Zahnzusatzversicherung für Kinder

Zahnzusatzversicherung für Kinder: 5 Tarife im Vergleich

Die richtige Zahnpflege ist ein wichtiger Bestandteil Gesundheit Ihres Kindes. Um Ihrem Kind die bestmögliche Pflege zu gewährleisten, ist eine Zahnzusatzversicherung für Kinder eine sinnvolle Entscheidung. Doch welche Versicherung ist die richtige? Und was müssen Sie beachten?

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Zähneputzen, zweimal im Jahr zur Kontrolle, alles im Griff. Dann sagt der Kieferorthopäde einen Satz, der ein paar tausend Euro bedeutet: Ihr Kind braucht eine Zahnspange. Die Krankenkasse übernimmt davon einen Teil, längst nicht alles. Und wer erst jetzt über eine Zahnzusatzversicherung nachdenkt, kommt für diese Behandlung zu spät.

Zahnzusatzversicherung für Kinder: die besten Anbieter im Vergleich

Alles hängt an einer Frage: Weiß der Zahnarzt schon von einer Fehlstellung? Wenn nein, können Sie frei wählen. Wenn ja, kommen nur noch Tarife mit Sofortschutz infrage. Die gesetzliche Kasse zahlt Kieferorthopädie nämlich erst ab einer stärkeren Fehlstellung, und dann nur die Regelversorgung. Keramik-Brackets, Retainer oder unsichtbare Schienen bezahlen Eltern selbst. Wir haben die Zahnzusatzversicherungen für Kinder verglichen.

DA Direkt: 100 % auch bei leichter Fehlstellung
Zahnschutz Premium Plus zahlt in KIG 1 und 2 bis zu 2.000 € und bei KIG 3 bis 5 die Mehrkosten für Keramik- und Mini-Brackets. Ohne Wartezeit, siebenmal in Folge Warentest-Bestnote 0,5.
Ottonova: günstiger Einstieg, komplett digital
Zahn 100 erstattet Kieferorthopädie in allen KIG-Stufen zu 100 %, begrenzt auf 2.000 € in zehn Jahren. Ohne Wartezeit, Abwicklung per App.
DFV: bei starker Fehlstellung ohne Höchstgrenze
ZahnSchutz Exklusiv 100 zahlt bei KIG 3 bis 5 ohne Summenbegrenzung, in KIG 1 und 2 bis zu 2.000 €. Zehnfacher Warentest-Testsieger, Bestnote 0,5.
Maxcare: höchste KFO-Summe im Vergleich
ZahnGesund 100 erstattet Kieferorthopädie bis 2.500 € über die gesamte Laufzeit, ohne Kassenvorleistung 35 % weniger. Tarifgeber: Münchener Verein.
Ergo: leistet bei angeratener Behandlung
Der Kieferorthopädie Sofortschutz zahlt als einziger Tarif hier nachträglich: 50 % der Mehrkosten in KIG 3 bis 5, in KIG 1 und 2 max. 250 € pro Jahr.

Kurz entschieden:

  • Kind noch klein und kerngesund? Dann entscheidet vor allem der Beitrag. Ottonova und DFV sind die erste Adresse.
  • Fehlstellung schon erwähnt oder Termin beim Kieferorthopäden steht? Sie brauchen Sofortschutz, also DA Direkt oder Ergo.
  • Keramikbrackets und Aligner sollen voll abgedeckt sein? Dann zählt die KFO-Höchstgrenze, und dort liegen Maxcare und DFV vorn.

Fast jeder Tarif wirbt mit „bis zu 100 Prozent“. Der Prozentsatz sagt aber wenig. Wichtig ist der Deckel darunter: Ein Tarif mit 100 Prozent Erstattung und 1.500 € KFO-Grenze zahlt am Ende weniger als einer mit 80 Prozent und 4.000 €.

Stiftung Warentest: gibt es einen Testsieger für die Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Nein. Stiftung Warentest prüft Zahnzusatzversicherungen regelmäßig, für Kinder taugt das Ergebnis aber kaum. Woran das liegt:

  • Seit 2008, alle ein bis zwei Jahre prüft Stiftung Warentest Zahnzusatzversicherungen. Eine eigene Wertung für Kinder- oder Kieferorthopädie-Tarife gibt es dabei nicht.
  • 285 Tarife standen im aktuellen Test (Finanztest 07/2025) auf dem Prüfstand, 125 davon erhielten ein „sehr gut“.
  • Der Modellkunde ist erwachsen, den Schwerpunkt bildet der Zahnersatz. Kieferorthopädie fällt bei der Note kaum ins Gewicht, also der Posten, der bei Kindern die Rechnung macht.

Eine Bestnote belegt damit vor allem, dass der Tarif Kronen, Brücken und Implantate gut absichert. Über die KFO-Leistung für Ihr Kind sagt sie nichts. Ein Tarif mit 0,5 kann bei der Zahnspange schlechter abschneiden als einer mit 1,2, wenn seine KFO-Höchstgrenze niedriger liegt oder Mehrleistungen ausgeschlossen sind. Behandeln Sie die Testnote also als Vorfilter und prüfen Sie danach die Kinderleistungen.

Welche Zahnversicherung ist die beste für Kinder?

Der Tarif mit der höchsten KFO-Höchstgrenze, der auch bei KIG 1 und 2 zahlt und keine Wartezeit für Kieferorthopädie verlangt. Bei einem gesunden Kind fällt der Rest kaum ins Gewicht, denn Zahnersatz kommt in diesem Alter selten vor. Ein Tarif, der bei Erwachsenen glänzt, kann für Ihr Kind trotzdem der falsche sein.

Testnoten unserer Anbieter im Finanztest 07/2025

Drei der fünf Tarife tragen die Bestnote 0,5, Ottonova liegt bei 0,6. Der Ergo-Tarif fehlt im Test, weil er ausschließlich Kieferorthopädie abdeckt. Zwei Einschränkungen noch: Die Noten gelten für Erwachsenentarife, und sie halten nicht ewig. Ottonova stand 2023 noch bei 0,5.

AnbieterTarifNote Finanztest 07/2025
DA DirektZahnschutz Premium Plus0,5 („sehr gut“)
OttonovaZahn 1000,6 („sehr gut“)
DFVZahnSchutz Exklusiv 1000,5 („sehr gut“)
MaxcareZahnGesund 100 (Münchener Verein)0,5 („sehr gut“)
ErgoKieferorthopädie Sofortschutznicht im Test

Franke & Bornberg bewertet Zahntarife ebenfalls und kommt dabei teils zu anderen Ergebnissen. Ratings, die Kieferorthopädie und Prophylaxe stärker gewichten, treffen die Lage für Eltern meist besser als eine Gesamtnote.

Ist eine Zahnzusatzversicherung für Kinder sinnvoll?

Ja. Rund 55 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland werden kieferorthopädisch behandelt. Die Zahnspange gehört bei Kindern zum Regelfall.

Die Zahl stammt aus dem BARMER-Zahnreport 2024, der die Abrechnungsdaten von etwa 53.000 gesetzlich versicherten Kindern des Jahrgangs 2005 über zehn Jahre ausgewertet hat. Regional geht die Quote weit auseinander, von knapp 46 Prozent in Bremen bis rund 60 Prozent in Bayern. Mädchen werden dabei deutlich häufiger behandelt als Jungen: rund 60 gegenüber 50 Prozent.

Der Report liefert allerdings noch eine zweite Zahl. Rund 70 Prozent der untersuchten Kinder waren beim Kieferorthopäden vorstellig, behandelt wurden 55 Prozent. In Regionen mit besonders hohen Quoten hält BARMER eine Übertherapie für möglich. Wer eine Spange angeraten bekommt, sollte deshalb eine zweite Meinung einholen. Die kostet nichts und lohnt sich besonders bei KIG 1 und 2.

Kommt die Behandlung dann doch, zahlt die Kasse nur die einfachste Variante, und das erst ab einer ausgeprägten Fehlstellung. Alles darüber landet auf Ihrer Rechnung. Diese drei Posten fängt eine Zusatzversicherung auf:

  1. Behandlungen, die die Kasse gar nicht zahlt. Bei einer leichten Fehlstellung in KIG 1 oder 2 tragen Sie die gesamte Zahnspange selbst, abhängig von der Variante 600 bis über 5.000 €.
  2. Die Mehrkosten für alles, was besser ist als Metall. Keramikbrackets, Lingualtechnik oder Aligner rechnet der Kieferorthopäde privat ab, üblich sind 500 bis 2.000 €.
  3. Die Vorsorge, die über die Kassenleistung hinausgeht. Die Individualprophylaxe zahlt die Kasse bei 6- bis 17-Jährigen zweimal pro Jahr komplett, inklusive Versiegelung der großen Backenzähne. Privat bleiben die Versiegelung der kleinen Backenzähne, jede weitere Zahnsteinentfernung über eine pro Jahr hinaus und die intensive Reinigung rund um eine feste Zahnspange.

Was deckt eine Zahnzusatzversicherung für Kinder ab?

Der Schwerpunkt liegt bei Kieferorthopädie, Zahnerhalt und Prophylaxe. Wie weit der Schutz reicht, unterscheidet sich von Tarif zu Tarif erheblich. Ein guter Kindertarif enthält:

  • Kieferorthopädie: feste und lose Zahnspangen samt Mehrleistungen wie Keramik-Brackets, unsichtbare Spangen und Retainer
  • alle kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG 1 bis 5), nicht nur die Fälle, die die Kasse übernimmt
  • Zahnprophylaxe: professionelle Zahnreinigung und Versiegelungen
  • Zahnbehandlung: Füllungen und Kariesbehandlungen
  • Zahnersatz: bei Unfall oder Beschädigung
  • Angst- und Schmerzbehandlung

2027 verschiebt sich diese Rechnung noch einmal. Am 29. Juli 2026 wurde das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz im Bundesgesetzblatt verkündet, und damit sinkt der Festzuschuss der Krankenkassen für Zahnersatz zum 1. Januar 2027 um zehn Prozentpunkte, ohne Bonusheft von 60 auf 50 Prozent. Bei Kindern trifft das vor allem Zahnersatz nach einem Unfall. Dieser Baustein im Tarif gewinnt dadurch an Wert.

Kieferorthopädie: der teuerste Posten in der Zahnzusatzversicherung für Kinder

Die Zahnspange ist der Posten, an dem sich entscheidet, ob ein Kindertarif etwas wert ist. Kronen und Implantate spielen in diesem Alter kaum eine Rolle.

KIG 1 bis 5: was die Krankenkasse zahlt und was Sie selbst tragen

Die Krankenkasse zahlt erst ab KIG 3. Kieferorthopäden teilen Zahnfehlstellungen in fünf kieferorthopädische Indikationsgruppen ein, kurz KIG, von einer leichten Fehlstellung in KIG 1 bis zu einer sehr starken in KIG 5.

KIG 1 und 2: Sie tragen die Behandlung komplett selbst, auch wenn der Kieferorthopäde sie fachlich befürwortet. Die Einstufung richtet sich allein danach, ob die Fehlstellung Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigt. Was darunter liegt, gilt als nicht notwendig, selbst wenn Ihr Kind darunter leidet.

KIG 3 bis 5: Die Kasse steigt ein, deckt aber nur einen Teil:

  • Sie übernimmt zunächst 80 Prozent der Regelversorgung.
  • Die restlichen 20 Prozent bekommen Sie erst zurück, wenn die Behandlung im geplanten Umfang abgeschlossen ist.
  • Sind mindestens zwei Ihrer Kinder gleichzeitig in Behandlung, sinkt der Anteil für das zweite und jedes weitere Kind auf 10 Prozent.

Eine feste Zahnspange in Regelversorgung kostet rund 2.000 bis 3.000 €, Ihr Eigenanteil liegt damit bei etwa 400 bis 600 €. Fällig wird er meist vierteljährlich über die gesamte Behandlung. Sie finanzieren ihn also zwei bis drei Jahre lang vor.

KFO-Mehrleistungen: hier entsteht die eigentliche Rechnung

Alles, was besser ist als sichtbare Metallbrackets, zahlen Eltern privat: je nach Praxis und Umfang 500 bis 2.000 €, bei aufwendigen Fällen deutlich mehr. Im Tarifwerk laufen diese Positionen als KFO-Mehrleistungen:

  • Keramik- und Kunststoffbrackets
  • Mini-Brackets
  • Lingualtechnik mit innen liegenden Spangen
  • Aligner-Schienen
  • Retainer zur Stabilisierung nach der Behandlung

Eine gute KFO-Versicherung für Kinder übernimmt diese Positionen auch dann, wenn die Kasse die Grundbehandlung längst bezahlt hat. Den Retainer vergessen Eltern dabei am häufigsten, obwohl er am Ende fast jeder Behandlung steht.

Kaum ein Elternteil kennt dieses Recht: Der Kieferorthopäde muss Ihnen die Mehrleistungen vor Behandlungsbeginn schriftlich aufschlüsseln und dabei ausdrücklich eine zuzahlungsfreie Variante auf Kassenniveau darlegen (§ 29 Abs. 7 SGB V). Fordern Sie diesen Plan ein, bevor Sie unterschreiben. Im Beratungsgespräch wirken die Extras sonst wie ein Menü, aus dem man auswählen muss.

Wie viel die Zusatzversicherung für Kieferorthopädie erstattet

Je nach Tarif und Stufe bekommen Sie 50 bis 100 Prozent der Restkosten zurück. Darüber liegt die KFO-Höchstgrenze, bei unseren fünf Tarifen zwischen 2.000 und 2.500 €. Bei einer Behandlung über mehrere Jahre hängt daran alles.

Wie teuer sind Zahnspange und Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Eine Zahnspange kostet zwischen 600 € und über 9.000 €, die Versicherung dafür wenige Euro im Monat. Die folgenden Spannen gelten für beide Kiefer, sofern nicht anders angegeben.

Zahnspange für Kinder: Kosten im Überblick

VarianteKostenZahlt die Kasse?
Lose Zahnspange (Regelversorgung)600–1.000 € pro Kieferja, ab KIG 3
Feste Zahnspange mit Metallbrackets (Regelversorgung)2.000–3.000 €ja, ab KIG 3
Aufschlag für Keramik- oder Kunststoffbrackets500–2.000 €nein
Innen liegende Spange (Lingualtechnik)4.500–9.000 €nein
Aligner-Schienen1.600–6.500 €nein
Retainer nach der Behandlung200–500 € pro Kieferin der Regel nein

Bei KIG 1 und 2 zahlt die Kasse überhaupt nichts, dort tragen Sie jede Zeile dieser Tabelle allein. Und selbst bei einer starken Fehlstellung gilt der Anspruch nur, wenn die Behandlung beginnt, bevor Ihr Kind 18 wird. Danach zahlt die Kasse nur noch bei schweren Kieferanomalien, die zusätzlich operiert werden müssen.

Rechenbeispiel: was am Ende bei Ihnen bleibt

In KIG 3 bleibt am Ende oft nichts bei Ihnen hängen, in KIG 2 die komplette Rechnung.

Fall 1: KIG 3, Regelversorgung für 2.800 €. Die Kasse übernimmt 2.240 €, die restlichen 560 € strecken Sie vor und bekommen sie nach erfolgreichem Abschluss zurück, also nach zwei bis drei Jahren. Sollen es Keramikbrackets sein, kommen rund 1.500 € dazu, die niemand erstattet. Diese Lücke schließt eine Zahnzusatzversicherung für Kinder mit Kieferorthopädie, abhängig vom Tarif zu 50 bis 100 Prozent.

Fall 2: KIG 2, Aligner für 4.500 €. Hier zahlt die Kasse keinen Cent. Ohne Tarif bleibt die Rechnung vollständig bei der Familie.

Für wenige Euro im Monat fangen Sie das ab. Die beiden Tarife mit dem stärksten Kieferorthopädie-Schutz für Kinder:

DA Direkt: deckt Mehrkosten und leichte Fehlstellung
In KIG 1 und 2 bis zu 2.000 €, bei KIG 3 bis 5 die kompletten Mehrkosten für Keramik-, Mini- oder Lingualbrackets. Abschluss nur, solange kein KFO-Bedarf festgestellt ist.
Ottonova: alle KIG-Stufen, ein Deckel
Zahn 100 zahlt in jeder KIG-Stufe 100 %, gedeckelt auf 2.000 € in zehn Jahren. Für eine Regelbehandlung mit Keramikbrackets reicht das, bei Alignern in KIG 2 bleibt ein Rest bei Ihnen.

Kinder-Zahnzusatzversicherung: die KFO-Leistungen der fünf Tarife

Für Kinder kostet eine Zahnzusatzversicherung so wenig wie in keinem späteren Alter. Es gibt keinen Vorschaden, keine fehlenden Zähne und keinen Alterszuschlag. Weil die Beiträge nach Altersgruppe gestaffelt sind, rechnet sie am besten der Tarifrechner des Anbieters aus. Die Leistungen dagegen lassen sich direkt vergleichen, und dort liegen die fünf Tarife weit auseinander.

TarifKIG 1–2 (Kasse zahlt nicht)KIG 3–5 (Mehrkosten)Begrenzung in den ersten Jahren
DA Direkt Zahnschutz Premium Plus100 %, max. 2.000 €100 %6.000 € in 48 Monaten
Ottonova Zahn 100100 %, max. 2.000 € in 10 Jahren100 %, auf dieselbe Summe angerechnetüber vier Jahre gestaffelt
DFV ZahnSchutz Exklusiv 100100 %, max. 2.000 €100 %, ohne Summenbegrenzung1.750 / 3.500 / 5.250 / 7.000 € nach 12, 24, 36 und 48 Monaten
Maxcare ZahnGesund 100bis 2.500 €, ohne Kassenvorleistung 35 % wenigerbis 2.500 € über die gesamte Laufzeit6.000 € in den ersten vier Kalenderjahren
Ergo Kieferorthopädie Sofortschutz50 %, max. 250 € pro Jahr50 % der Mehrkosten, ohne Höchstgrenze50 % in den ersten vier Jahren, danach 75 %

Stand: August 2026, alle Angaben aus den Tarifbedingungen der Anbieter. Achten Sie vor allem auf die dritte Spalte. Bei KIG 3 bis 5 zahlt DFV ohne Deckel, während Ottonova und Maxcare bei 2.000 beziehungsweise 2.500 € Schluss machen. Bei einer mehrjährigen Behandlung entstehen dort Unterschiede von mehreren tausend Euro.

Ab welchem Alter ist eine Zahnversicherung für Kinder sinnvoll?

Zwischen dem zweiten und dem sechsten Lebensjahr, und danach wird es schnell schwierig. Die niedrigen Beiträge bekommen Sie nämlich nur, solange Sie noch die Wahl haben.

Der Vertrag muss stehen, bevor eine Fehlstellung erkennbar wird. Sobald sie in der Patientenakte auftaucht, gilt sie als Vorschaden, und reguläre Tarife leisten dafür nicht mehr. Bei den meisten Kindern läuft es zeitlich so ab:

AlterWas passiertWas das für den Abschluss bedeutet
2–3 JahreMilchzähne vollständig, zahnärztlich meist unauffälligidealer Zeitpunkt, Beiträge am niedrigsten, keine Vorschäden
ab 6 Jahrenzweite Phase des Zahnwechsels beginntFehlstellungen werden erkennbar, das Fenster schließt sich
8–9 Jahredie Mehrheit der kieferorthopädischen Behandlungen startetfür reguläre Tarife in der Regel zu spät
9–10 Jahreempfohlener erster Termin beim Kieferorthopädenab hier bleibt meist nur ein Tarif mit Sofortschutz
bis 18 JahreBehandlungsbeginn vor dem 18. GeburtstagVoraussetzung für die kassenübliche Regelversorgung
ab 18 JahrenAnspruch entfällt bis auf AusnahmenKieferorthopädie ist Privatleistung, außer bei schweren Kieferanomalien mit OP

Falls Sie beim Lesen gerade nachrechnen und feststellen, dass Ihr Kind längst über sechs ist: Das ist kein verpasster Zug. Solange kein Befund dokumentiert ist, gilt Ihr Kind versicherungstechnisch als gesund, und dann stehen Ihnen die Vorsorgetarife offen. Erst mit dem ersten Befund beim Kieferorthopäden bleibt nur noch ein Tarif mit Sofortschutz, etwa der Ergo Kieferorthopädie Sofortschutz für Kinder.

Zahnzusatzversicherung für Kinder ohne Wartezeit: was Sie wirklich prüfen müssen

Die Wartezeit steht auf jeder Werbeseite, entscheidet über Ihren Fall aber selten. Das tut die Vorschaden-Klausel. Hinter dem Versprechen „ohne Wartezeit“ stecken nämlich drei verschiedene Klauseln.

Wartezeit, Zahnstaffel und Vorschaden

Wartezeit ist die Sperrfrist nach Vertragsbeginn. Üblich sind drei bis acht Monate, viele Tarife leisten inzwischen ganz ohne Wartezeit.

Zahnstaffel bedeutet: Auch ohne Wartezeit ist die Erstattung in den ersten drei bis fünf Jahren nach oben begrenzt, meist gestaffelt nach Vertragsjahr. Bei Kindern fällt das mit der Zahnspange zusammen. Werbeseiten erwähnen diese Staffel selten, die Bedingungen führen sie im Detail auf.

Vorschaden ist die Klausel, an der es scheitert. Wurde eine Fehlstellung diagnostiziert oder eine Behandlung angeraten, ist der Fall ausgeschlossen, und daran ändert eine gestrichene Wartezeit nichts. Was im Einzelnen als Vorschaden zählt, regelt jeder Anbieter etwas anders. Dahinter steckt die Grundlogik jeder Versicherung: Sie deckt ein Risiko ab, das noch offen ist.

Wartezeiten und Sofortschutz der Anbieter im Vergleich

Von unseren fünf Anbietern leistet nur Ergo für eine bereits angeratene kieferorthopädische Behandlung. Auf die Wartezeit verzichten inzwischen alle fünf.

AnbieterWartezeitLeistung bei angeratener Behandlung
Ergo (Kieferorthopädie Sofortschutz)keineja, für Kieferorthopädie
DA Direktkeinenein, KFO-Bedarf darf bei Abschluss nicht bekannt sein
Ottonovakeinenein
DFVkeinenein, zusätzlich gilt eine Behandlung in den ersten drei Monaten als vorher bekannt
Maxcarekeinenein, angeratene und laufende Behandlungen sind ausgeschlossen

Ergo Kieferorthopädie Sofortschutz für Kinder im Detail

Der Tarif ist seit 2020 am Markt und der bekannteste Weg, Kieferorthopädie nachträglich zu versichern. Alle Leistungen des Anbieters finden Sie in unserem Ergo Test. Der Abschluss läuft ohne Gesundheitsfragen und ohne Wartezeit, die Mindestlaufzeit beträgt 24 Monate, und das Kind darf bei Versicherungsbeginn noch nicht 18 sein.

  • KIG 3 bis 5, wenn die Kasse vorleistet: 50 % der Mehrkosten, ohne Höchstgrenze
  • KIG 1 und 2, wenn die Kasse nichts zahlt: 50 %, aber maximal 250 € pro Versicherungsjahr
  • Behandlungsbeginn erst nach dem vierten Versicherungsjahr: 75 %
  • Zahnersatz, Zahnerhalt und Schmerzausschaltung: bis 100 %, hier jedoch ohne Sofortleistung. Angeratene oder laufende Behandlungen in diesen Bereichen bleiben ausgeschlossen.
  • Rückwirkend zahlt Ergo nichts. Behandlungsschritte vor Versicherungsbeginn sind nicht erstattungsfähig.

Rechnen Sie vor dem Abschluss nach:

  • KIG 1 oder 2: 250 € Jahresleistung stehen gegen den Beitrag. Das geht selten auf.
  • KIG 3 bis 5, mehrjährige Behandlung mit Keramikbrackets: Die 50-Prozent-Erstattung der Mehrkosten kann deutlich über dem Beitrag liegen.

Ob es sich in Ihrem Fall lohnt, steht im Heil- und Kostenplan.

Worauf Eltern beim Vergleich der Zahnzusatzversicherung für Kinder achten sollten

Sechs Angaben entscheiden, ob ein Kindertarif taugt, und die erste ist die wichtigste:

  1. KFO-Höchstgrenze: Der Betrag, den der Tarif für Kieferorthopädie insgesamt zahlt. Bei unseren fünf Tarifen liegt er zwischen 2.000 und 2.500 €, DFV verzichtet bei KIG 3 bis 5 ganz auf einen Deckel. Unter 2.000 € wird es bei einer mehrjährigen Behandlung mit Extras knapp.
  2. KIG-Umfang: Leistet der Tarif nur für die Mehrkosten ab KIG 3, oder auch für die komplette Behandlung in KIG 1 und 2? Erst beides zusammen deckt jede Fehlstellung ab.
  3. Zahnstaffel: Wie stark ist die Erstattung in den ersten drei bis fünf Vertragsjahren begrenzt? Bei einem Abschluss kurz vor dem Zahnwechsel entscheidet diese Zahl über alles.
  4. Leistungsalter: Bis wann zahlt der Tarif für Kieferorthopädie? Manche enden mit 18, andere laufen bis 21.
  5. Erstattungssatz: 50, 80 oder 100 Prozent der Restkosten. Bei 4.500 € Behandlungskosten liegen zwischen 50 und 100 Prozent gut 2.000 € Unterschied.
  6. Kündigungsfrist und Mindestlaufzeit: Sofortschutz-Tarife binden Sie oft 24 Monate, reguläre Tarife sind meist jährlich kündbar.
Zahnzusatzversicherung für Kinder: Junge beim Zahnarzt

Unser Fazit

Bei über der Hälfte aller Kinder in Deutschland kommt irgendwann die Zahnspange, und die Kasse zahlt davon nur die einfachste Variante. Diese Lücke schließt eine Zahnzusatzversicherung für Kinder, von der Behandlung in KIG 1 und 2 bis zu den Keramikbrackets, die sonst niemand erstattet.

Wichtiger als der Preis ist der Zeitpunkt. Solange bei Ihrem Kind zahnmedizinisch nichts auffällig ist, stehen Ihnen alle Tarife offen und der Beitrag liegt am niedrigsten. Mit dem Zahnwechsel ab etwa sechs Jahren schließt sich dieses Fenster. Wer früh abschließt, sichert sich den günstigen Beitrag und die freie Auswahl gleich mit. Und ob sich ein Zahnzusatz für Kinder am Ende rechnet, entscheiden die KFO-Höchstgrenze und der KIG-Umfang.

Die Spange selbst nehmen Kinder meist gelassen. Zwei bis drei Jahre trägt sie fast jedes, nach zwei Wochen ist sie Alltag. Anstrengend wird sie vor allem für das Familienbudget.

Neben der Versicherung bleibt die tägliche Zahnpflege entscheidend. Als Eltern sollten Sie deshalb auch diese Kinderzahn-Fakten kennen.

FAQ

Zahlt die Zahnzusatzversicherung den 20-Prozent-Eigenanteil bei der Zahnspange?

In der Regel nicht. Die Krankenkasse erstattet Ihnen diesen Eigenanteil nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung ohnehin zurück, ein Nachteil entsteht Ihnen also nicht. Die Zusatzversicherung setzt dort an, wo niemand etwas zurückzahlt: bei den Mehrleistungen und bei Behandlungen in KIG 1 und 2. Bricht die Behandlung ab, kann der Eigenanteil allerdings bei Ihnen bleiben. Prüfen Sie dafür die Tarifbedingungen.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung noch für ein 12-jähriges Kind?

Nur, wenn noch keine Fehlstellung dokumentiert ist. Steht der Befund bereits in der Akte oder wurde eine Behandlung angeraten, gilt das als Vorschaden und reguläre Tarife leisten dafür nicht mehr. Ist bei Ihrem Kind zahnmedizinisch alles unauffällig, kann sich der Abschluss auch mit zwölf noch rechnen, weil viele Tarife kieferorthopädische Leistungen bis zum 18. oder 21. Lebensjahr zahlen. Achten Sie dann auf die Summenbegrenzung in den ersten Vertragsjahren.

Welche Leistungen sind in einer Zahnzusatzversicherung für Kinder enthalten?

Kern sind die kieferorthopädischen Leistungen: Behandlungen in KIG 1 und 2, die die Kasse gar nicht zahlt, sowie die Mehrleistungen in KIG 3 bis 5 wie Keramikbrackets, Lingualtechnik oder Retainer. Dazu kommen üblicherweise höherwertige Kunststoff- und Keramikfüllungen über die Kassenleistung hinaus, die Versiegelung der kleinen Backenzähne, die professionelle Zahnreinigung, Zahnersatz nach einem Unfall und je nach Tarif eine Behandlung unter Sedierung bei starker Zahnarztangst.

Gibt es Wartezeiten bei der Zahnzusatzversicherung für Kinder?

Häufig drei bis acht Monate, viele moderne Tarife verzichten inzwischen ganz darauf. Die Wartezeit ist dabei aber selten der Knackpunkt. Wichtiger sind zwei andere Klauseln: der Ausschluss von Vorschäden und die Zahnstaffel, also die Begrenzung der Erstattung in den ersten drei bis fünf Vertragsjahren. Genau in diesen Zeitraum fällt bei vielen Kindern die Zahnspange.

Sind kieferorthopädische Behandlungen in der Zahnzusatzversicherung für Kinder abgedeckt?

Ja, aber der Umfang unterscheidet sich stark. Prüfen Sie drei Angaben im Tarif: ob auch KIG 1 und 2 versichert sind, wie hoch die KFO-Höchstgrenze liegt (häufig zwischen 1.000 und 5.000 €) und bis zu welchem Alter geleistet wird. Ein Tarif, der nur die Mehrleistungen ab KIG 3 übernimmt, hilft Ihnen bei einer leichten Fehlstellung nicht weiter.

Zahlt die Versicherung, wenn die Zahnspange schon angeraten ist?

Reguläre Tarife nicht. Sobald der Kieferorthopäde eine Behandlung angeraten oder eine Fehlstellung diagnostiziert hat, ist der Fall ein Vorschaden und damit ausgeschlossen, unabhängig von der Wartezeit. Es gibt Tarife mit Sofortschutz, die für diese Situation gedacht sind. Lesen Sie dort die Gesundheitsfragen besonders genau, denn auch diese Angebote leisten nicht in jedem Fall rückwirkend.