Factor nennt keine feste Mindestlaufzeit für sein Wochenabo, und der sicherste Stichtag für deine Kündigung ist Mittwoch, 23:59 Uhr, eine Woche vor deiner nächsten Lieferung. Genauer wird es nur deshalb, weil Factor auf seinen eigenen Hilfeseiten eine zweite Angabe macht, die dazu nicht sauber passt. Wer sich auf die falsche der beiden verlässt, bezahlt eine Box, die er eigentlich nicht mehr wollte.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Mindestlaufzeit nennt Factor auf seinen Hilfeseiten nicht. Kündigen ist wöchentlich zum Stichtag möglich.
- Sicherster Stichtag: Mittwoch, 23:59 Uhr, eine Woche vor der nächsten Lieferung. Für die Kündigung selbst nennt Factor daneben “mindestens fünf Tage vorher” als zweite Angabe.
- Kündigen läuft über den Button “Verträge hier kündigen” oder das Kundenkonto. Danach ist der ganze Account geschlossen, nicht nur die nächste Box.
- Für die erste Box reicht der App-Weg laut wiederkehrenden Kundenberichten oft nicht. Hier hilft in der Regel nur der Kundenservice.
- Factor liefert “fast ganz Deutschland”, aber nicht auf die Inseln.
Wann du bei Factor wirklich kündigen musst
Factor beschreibt auf seiner Hilfeseite zwei unterschiedliche Vorgänge mit zwei unterschiedlichen Fristen. Für das Pausieren einer Woche schreibt der Anbieter wörtlich: “Mittwoch um 23:59 Uhr, eine Woche vor der geplanten Lieferung.” Für die Kündigung schreibt er an anderer Stelle: “mindestens fünf Tage vor deiner nächsten geplanten Lieferung.” Beide Sätze stammen von Factor selbst, und sie reden nicht über dasselbe Datum.
Der Unterschied steckt in der Bauweise: Die eine Regel nennt einen festen Wochentag samt Uhrzeit, die andere zählt Tage vom tatsächlichen Liefertermin zurück. Ein Beispiel macht das greifbar: Kommt deine Box am Freitag, verlangt die Pausier-Regel Mittwoch, 23:59 Uhr der Vorwoche, das sind neun Tage vorher. Die Kündigungs-Regel verlangt dagegen nur fünf Tage vorher, also erst Sonntag der Vorwoche. Der Mittwoch liegt vier Tage früher und ist damit die sicherere der beiden Angaben. Rechnest du das für einen anderen Liefertag durch, wiederholt sich dasselbe Muster: Der feste Mittwochstermin liegt nie später als die Fünf-Tage-Regel, egal an welchem Wochentag deine Lieferung sonst kommt.
Faustregel: Halte dich deshalb immer an Mittwoch, 23:59 Uhr in der Woche vor der Lieferung, ganz gleich ob du pausieren oder kündigen willst.
Was danach passiert, ist dagegen eindeutig: “Nach diesem Stichtag sind Stornierungen nicht mehr möglich, und für bereits verarbeitete Bestellungen fallen die üblichen Kosten an.”
Achtung: Eine Box, die schon in der Zubereitung ist, zahlst du, egal wie kurz danach deine Kündigung eingeht. Eine Rückerstattung für diesen Fall nennt Factor öffentlich nicht.
Mehr zu Preisen, Boxgrößen und den sechs Menülinien liest du im factor-meals-Test.
Kündigungsbutton oder Kundenkonto: die beiden Wege bei Factor
Factor bietet für die Kündigung zwei Wege an. Ein dritter existiert nicht: Weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer noch eine Postanschrift für die Kündigung sind auf der Hilfeseite verzeichnet.
Der Button “Verträge hier kündigen”
Im Footer jeder Seite von factormeals.de steht der Button mit genau dieser Formulierung, verlinkt auf factormeals.de/cancel-account. Das ist die exakte Bezeichnung, die § 312k BGB verlangt. Nach Angaben der Verbraucherzentrale muss ein solcher Button ohne vorherige Anmeldung erreichbar sein. Da er bei Factor im öffentlichen Footer sitzt und nicht im Kundenkonto, erreichst du ihn auch ohne Login.
§ 312k Abs. 2 Satz 4 BGB legt dazu fest: “Die Schaltflächen und die Bestätigungsseite müssen ständig verfügbar sowie unmittelbar und leicht zugänglich sein.” Factor darf den Weg zur Kündigung also nicht hinter zusätzlichen Klicks verstecken.
Der Weg über dein Kundenkonto
Alternativ meldest du dich in deinem Account an, klickst oben rechts auf deinen Namen, wählst “Account-Einstellungen” und folgst dort den Anweisungen zur Kündigung. Factor nennt diesen Vorgang in seiner eigenen Kontosprache “Plan deaktivieren”.
Die erste Box: warum der Account-Weg hier nicht reicht
Bei der allerersten Lieferung berichten Kundinnen und Kunden auf Trustpilot wiederholt, dass sich der Vertrag über die App oder das Konto nicht stoppen lässt und nur der Kundenservice weiterhilft. Factor selbst antwortet auf einige dieser Bewertungen öffentlich, ohne die Regel grundsätzlich zu bestreiten.
Wichtig: Willst du die erste Box noch abbestellen, schreib gleich den Kundenservice an, statt es im Konto zu versuchen, und zwar so früh wie möglich vor dem Mittwoch. Bereits verarbeitete Bestellungen werden nach Factors eigener Regel berechnet, und genau in dieses Zeitfenster läuft die erste Box.
Was die Bestätigung wirklich bestätigt
Factor schreibt zur Kündigung: “Du erhältst dann eine Bestätigung, dass dein Account geschlossen wurde.” Über welchen Kanal sie kommt, per E-Mail oder nur sichtbar im Kundenkonto, sagt Factor nicht.
Kurz gesagt: Geschlossener Account heißt nicht gestoppte Lieferung. Prüf beides getrennt, und bestehe gegenüber dem Kundenservice schriftlich darauf, dass die nächste Lieferung gestoppt wird, wenn trotzdem eine Box kommt oder dein Konto belastet wird.
Tipp: Nimm dir am Tag nach der Kündigung zwei Minuten. Sieh im Spam-Ordner nach der Bestätigungsmail, schau im Konto nach, ob für die nächste Woche noch eine Lieferung steht, und leg dir beide Screenshots zusammen ab. Das ist dein Nachweis, falls doch noch etwas verrechnet wird.
Juit
Wer bei Factor am Ende an der Kühlschrank-Haltbarkeit gescheitert ist, wechselt am besten die Kühltechnik, nicht nur den Anbieter. Factors Gerichte sind gekühlt, nicht tiefgekühlt, und halten sich laut Anbieter rund eine Woche im Kühlschrank. Verpasst du den Mittwoch, isst du also gegen die Uhr. Bei Juit gibt es dieses Problem nicht, weil die Gerichte schockgefrostet ankommen und bei minus 18 Grad rund zwölf Monate halten. Und weil Juit gar kein Abo führt, sondern jede Bestellung einzeln läuft, gibt es auch keinen Stichtag mehr, den du verpassen könntest. Die Mindestbestellmenge liegt bei sechs Gerichten, der Preis pro Gericht beginnt bei 9,49 Euro in der kleinsten Bestellmenge und sinkt mit der Bestellgröße bis auf 7,89 Euro ab 21 Gerichten.
Eine Woche aussetzen, ohne den Account zu verlieren
Wenn du nur eine anstrengende Woche überbrücken willst, ist Pausieren die bessere Wahl als Kündigen. Beim Überspringen bleibt dein Account offen, du wählst die betroffene Woche aus, tippst oben rechts auf die drei Punkte und klickst auf “Woche überspringen”. Nichts wird berechnet, und beim nächsten regulären Termin läuft alles wie vorher weiter.
Kündigst du dagegen, schließt Factor den gesamten Account. Anmelden kannst du dich jederzeit wieder, musst dann aber alle Einstellungen neu aufsetzen. Für einen echten Ausstieg ist das kein Nachteil, sondern der Punkt: Eine übersprungene Woche stoppt nichts dauerhaft, beim nächsten regulären Termin wird wieder geliefert und berechnet. Willst du grundsätzlich kein Abo mehr, lohnt ein Blick in unseren Ratgeber zu Kochboxen ohne Abo; wer wegen der Kalorien- oder Proteinwerte zu Factor kam, findet einen Vergleich unter High-Protein-Fertiggerichte.
HelloFresh
War nicht das Essen das Problem, sondern dass du nie zum Kochen gekommen bist, wechselst du hier die Kategorie und nicht nur den Anbieter: HelloFresh liefert Zutaten und Rezepte zum Selberkochen, keine fertigen Gerichte. Eines gehört vorher gesagt, weil es sonst niemand tut: Factor gehört selbst zur HelloFresh-Gruppe. Wer aus Frust über den Service geht, landet also beim nächsten Anbieter derselben Gruppe.
In der Sache spricht trotzdem einiges dafür. HelloFresh nennt für Änderungen und Kündigung eine Frist von vier bis fünf Tagen vor der Lieferung, klar an den Liefertag gekoppelt und ohne die zwei widersprüchlichen Angaben, die Factor macht. Aktuell gibt es bis zu 120 Euro Rabatt und zwei Monate Gratis-Goodies für Neukunden dazu. Einen Preis pro Portion nennt HelloFresh erst, wenn du deine Postleitzahl eingegeben hast.
Marley Spoon
Ging es dir am Ende weniger ums Essen als um die Firma dahinter, bleibt genau eine Adresse: Marley Spoon ist die einzige der drei Alternativen außerhalb der HelloFresh-Gruppe. Auch hier kochst du selbst, mit einer deutlich größeren Rezeptauswahl als bei HelloFresh, und die Kündigungsseite funktioniert ohne Login. Mehr dazu im Marley-Spoon-Test, den direkten Vergleich mit HelloFresh in unserem HelloFresh-Test.
Häufige Fragen
Wie kündige ich mein Factor-Abo?
Über den Button “Verträge hier kündigen” im Footer von factormeals.de oder über dein Kundenkonto unter “Account-Einstellungen”. Einen Kündigungsweg per E-Mail, Telefon oder Post bietet Factor nicht an.
Bis wann muss ich bei Factor kündigen?
Am sichersten bis Mittwoch, 23:59 Uhr, eine Woche vor der nächsten Lieferung. Factor nennt für die Kündigung selbst zusätzlich “mindestens fünf Tage vorher”, eine Angabe, die sich mit der Mittwoch-Regel nicht immer deckt. Halte dich an die frühere der beiden Fristen, dann bist du in jedem Fall geschützt.
Kann ich die erste Box noch stornieren?
Kundenberichte deuten darauf hin, dass das über die App oder das Konto oft nicht klappt. Wende dich für die erste Box direkt an den Kundenservice, am besten deutlich vor dem Mittwoch, 23:59 Uhr.
Gehört Factor zu HelloFresh?
Ja. Für deine Kündigung ändert das nichts, für deinen nächsten Anbieter schon: Wechselst du zu HelloFresh, bleibst du in derselben Unternehmensgruppe.
Liefert Factor in ganz Deutschland?
Nach Angaben von Factor “in fast ganz Deutschland”, mit Ausnahme der Inseln. Prüf bei einer Postleitzahl in Küstennähe vorher, ob deine Adresse überhaupt belieferbar ist.
