliche Krankenkasse nur zu einem Bruchteil übernimmt. Eine Zahnzusatzversicherung hilft, diese Kostenlücke zu schließen und gibt Ihnen die Freiheit, sich für hochwertigen Zahnersatz wie Implantate oder Keramikkronen zu entscheiden, ohne dabei Ihr Budget zu sprengen.

Bei der Wahl der richtigen Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden sollten Sie besonders auf folgende Punkte achten: Werden Ihre spezifischen Vorschäden akzeptiert? Wie hoch sind die Erstattungssätze gerade in den ersten Jahren? Gibt es Wartezeiten oder Leistungsbegrenzungen? Und vor allem: Passt das Preis-Leistungs-Verhältnis zu Ihrer individuellen Situation?

Die derzeit besten Zahnzusatzversicherungen in Deutschland, die auch bei Vorschäden faire Konditionen bieten, sind:

DFV: Deutschlands bestbewertete Versicherung
Der 10-fache Stiftung Warentest Testsieger DFV überzeugt mit einem günstigen Rundum-Versicherungsschutz, individuell an Ihre Bedürfnisse angepasst.
Ergo: Testsieger Stiftung Warentest
Die Ergo Zahnzusatzversicherung bietet eine umfassende Absicherung für Ihre Zähne mit einer einer großen Auswahl an Tarifoptionen ohne Wartezeit.
Ottonova: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
Ottonova verspricht Sofort-Leistung zum Best-Preis, und das alles digital. Die Zahnzusatzversicherung garantiert 100% Sofortschutz ohne Wartezeit.
Maxcare: Deutschlands beliebteste Versicherung
Der Finanz-Testsieger Maxcare bietet bis zu 100 % Kostenübernahme ohne Wartezeiten im Rundum-Sorglospaket für Ihre Zahngesundheit. Aktion: Alle Neukunden erhalten bei Online-Abschluss einen 15 € Happybrush-Gutschein!
DA Direkt: Ertklassige Versorgung beim Zahnarzt
Die DA Direkt Zahnzusatzversicherung verspricht flexible Zahlung und faire Konditionen. Sichern Sie sich Sofortschutz beim Finanz-Testsieger.

Wichtige Tipps für den Versicherungsabschluss trotz Vorschäden

1. Seien Sie ehrlich bei den Gesundheitsfragen

Wir können es nicht oft genug betonen: Beantworten Sie alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß. Die Versicherer haben bei größeren Behandlungen das Recht, Ihre Patientenakte einzusehen. Falsche Angaben führen fast immer dazu, dass Sie am Ende ohne Versicherungsschutz dastehen – und trotzdem alle Beiträge gezahlt haben.

2. Holen Sie sich einen aktuellen Zahnbefund

Bitten Sie Ihren Zahnarzt um einen schriftlichen Befund Ihres aktuellen Zahnzustands. Dieser sollte enthalten:

  • Welche Zähne fehlen (mit genauer Position)
  • Ob eine Parodontitis vorliegt und wie der Status ist
  • Ob und welche Behandlungen angeraten sind
  • Den allgemeinen Zustand Ihrer Zähne

Mit dieser Dokumentation können Sie die Gesundheitsfragen präzise beantworten und haben im Zweifelsfall einen Nachweis.

3. Vergleichen Sie mehrere Anbieter

Die Unterschiede zwischen den Versicherern sind enorm – gerade bei Vorschäden. Was bei einem Versicherer zum Ausschluss führt, ist bei einem anderen vielleicht kein Problem. Nutzen Sie unseren Zahnzusatzversicherungs-Vergleich oder lassen Sie sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten.

Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden: Vergleich

4. Achten Sie auf die Zahnstaffel

Die Zahnstaffel begrenzt die Erstattung in den ersten Jahren. Typische Begrenzungen sind:

    1. Jahr: 1.000 Euro
    1. bis 2. Jahr: 2.000 Euro
    1. bis 3. Jahr: 3.000 Euro
    1. bis 4. Jahr: 4.000 Euro
  • Ab dem 5. Jahr: unbegrenzt

Bei Vorschäden kann diese Staffel länger ausfallen. Prüfen Sie, ob die Erstattungsgrenzen ausreichen, falls Sie zeitnah eine Behandlung benötigen.

5. Prüfen Sie die Wartezeiten

Viele Tarife haben Wartezeiten von drei bis acht Monaten, in denen noch keine Leistungen erbracht werden. Bei Vorschäden kann es sinnvoll sein, einen Tarif ohne Wartezeit zu wählen – auch wenn dieser etwas teurer ist.

6. Dokumentieren Sie alles

Bewahren Sie folgende Unterlagen sorgfältig auf:

  • Ihren Versicherungsantrag mit allen Angaben
  • Den Zahnbefund zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses
  • Die Versicherungsbestätigung
  • Alle Korrespondenz mit dem Versicherer

So können Sie im Streitfall nachweisen, was Sie bei Vertragsabschluss angegeben haben.

7. Klären Sie Unklarheiten vor der Unterschrift

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Gesundheitsfrage mit “ja” oder “nein” beantworten sollen, klären Sie dies VOR der Unterschrift mit dem Versicherer. Die meisten Anbieter haben spezielle Anfrageformulare für solche Fälle. Ihr Versicherungsmakler kann Sie hierbei ebenfalls unterstützen.

Häufige Fehler vermeiden

Fehler 1: Zu lange warten Viele Menschen warten zu lange mit dem Versicherungsabschluss. Je gesünder Ihre Zähne heute sind, desto besser sind Ihre Chancen auf einen guten Tarif. Warten Sie nicht, bis bereits Probleme bestehen.

Fehler 2: Nur auf den Preis achten Der günstigste Tarif ist bei Vorschäden selten der beste. Achten Sie auf die Leistungen, die Erstattungssätze und die Annahmebedingungen. Ein etwas teurerer Tarif, der Ihre Vorschäden mitversichert, ist besser als ein günstiger Tarif mit vielen Ausschlüssen.

Fehler 3: Die Patientenakte nicht kennen Viele Menschen wissen gar nicht genau, was in ihrer Patientenakte steht. Bevor Sie eine Versicherung abschließen, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen. Ihr Zahnarzt ist verpflichtet, Ihnen Einsicht zu gewähren.

Fehler 4: Mehrere Anträge gleichzeitig stellen Stellen Sie nicht bei mehreren Versicherern gleichzeitig einen Antrag. Wird ein Antrag abgelehnt, müssen Sie dies bei zukünftigen Anträgen angeben – was weitere Ablehnungen wahrscheinlicher macht. Lassen Sie sich stattdessen beraten, welcher Versicherer für Ihre Situation am besten geeignet ist.

Fehler 5: Auf Bagatellschäden verzichten Auch kleine Vorschäden wie einzelne fehlende Zähne sollten Sie angeben. Die Versicherer prüfen ohnehin, und unvollständige Angaben können Ihren gesamten Versicherungsschutz gefährden.

Alternativen zur Zahnzusatzversicherung

Wenn Sie trotz aller Bemühungen keine passende Versicherung finden oder die Konditionen für Sie nicht akzeptabel sind, gibt es noch andere Wege, sich finanziell abzusichern:

Selbst ansparen

Zahlen Sie monatlich den Betrag, den eine Versicherung kosten würde, auf ein separates Konto ein. Der Vorteil: Sie bauen garantiert ein Polster auf. Der Nachteil: Bei frühen, teuren Behandlungen haben Sie noch nicht genug angespart.

Zahnärztliche Ratenzahlung

Viele Zahnärzte bieten Ratenzahlungen an, oft sogar zinslos oder zu günstigen Konditionen. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf diese Möglichkeit an.

Behandlung im Ausland

In einigen EU-Ländern wie Ungarn, Polen oder Tschechien sind Zahnbehandlungen deutlich günstiger als in Deutschland. Die Qualität ist oft vergleichbar, allerdings sollten Sie sich die Praxis vorher genau ansehen und auf Garantien achten.

Bonus-Programme der Krankenkassen nutzen

Führen Sie Ihr Bonusheft lückenlos. Nach fünf Jahren erhöht sich der Festzuschuss Ihrer gesetzlichen Krankenkasse von 60 auf 70 %, nach zehn Jahren sogar auf 75 %. Für Geringverdiener kann der Zuschuss auf bis zu 100 % steigen.

Unser Fazit

Eine Zahnzusatzversicherung trotz Vorschäden abzuschließen ist herausfordernd, aber in den meisten Fällen möglich. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, Ihre individuelle Situation realistisch einzuschätzen und den passenden Anbieter zu finden.

Unsere wichtigsten Empfehlungen:

  • Handeln Sie frühzeitig, bevor weitere Probleme entstehen. Je gesünder Ihre Zähne heute sind, desto besser sind Ihre Optionen. Auch wenn bereits ein oder zwei Zähne fehlen, gibt es noch viele gute Tarife.
  • Seien Sie bei den Gesundheitsfragen ehrlich. Es mag verlockend sein, Vorschäden zu verschweigen, aber das rächt sich garantiert. Die Versicherer prüfen spätestens bei der ersten größeren Behandlung, und dann stehen Sie ohne Schutz da.
  • Vergleichen Sie gründlich. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind enorm. Was bei einem Versicherer zum Ausschluss führt, ist bei einem anderen vielleicht problemlos versicherbar. Lassen Sie sich Zeit beim Vergleich und nutzen Sie professionelle Beratung.
  • Rechnen Sie nach, ob sich ein Sofortschutz-Tarif lohnt. Nicht immer ist es sinnvoll, die Mehrkosten für die Mitversicherung angeratener Behandlungen zu zahlen. Manchmal ist es wirtschaftlich klüger, die aktuelle Behandlung selbst zu bezahlen und danach einen regulären Tarif abzuschließen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Selbst wenn Sie heute mit Vorschäden kämpfen, schützt Sie eine Zahnzusatzversicherung vor zukünftigen Problemen und Kosten. Und gerade bei vorgeschädigten Zähnen ist das Risiko für weitere Probleme erhöht. Eine Versicherung gibt Ihnen die finanzielle Sicherheit, auch in Zukunft auf hochwertige Zahnmedizin zurückgreifen zu können, ohne dass jeder Zahnarztbesuch zu einer finanziellen Belastung wird.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn der erste Versuch nicht klappt. Mit der richtigen Strategie und einem passenden Anbieter finden auch Sie eine Lösung für Ihre Situation.

Weitere Artikel und Tests

Zahnzusatzversicherung für Kinder
Um Ihrem Kind die bestmögliche Pflege zu gewährleisten, ist eine Zahnzusatzversicherung eine sinnvolle Entscheidung.
zahnzusatzversicherung
Die Leistungen der gesetzlichen Versicherung sind oft nicht ausreichend. Eine Zahnzusatzversicherung kann die Lösung sein.
Zahnzusatzversicherung für Rentner
Eine Zahnzusatzversicherung senkt Zahnarztkosten und garantiert eine umfassende Versorgung im Alter.
zahn-magazin
Wussten Sie, dass es einen Zusammenhang zwischen der Zahngesundheit und Ihrem Gesundheitszustand gibt?
Zahnzusatzversicherung ERGO
Die ERGO Zahnzusatzversicherung bietet eine umfassende Absicherung für Ihre Zähne und passende Tarife für Ihre Bedürfnisse.
Zahnzusatzversicherung Ottonova
Ottonova verspricht Sofort-Leistung zum Best-Preis, und das alles digital. Wir teilen unsere Erfahrungen mit dem deutschen Start-Up.
Zahnzusatzversicherung Maxcare
Maximaler Zahnschutz zu erschwinglichen Preisen — das verspricht Maxcare. Machen Sie sich ein umfassendes Bild über alle Leistungen.
Zahnzusatzversicherung DFV
Die DFV Zahn­versicherung ist 10-facher Testsieger und damit Rekord-Testsieger bei Stiftung Warentest. Wie gut ist der Anbieter wirklich?
Zahnzusatzversicherung DA Direkt
DA Direkt ist “immer für Sie da” und verspricht flexible Zahlung und faire Konditionen. Erfahren Sie alles über den Finanz-Testsieger.
Zähne und Zucker
Zucker ist der wohl größte Feind der Zahngesundheit.
Wir verraten Ihnen 10 Dinge, die Sie über Zähne und Zucker bestimmt noch nicht wussten.
Zahngesundheit beim Sport
Wissen Sie, wie Sie beim Sport Ihre Zähne schützen können? Hier erfahren Sie, was genau Sport mit Zahngesundheit zu tun hat.
Karies bei Kindern
Karies bei Kindern ist ein ernstes Problem in Deutschland. Der aktuelle Barmer-Zahnreport verrät alles über Ursachen und Prävention.
jugendliche zahngesundheit
Mundhygiene ist wichtig — besonders für Jugendliche. Wir teilen einfache Tipps, um Zähne und Mund in Teenagerjahren zu schützen.
Zähneputzen gegen Depression
Was für Auswirkungen hat Zähneputzen auf unser Wohlbefinden? Eine Studie untersucht Zusammenhänge.
Kaugummi
Die Debatte ist so alt wie die Zeit, oder zumindest so alt wie die Zahnpflege. Wir haben das Rätsel für Sie gelöst.
Zahngesundheit im Alter
Gesunde Zähne = längeres Leben? So trägt ein gesunder Mund zu einem gesünderen Körper bei.
Sport und Zahngesundheit
Welche Auswirkungen hat Bewegung auf unsere Zähne? Fördert ein aktiver Lebensstil die Mundgesundheit?
Kieferorthopädie für Erwachsene
Alles zu Kosten, Behandlungsmethoden, Zahnspangen & Kostenübernahme.
Weisheitszahn
Weisheitszahn-Schmerzen sind oft unerträglich. Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Soforthilfe-Tipps.