Jedes Kleid ist etwas ganz Besonderes„Zwischen Tüll und Tränen“-Star Uwe Herrmann verrät seine bewegendsten Brautgeschichten

Uwe Herrmann lässt uns hinter die Kulissen von „Zwischen Tüll und Tränen” blicken
Uwe Herrmann lässt uns hinter die Kulissen von „Zwischen Tüll und Tränen” blicken (Archivbild)
picture alliance / dpa | Kirsten Nijhof

Warum sich auch der Brautberater manchmal beim Traumkleid irrt.
Vor der Kamera dauert eine Beratung oft nur wenige Minuten. Doch was passiert eigentlich davor? Welche Frauen bleiben ihm bis heute im Gedächtnis? Und wie findet er fast immer das richtige Kleid? Im RTL-Interview gibt Brautmoden-Experte Uwe Herrmann (63) einen seltenen Einblick hinter die Kulissen von „Zwischen Tüll und Tränen“.

Uwe Herrmann: „Das Brautkleid ist nur unser Transportmittel“

Bei „Zwischen Tüll und Tränen” dreht es sich für viele Zuschauer um das perfekte Kleid. Für Uwe Herrmann ist das jedoch nur die halbe Wahrheit. Häufig melden sich 30 oder sogar 40 Bewerberinnen für eine Sendung. Schon lange bevor die Kameras laufen, spricht der Brautausstatter mit den Frauen: „Dann gucke ich erstmal, was die für Geschichten haben.” Er versuche herauszufinden, warum die Bewerberinnen überhaupt bei der beliebten Nachmittagssendung mitmachen wollen.

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Für den 63-Jährigen sind es echte Menschen, die die Zuschauer sehen wollen. Genau darin sieht Herrmann den Grund für den Erfolg der VOX-Sendung: „Das Brautkleid ist unser Transportmittel. Eigentlich erzählen wir Menschen.” Und einige bleiben Uwe Herrmann ganz besonders im Gedächtnis.

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Warum selbst Brautflüsterer Uwe Herrmann manchmal danebenliegt

Beim Wiener Opernball fiel Uwe Herrmann vor Jahren eine junge Frau auf, deren Kleid ihm überhaupt nicht gefiel. Doch statt vorschnell zu urteilen, fragte er nach, warum sie sich dafür entschieden hatte. Die Antwort überraschte ihn. „Das Kleid hat meine Oma schon auf dem Wiener Opernball getragen. Meine Mutti hat das getragen. Und jetzt trage ich das.“ Mit einem Mal habe das Kleid eine völlig andere Bedeutung bekommen. Für Herrmann war das eine wichtige Lektion.

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Auch eine andere Begebenheit hat er nicht vergessen. Eine Gymnasiallehrerin, die bereits über 50 Jahre alt war, entschied sich für ein sehr üppiges Brautkleid mit einer außergewöhnlich langen Schleppe. Für ihn passte das Kleid nicht zur Braut. Zumindest dachte Herrmann das zunächst. Nach der Hochzeit schickte sie ihm Fotos und Videos. Erst da verstand er ihre Entscheidung. Sie habe schon als kleines Mädchen von genau dieser Hochzeit geträumt. „Mein Vorurteil war komplett weg.“ Er schickte der Braut anschließend sogar einen handgeschriebenen Brief. Für ihn steht seitdem fest: „Man muss in die Seele des Kleides und des Menschen hineinschauen.“

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Video-Tipp: „Nur das Nötigste soll bedeckt sein”

Dass er oft schon nach kurzer Zeit das passende Kleid findet, erklärt Herrmann nicht mit Intuition allein. Er beobachtet seine Kundinnen ganz genau. Viel wichtiger sei für ihn, wie sie gehen, sich bewegen oder ihre Hände halten. Selbst Lieblingsgerichte würden oft mehr über einen Menschen verraten als lange Gespräche. Deshalb lasse sich für ihn keine Braut in eine Schublade stecken: „Es gibt kein Handbuch.“

Das ist für Uwe Herrmann das beste Feedback

Dass ihn viele Zuschauer aus dem Fernsehen erkennen, gehört für Uwe Herrmann längst zum Alltag. „Wenn die Leute mich nicht mehr ansprechen, dann bedeutet das, ich bin auch nicht mehr gut.“ Für ihn sei es „das beste Feedback”, was man bekommen kann.

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Manchmal entstehen allerdings kuriose Situationen. An einen Zwischenstopp am Flughafen Dubai erinnert er sich bis heute schmunzelnd. Uwe Herrmann suchte die Toilette auf und „da stand plötzlich ein Mann neben mir am Urinal und guckte mich die ganze Zeit an.“ Der Brautausstatter war zunächst völlig irritiert.

Dann kam die Auflösung. „Er fragte: ,Können wir mal schnell ein Selfie machen? Meine Maschine geht gleich.’“ Solche Begegnungen gehören für Uwe Herrmann inzwischen einfach dazu – und meistens nimmt er sie mit einer guten Portion Humor.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche