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Hundekrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung: Wer wirklich 100 Prozent erstattet

Nur wenige Tarife erstatten bei der Hundekrankenversicherung wirklich hundert Prozent der Kosten. Wir zeigen, welche vier Anbieter das ehrlich einlösen und was der Vollschutz ohne Selbstbeteiligung monatlich kostet.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.
Laura Schneider Geschrieben von Laura Schneider

Ohne Selbstbeteiligung klingt nach dem lückenlosen Schutz: Der Tierarzt behandelt, die Versicherung zahlt, Sie legen keinen Cent drauf. So sauber ist es selten. Hinter dem Wort stecken drei verschiedene Stellschrauben, und nur ein Teil der Tarife erstattet am Ende tatsächlich hundert Prozent Ihrer Rechnung. Ob sich eine Hundekrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung für Ihren Hund lohnt, hängt weniger vom Werbeversprechen ab als davon, welche dieser Stellschrauben ein Anbieter wirklich auf null stellt und was ein Vollschutz ohne Selbstbeteiligung monatlich mehr kostet. Vier Tarife kommen der echten Voll-Erstattung am nächsten, jeder auf einem anderen Weg.

Hundekrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung: die Tarife mit echter 100-Prozent-Erstattung

Echte hundert Prozent Erstattung gibt es in der Hundekrankenversicherung nur, wenn der Tarif entweder gar keine feste Selbstbeteiligung kennt oder Sie die Erstattungsquote selbst auf hundert Prozent stellen dürfen. Vier Anbieter lassen das zu, mit deutlichen Unterschieden bei Preis, Altersregeln und Bedingungen.

Lassie: Selbstbeteiligung auf null stellen

Lassie lässt Sie die Selbstbeteiligung beim Abschluss selbst festlegen, und die niedrigste Stufe ist null Prozent. Wählen Sie diese, erstattet der Tarif die volle Rechnung, ohne festen Eigenanteil pro Fall und ohne prozentualen Abzug. Dazu kommt der Punkt, an dem die meisten Wettbewerber aussteigen: Lassie schließt ohne Höchstaltersgrenze ab. Ein Hund von zehn oder zwölf Jahren bekommt denselben Zugang zur vollen Erstattung wie ein Welpe. Die freie Tierarztwahl bleibt, Anträge und Erstattungen laufen über die App, und vom TÜV gibt es die Note sehr gut.

Lassie arbeitet ohne öffentliche Preisliste. Ihr Beitrag richtet sich nach Rasse, Alter und der gewählten Erstattungsstufe und steht erst am Ende des Online-Rechners fest. Für einen jungen, gesunden Hund beginnt der Einstieg bei rund sechs Euro im Monat, mit der Null-Prozent-Stufe entsprechend höher.

Lassie: null Prozent Selbstbeteiligung, volle Erstattung
Die Erstattungsquote wählen Sie selbst, null Prozent Selbstbeteiligung sind möglich, und eine Altersgrenze gibt es nicht. Ihren Beitrag ermitteln Sie in wenigen Minuten im Online-Rechner.

Dalma: Erstattung bis 100 Prozent, keine feste Eigenbeteiligung

Dalma verzichtet auf eine feste Selbstbeteiligung in Euro und regelt den Eigenanteil allein über die Erstattungsquote, die Sie frei zwischen 60 und 100 Prozent wählen. Auf der höchsten Stufe bleibt keine Lücke: Was die Behandlung kostet, kommt vollständig zurück. Das gilt für den Kranken- wie für den reinen OP-Schutz. Die Krankenversicherung mit vollem Umfang beginnt bei 15,99 Euro im Monat, der reine OP-Tarif bei 7,99 Euro; die Hundert-Prozent-Stufe hebt den Beitrag, bleibt aber im Rechner transparent sichtbar. Auszahlungen laufen digital und oft innerhalb von zwei Tagen.

Ein ehrlicher Hinweis: Dalma nimmt Hunde nur bis zum Alter von neun Jahren neu auf, und ab dem zehnten Lebensjahr sinkt der Erstattungssatz bei Krankheit jährlich um fünf Prozentpunkte. Für einen jungen oder mittelalten Hund ist das kein Thema, für einen Senior schon.

Dalma: Erstattung bis 100 Prozent, keine Euro-Selbstbeteiligung
Statt eines festen Eigenanteils wählen Sie die Erstattungsquote selbst, bis hin zu vollen hundert Prozent. Vollschutz ab 15,99 Euro im Monat, Auszahlung meist innerhalb von zwei Tagen.

Agila: volle Erstattung, solange der Hund jung ist

Agila lässt sich mit einer wählbaren Erstattung von bis zu hundert Prozent abschließen, hat aber einen Haken, den die Werbung gern verschweigt: Ab dem fünften Geburtstag Ihres Hundes deckelt der Versicherer die Erstattung auf maximal 80 Prozent. Aus den vollen hundert Prozent werden dann zwanzig Prozent Eigenanteil pro Rechnung, und daran ändert der ursprünglich gewählte Tarif nichts. Für einen Welpen oder jungen Hund ist die Voll-Erstattung damit real, für einen Hund jenseits der fünf nicht mehr. Wer früh abschließt, sichert sich immerhin die Jahre bis dahin mit voller Quote.

Agila ist einer der länger etablierten Spezialanbieter und trägt das Risiko selbst. Den genauen Beitrag für den Voll-Erstattungs-Tarif berechnet Agila individuell nach Alter, Rasse und gewählter Tarifstufe, weshalb er sich nicht pauschal beziffern lässt.

Agila: volle Erstattung, solange der Hund jung ist
Bis zu hundert Prozent wählbar, ab dem fünften Geburtstag aber auf 80 Prozent gedeckelt. Wer früh abschließt, sichert sich die volle Quote für die ersten Jahre.

BarmeniaGothaer: volle Erstattung als Wahloption

BarmeniaGothaer bietet die Voll-Erstattung als klare Wahloption. Standardmäßig arbeitet der Vollschutz mit zwanzig Prozent Selbstbeteiligung je Rechnung, gedeckelt auf 250 Euro, doch Sie können den Tarif auch ohne Selbstbeteiligung abschließen. Dann übernimmt der Versicherer hundert Prozent der Kosten. Der Aufpreis ist spürbar, dafür steht hinter dem Angebot ein etablierter Versicherer mit dokumentierter Testhistorie: Der reine OP-Tarif des Hauses, die Stufe Premium-OP, trägt von der Stiftung Warentest die Note sehr gut (1,3). Dieses Urteil gilt dem OP-Schutz und nicht dem hier gemeinten Vollschutz, ordnet den Anbieter aber ein. Im Notdienst leistet der Tarif bis zum vierfachen GOT-Satz, die Premium-Varianten ohne Jahreslimit.

Der Vollschutz beginnt bei 36,82 Euro im Monat in der Basisstufe; die Variante ohne Selbstbeteiligung liegt darüber. Das ist der teuerste der vier Wege zur vollen Erstattung, dafür kommt er von einem großen Versicherer mit voller Kostenübernahme als sauber gebuchte Option.

BarmeniaGothaer: volle Erstattung ohne Selbstbeteiligung
Optional ganz ohne Selbstbeteiligung abschließbar, dann hundert Prozent Kostenübernahme, im Notdienst bis zum vierfachen GOT-Satz. Beitrag jetzt berechnen.

Selbstbeteiligung, Erstattungsquote, Eigenanteil: drei Hebel, die gern verwechselt werden

Selbstbeteiligung ist der Teil einer Tierarztrechnung, den Sie trotz Versicherung selbst zahlen. Sie senkt den Monatsbeitrag, weil der Versicherer weniger Risiko trägt, und genau deshalb bieten fast alle Anbieter sie an. Die Verbraucherzentrale beschreibt sie als üblichen Hebel, der die Prämie drückt und dafür den Eigenanteil im Schadenfall erhöht. Das Problem: „ohne Selbstbeteiligung“ meint bei drei Anbietern drei verschiedene Dinge, und wer die Begriffe nicht trennt, vergleicht Tarife, die gar nicht vergleichbar sind.

Es gibt drei Modelle, wie ein Versicherer Ihren Eigenanteil festlegt:

  • Fester Euro-Betrag je Fall oder je Jahr: Sie zahlen eine feste Summe pro Rechnung oder pro Jahr selbst, zum Beispiel 500 Euro Selbstbeteiligung im Komfort-Tarif von HanseMerkur. Alles darüber übernimmt die Versicherung.
  • Prozentualer Eigenanteil je Rechnung, oft mit Deckel: Ein fester Prozentsatz jeder Rechnung bleibt bei Ihnen. BarmeniaGothaer zieht zum Beispiel zwanzig Prozent je Rechnung ab, deckelt Ihren Eigenanteil aber bei 250 Euro. Bei einer 3.000-Euro-OP wären zwanzig Prozent zwar 600 Euro, durch den Deckel zahlen Sie hier aber höchstens 250 Euro.
  • Erstattungsquote: Der Versicherer zahlt einen festgelegten Anteil zurück, 80, 90 oder 100 Prozent. Die restlichen Prozent sind Ihr Eigenanteil. Der Effekt gleicht dem prozentualen Modell, nur andersherum gerechnet.

Ohne Selbstbeteiligung im vollen Sinn heißt also: kein fester Euro-Betrag und Erstattungsquote bei hundert Prozent. Erst dann bekommen Sie jede Rechnung komplett zurück. Ein Tarif, der mit hundert Prozent Erstattung wirbt, aber zusätzlich 250 Euro je Fall abzieht, erfüllt das nicht. Genau an dieser Stelle trennen sich die vier Anbieter oben von den vielen, die den Begriff nur im Titel führen.

Was die volle Erstattung im Ernstfall wert ist, und was sie kostet

Ob sich der Verzicht auf den Eigenanteil rechnet, entscheidet die Höhe der Rechnungen, um die es geht. Und die kann bei Hunden erheblich sein. Eine Kreuzband-OP kostet je nach Methode und Größe 800 bis 4.000 Euro, eine Magendrehung in der Nacht 2.000 bis 5.000 Euro, ein Bandscheibenvorfall mit MRT und Eingriff bis zu 6.500 Euro.

Wie hoch eine solche Rechnung ausfällt, gibt die Gebührenordnung für Tierärzte vor. Für jede Leistung ist ein Basissatz festgelegt, den der Tierarzt im Praxisalltag bis zum Dreifachen ansetzen darf. Kommt der Notfall nachts, am Wochenende oder am Feiertag, sind bis zum vierfachen Satz erlaubt. Je höher die Rechnung klettert, desto größer wird der Euro-Betrag, der bei 80 statt 100 Prozent Erstattung an Ihnen hängen bleibt.

Bleiben wir bei der Kreuzband-OP für 3.000 Euro. Mit hundert Prozent Erstattung bekommen Sie die vollen 3.000 Euro zurück. Bei 80 Prozent sind es 2.400 Euro, die restlichen 600 Euro tragen Sie selbst, auf einen Schlag und genau in dem Moment, in dem ohnehin eine Ausnahmesituation herrscht. Dem steht der Aufpreis für den Voll-Tarif gegenüber. Die Stiftung Warentest weist in ihren Tests zur Tierkrankenversicherung darauf hin, dass die Erstattungsquote das zentrale Vergleichskriterium ist und Tarife mit hoher Quote deutlich teurer ausfallen. Je nach Anbieter kostet die 100-Prozent-Stufe einige Euro mehr im Monat, über ein Jahr also einen zweistelligen bis niedrig dreistelligen Betrag.

Die Frage ist damit nicht, ob hundert Prozent besser klingt, sondern ob dieser Aufpreis die 600 Euro im Ernstfall aufwiegt und wie wahrscheinlich der Ernstfall bei Ihrem Hund überhaupt ist. Bei einer Rasse mit bekanntem Gelenk- oder Herzrisiko wiegt er schwerer als bei einem robusten Mischling. Wie die Erstattungsquote im reinen Operationsschutz wirkt, zeigt unser Ratgeber zur OP-Versicherung für Hunde.

Worauf Sie bei einem Tarif ohne Selbstbeteiligung achten

Ein Tarif ohne Selbstbeteiligung ist nur so gut wie das, was um ihn herum steht. Bevor Sie den Aufpreis zahlen, prüfen Sie drei Dinge:

  • Gilt die volle Quote dauerhaft? Bei Agila endet sie mit dem fünften Geburtstag, bei Dalma sinkt sie ab dem zehnten Lebensjahr. Nur wo die Quote unabhängig vom Alter bleibt, ist ohne Selbstbeteiligung auch langfristig gemeint.
  • Gibt es eine Jahreshöchstleistung? Volle Erstattung nützt wenig, wenn der Tarif ab einer bestimmten Summe pro Jahr gedeckelt ist. Achten Sie auf Tarife ohne oder mit sehr hohem Jahreslimit.
  • Bis zu welchem GOT-Satz wird geleistet? Nur ein Tarif, der den vierfachen Satz mitträgt, deckt die teuren Notdienst-Rechnungen wirklich zu hundert Prozent.

Für die meisten Halter, die volle Erstattung ohne Alters-Fallstricke wollen, führt der direkte Weg zu Lassie: null Prozent Selbstbeteiligung wählbar, keine Altersgrenze, freie Tierarztwahl. Wer lieber bei einem großen, etablierten Versicherer abschließt, nimmt die Option ohne Selbstbeteiligung bei BarmeniaGothaer. Und wer mehrere Tarife direkt nebeneinanderlegen möchte, findet den Tierversicherungsvergleich dafür.

Häufige Fragen zur Hundekrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung

Lohnt sich eine Hundekrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung?

Sie lohnt sich vor allem für Hunde mit erhöhtem Krankheits- oder Verletzungsrisiko und für Halter, die eine große Rechnung nicht auf einen Schlag stemmen wollen. Der höhere Beitrag kauft Planungssicherheit: Im Ernstfall zahlen Sie nichts dazu. Bei einem jungen, robusten Hund mit ausreichenden Rücklagen kann eine Quote von 90 Prozent das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis sein.

Welche Anbieter erstatten wirklich 100 Prozent?

Lassie über die frei wählbare Selbstbeteiligung von null Prozent, Dalma über die frei wählbare Erstattungsquote und BarmeniaGothaer über die Option ohne Selbstbeteiligung. Agila bietet hundert Prozent nur bis zum fünften Geburtstag des Hundes, danach sind maximal 80 Prozent möglich.

Wie viel teurer ist ein Tarif ohne Selbstbeteiligung?

Als Faustregel liegt die volle Erstattung einige Euro pro Monat über einem vergleichbaren Tarif mit Eigenanteil, je nach Rasse und Alter. Über ein Jahr summiert sich das auf einen zweistelligen bis niedrig dreistelligen Betrag. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie hoch und wie wahrscheinlich die zu erwartenden Rechnungen für Ihren Hund sind.

Bedeutet ohne Selbstbeteiligung auch ohne Wartezeit?

Nein, das sind zwei getrennte Dinge. Die Selbstbeteiligung betrifft, wie viel Sie im Schadenfall selbst zahlen; die Wartezeit betrifft, ab wann der Schutz überhaupt greift. Ein Tarif ohne Selbstbeteiligung kann trotzdem eine Wartezeit von 30 Tagen haben. Wie Sie den Schutz von Beginn an sichern, zeigt unser Ratgeber zur Hundekrankenversicherung ohne Wartezeit.