Kommentar zum Bundestrainer-BebenEin Klopp alleine reicht nicht!

ARCHIV - 14.06.2026, USA, Houston: Fußball, Männer: WM, Deutschland - Curaçao, Vorrunde, Gruppe E, 1. Spieltag, Houston-Stadion, Jürgen Klopp steht im Stadion. (Archivbild)
Jürgen Klopp könnte der nächste Bundestrainer werden.
Eric Gay/AP/dpa

Lieber Kloppo, bitte pass auf dich auf!
Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann als unser Bundestrainer ist die Wunschlösung klar: Jürgen Klopp soll den DFB-Karren wieder aus dem Dreck ziehen – und wird schon als Messias und Retter gefeiert, noch bevor er den Job überhaupt angefangen hat. Doch Deutschlands Liebling sollte sich genau überlegen, ob er sich den Schleudersitz unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt antun soll. Ein Kommentar.

Jürgen Klopp will der nächste Bundestrainer werden

Die Entscheidung ist gefallen: Julian Nagelsmann (38) ist Geschichte – und gibt seinen Job als Fußball-Bundestrainer nach dem blamablen WM-Aus gegen Paraguay auf. Sein Nachfolger steht schon in den Startlöchern: Jürgen Klopp (59) soll es werden, er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert. Der DFB will nun Gespräche mit ihm suchen.

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Auch Fußball-Deutschland ist sich sicher: Kloppo, der sich gerne mal als „Normal one”, als einer von uns betitelt, ist die beste Wahl. In der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv sprechen sich die meisten (30 Prozent) für Jürgen Klopp als Nachfolger von Julian Nagelmann aus, sehen ihn als am besten geeignet für das Amt des Nationaltrainers. Doch den Job sollte er sich gut überlegen – aus mehreren Gründen!

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Grund 1: Die Erwartungen sind viel zu hoch!

Dreimal in Folge schied die deutsche Fußballnationalmannschaft nun schon sehr früh bei einer WM aus: 2018 in Russland und 2022 in Katar bereits in der Vorrunde, jetzt, 2026, im Sechzehntelfinale. Der Durst der Deutschen auf Erfolge und Titel muss endlich wieder gestillt werden. Wer, wenn nicht Fußball-Fachmann Klopp könnte auf diesem Weg für die nötigen Impulse sorgen.

Doch Vorsicht: Deutschland gehört aktuell nicht zur Weltspitze im Fußball, der Name Klopp könnte daher Hoffnungen wecken, die zumindest kurzfristig nicht gestillt werden könnten. Und dann hätten wir im schlimmsten Fall die nächsten Nachfolger-Diskussionen …

Grund 2: Uns fehlen die Weltklasse-Spieler!

Toni Kroos, Weltmeister von 2014, sagte unlängst: „Die Weltklasse-Spieler entscheiden gerade die ganzen WM-Spiele. Und die stehen da in der Torschützenliste, wo die Weltklasse-Spieler eben stehen. Da haben wir keinen einzigen, da müssen wir auch ehrlich sein.“ Und damit hat er absolut recht. Deutschland fehlt es an absoluten Leistungsträgern!

Wir haben nicht den einen Knipser im Sturm wie einst Miroslav Klose, unsere Abwehr wirkt wackelig und überfordert, im Tor ist die Zeit von Weltklasse-Schlussmann Manuel Neuer endgültig vorbei, danach kommt niemand Vergleichbares. Und auch im Mittelfeld und Angriff haben wir keine Leader. Jamal Musiala oder Florian Wirtz könnten solche Spieler sein, laufen ihrer Form aber hinterher.

Kloppo könnte als Bundestrainer logischerweise aber nur deutsche Kicker nominieren – und genau da liegt das Problem! Seit Jahren bringen unsere DFB-Stars mehrfach zu wenig Leistung, wirkliche Alternativen gibt es aber auch nicht. Denn der deutsche Fußball hat auf vielen Positionen ein Nachwuchsproblem.

Grund 3: Klopps Ruf ist schon angeknackst!

Bei seinen Stationen beim FSV Mainz, bei Borussia Dortmund oder beim FC Liverpool war Klopp unfassbar beliebt, galt als Vorreiter in Sachen Fußball-Romantik. Doch nach seinem Wechsel zu Red Bull, wo er als weltweiter Fußballchef tätig ist, kippte die Stimmung. Der Posten kostete ihn jede Menge Sympathien. Scheitert er nun auch noch als neuer Bundestrainer, dann wäre sein Ruf wohl endgültig im Keller.

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Jürgen Klopp war schon mehrfach als Bundestrainer im Gespräch

Fakt ist: Klopp war in der Vergangenheit schon mehrfach als Bundestrainer im Gespräch. Doch weder nach Joachim Löw (2021), noch nach Hansi Flick (2023) klappte es. Die dritte Chance lässt der Ex-Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool sicher nur ungern verstreichen.

Schon in der Vergangenheit liebäugelte Kloppo mehrfach mit dem Bundestrainer-Posten. Zuletzt sagte er bei MagentaTV, wo er als WM-Experte im Einsatz ist, noch: „Ich verstehe, dass mein Name genannt wird. Aber es ist nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen.“ Das könnte sich jetzt ganz schnell ändern!

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, SID, DPA